"Wir machen gut Strecke!"

2020

Sportstätte:

Berlin – Velodrom

Sportevent:

01.03.2020 – Track Cycling World Championships / Bahnradsport Weltmeisterschaften

Damen Finals Keirin

Platz Name Nationalität
Gouden medaille.svg Emma Hinze Deutschland GER
Zilveren medaille.svg Lee Hye-jin Südkorea KOR
Bronzen medaille.svg Stephanie Morton Australien AUS
4 Lee Wai-sze Hongkong HKG
5 Ellesse Andrews Neuseeland NZL
6 Lea Sophie Friedrich Deutschland GER
7 Laurine van Riessen Niederlande NED
8 Katy Marchant Vereinigtes Königreich GBR
9 Mathilde Gros Frankreich FRA
10 Madalyn Godby Vereinigte Staaten USA

Damen Finals Punktefahren

Platz Name Nationalität Punkte
Gouden medaille.svg Elinor Barker Vereinigtes Königreich GBR 50
Zilveren medaille.svg Jennifer Valente Vereinigte Staaten USA 34
Bronzen medaille.svg Anita Stenberg Norwegen NOR 33
4 Olga Sabelinskaja Usbekistan UZB 31
5 Maria Giulia Confalonieri Italien ITA 30
6 Kirsten Wild Niederlande NED 29
7 Maria Nowolodskaja Russland RUS 25
8 Trine Schmidt Dänemark DEN 22
9 Tazzjana Scharakowa Weißrussland BLR 12
10 Lotte Kopecky Belgien BEL 8

Herren Finals Sprint

Platz Name Nationalität Zeit (s)
Gouden medaille.svg Harrie Lavreysen Niederlande NED 9,790 (1)
9,691 (2)
Zilveren medaille.svg Jeffrey Hoogland Niederlande NED  
Bronzen medaille.svg Azizulhasni Awang Malaysia MAS 10,145 (1)
10,089 (2)
4 Mateusz Rudyk Polen POL  
5 Yudai Nitta Japan JPN  
6 Stefan Bötticher Deutschland GER  
7 Matthijs Büchli Niederlande NED  
8 Tomohiro Fukaya Japan JPN  

Herren Finals Madison

Platz Name Nationalität Punkte
Gouden medaille.svg Lasse Norman Hansen
Michael Mørkøv
Dänemark DEN 62
Zilveren medaille.svg Campbell Stewart
Aaron Gate
Neuseeland NZL 33
Bronzen medaille.svg Roger Kluge
Theo Reinhardt
Deutschland GER 32
4 Jan-Willem van Schip
Yoeri Havik
Niederlande NED 29
5 Kenny De Ketele
Robbe Ghys
Belgien BEL 23
6 Benjamin Thomas
Donavan Grondin
Frankreich FRA 13
7 Simone Consonni
Elia Viviani
Italien ITA 11
8 Théry Schir
Robin Froidevaux
Schweiz SUI 9
9 Ethan Hayter
Oliver Wood
Vereinigtes Königreich GBR 9
10 Sebastián Mora
Albert Torres
Spanien ESP 5

Report:

Mit den Bahnradsport Weltmeisterschaften im Velodrom Berlin verabschiedet sich sportandtravel.de in die Zwangspause mit dem letzten weltklasse Sportevent vor dem Corona shut down.

Bleibt gesund und passt auf euch auf!

Stadion:

Magdeburg – Stadion der Bauarbeiter

Spiel:

29.02.2020 – USC Magdeburg vs Post SV Magdeburg II
Sachsen-Anhalt, Kreisoberliga – Kreis SFV Magdeburg, Stadtoberliga Staffel II – 7:2 – Z: 20

Report:

Mit vielen Toren im Stadion der Bauarbeiter verabschiedet sich sportandtravel.de in die Zwangspause mit dem letzten gehoppten Fußballspiel vor dem Corona shut down.

Bleibt gesund und passt auf euch auf!

Stadion:

Kampala – Lugogo Stadium / Star Times Uganda Stadium

Spiel:

19.02.2020 – Proline FC vs BUL FC Jinja
Uganda Premier League – 3:1 – Z: 150

Bilder aus Kampala / pictures from Kampala – Uganda: www.sportandtravel.de/2020-02-19-kampala-uganda

Report:

Nach dem langen und ereignisreichen Vortag wollte ich es etwas ruhiger angehen lassen. Außerdem sollte bereits am nächsten Tag in den frühen Morgenstunden mein Rückflug nach Deutschland gehen.

Mit der gestrigen geführten Tour durch die Stadt und dem heutigen angepeilten Spiel nur 3 km vom Hotel entfernt, machten die Übernachtungen in Kampala Sinn. Wenn man sonst nichts in der Hautpstadt vor hat und auf die Hektik dort verzichten kann, empfehle ich sich ein Hotel im viel schöneren und entspannten Entebbe zu suchen.

Ich konnte jedenfalls gemütlich ausschlafen, ein bisschen sightseeing light machen und Souvenirs einkaufen.

Dazu lief ich zu einem kleinen Souvenir Markt ganz in der Nähe meines Hotels und nach zähen Verhandlungen konnte ich die Sachen und Mitbringsel für zu Hause erstehen.

Damit ging ich wieder zurück zum Hotel, legte die Sachen ab und schnappte mir eine Motorradtaxi, dass mich in wenigen Minuten zum Spiel brachte.

Proline FC, der letzte der Liga, empfing im Heimstadion des KCCA FC von gestern die Mannschaft vom BUL FC aus dem ca. 80 km entfernten Jinja. Überraschenderweise gewinnt Proline das Spiel, was gerade bei den Toren für ungeahnte Jubelszenen führte.

Das Lugogo oder Star Times Uganda Stadium ist dann nicht gerade die schönste Stadionperle, aber wenn ich schon mal hier bin, nehme ich den Kick natürlich mit.

Der Zuschauerandrang hielt sich mit ca. 150 Leuten auch in Grenzen. Bis auf eine Handvoll Supportwillige wurde hier einfach nur Fußball geschaut. Die gern gesehenen Fan-Paradiesvögel suchte man heute vergebens.

Im Stadion traf ich noch Cezary, einen in England arbeitenden Polen, den ich bereits gestern im Stadion kurz getroffen hatte. Er knallte sich bei der Hitze das günstige Bier rein und machte sich so das Spiel erträglicher.

Damit war auch auf dieser Reise der sportliche Teil in Sack und Tüten. Ich verabschiedete mich von Cezary und per Motorradtaxi ging es zurück zum Hotel.

Rückblickend lassen sich die folgende Eigenschaften für alle bisher in Afrika besuchten Länder feststellen: Die Spiele beginnen gefühlt nie ganz pünktlich, es gibt viele Verzögerungen bei zum Bsp. Fouls, den folgenden hochprofessionellen Behandlungen und der Vorbereitung der Freistöße und so ziehen sich die Spiele meistens auf gute 2 Stunden.

Am Hotel sammelte ich mein Gepäck ein und per Kleinbus, den mir Arthur vorher zeigte, fuhr ich für ungefähr 1 EUR nach Entebbe. Für über 30 km ist es zwar mega günstig, es zieht sich aber auch ewig. Besonders wenn es dunkel wird und man in der Rush Hour versucht aus Kampala raus zu fahren. Unterwegs wird dann teilweise alle paar Meter angehalten und irgenwer steigt aus oder dazu. Da dauert der Spass dann auch mal gerne 1,5 Stunden.

In Entebbe hatte ich mir gleich neben der Victoria Mall noch kurzfristig eine günstige Unterkunft geschossen. Nach dem Abendessen konnte ich so noch mal ein wenig pennen auch wenn die Nacht sehr kurz war. Viel wichtiger war außerdem, dass ich hier auch noch mal duschen konnte. Zwar kam die Sonne nicht viel raus aber auch in Kampala war es schön warm. So völlig durch wollte ich die Heimreise dann auch nicht antreten.

Die Gastgeber waren dann auch noch so nett und besorgten mir einen Fahrer der mich die paar Kilometer in der Nacht noch zum Flughafen fuhr von wo aus es dann zurück nach Deutschland ging.

Am Flughafen zeigte sich Uganda noch mal von seiner top organisierten Seite. Es ging damit los, dass airside an den Bildschirmen keine Gate angzeigt wurde und auch nicht, dass Boarding war. Solche unnötigen Infos braucht nun wirklich niemand! Nicht so schlimm, der Abflugbereich ist überschaubar.

Bei meinem Gate musste man noch mal durch eine kleine Kontrolle inklusive erneuter Durchleuchtung des Gepäcks. Hinter der Kontrolle konnte man nach rechts oder nach links in einen Warteraum jeweils vor einem Gate. Es wurden alle nach rechts geschickt. Ich war einer der letzten und trank noch in Ruhe mein Wasser aus bevor ich in den Warteraum wollte. Was passiert? Natürlich, der Flieger geht nicht von dem Gate vor dem alle warten, sondern vom Gate nebenan.

Da ich noch in der Mitte zwischen den Gates stand, war ich dadurch in der Pole Position und konnte als Erster das Flugzeug betreten. Ich lege da jetzt keinen besondereren Wert drauf, aber für alle die das tun, dafür vielleicht sogar Geld bezahlen in Form eines First- oder Buisness Class Ticket, Priority Boarding usw. oder sich im Warteraum so positioniert hatten, ist das natürlich der blanke Hohn.

Also machte ich es mir für den Rückflug gemütlich und mit zwei neuen Länderpunkten und vielen Erlebnissen ging es wieder zurück nach Hamburg. Auch das zweite Mal Afrika wird mir als sehr gelungene und erlebnisreiche Reise im Gedächtnis bleiben und ich werde sicher wieder dorthin reisen.

Stadion:

Kitende – St. Mary’s Stadium

Spiel:

18.02.2020 – Vipers SC vs KCCA FC
Uganda Premier League – 0:0 – Z: 8.000

Bilder aus Entebbe / pictures from Entebbe – Uganda: www.sportandtravel.de/2020-02-17-entebbe-uganda

Report:

Weiter ging die Reise mit Air Tanzania nach Entebbe Airport in Uganda. Bei der Anreise gab es für mich eine Premiere, denn zum ersten Mal flog ich mit einem Zwischenstopp bei dem man das Flugzeug nicht verließ, wenn man an dem Stopp nicht raus musste. Dieser war der Kilimanjaro Airport in Tanasania. Hier stiegen dann einige Personen aus und einige zu während alle die nach Uganda wollten einfach sitzen blieben. 

Deswegen gab es am Flughafen in Dar-es-Salaam auch zwei gesonderte Kontrollen der Passgagiere, da der Flug zum Kilimanjaro ein Inlandsflug war und der nach Entebbe ein internationaler Flug.

Auch für Uganda hatte ich bereits das Online Visum für 50 USD und so verlief auch hier die Einreise recht zügig. Dabei bekommt man hier wohl eines der coolsten Visa in den Pass geklebt, da man dort selbst mit seinem Foto vom Einreiseschalter auf dem Visaaufkleber auftaucht.

Über dem eigenen Bild ist außerdem ein Hologramm Bild von einem Gorilla. Böse Menschen würden dank der komischen Perspektive bei mir von schräg unten eine Ähnlichkeit zum Gorilla Bild darüber erkennen. Na gut, gewisse Gemeinsamkeiten sind aber auch wirklich vorhanden ;)

Um den Nachmittag noch ein wenig zu nutzen, wollte ich in Entebbe noch in eine Strandbar am Victoria See. Um dorthin zu kommen bzw. vom Airport wegzukommen ist man auf das Taxi angewiesen, wenn man keinen Mietwagen hat oder sonstigen Transfer organisiert hat. ÖPNV gibt es direkt am Flughafen nicht und zum Bsp. Motoradtaxis dürfen nicht direkt bis zum Flughafen fahren. Man kann natürlich auch 3 km mit Gepäck in der Megahitze vom Flughafengelände runter latschen und dann nach einem Motorrad Ausschau halten, da hatte ich aber wenig Lust drauf.

Die Tante am Infoschalter meinte das Taxi würde 10 USD kosten. Auch die meisten Taxifahrer auf dem Weg nach draußen wollten den Preis oder sogar mehr. Also mal draußen beim offiziellen Taxischalter getestet wie verhandelbar der Preis ist. Chef meinte auch 10 USD, er fragte dann aber wie viel ich bereit wäre zu zahlen. Ich: 5 USD, Er: 7, Ich: 6, Er: Deal! Geht doch!

6 USD, die ich nachher in Uganda Schilling bezahlte und sogar noch etwas günstiger kam, für 10 km geht in Ordnung. Der Fahrer wird trotzdem noch was dran verdient haben.

Am Victoria See verbrachte ich den Nachmittag dann im Two Friends Beach, einem Hotel mit Strandbar. Herrlich gelegen direkt am See. Bilder gibt es wie immer oben im Link. Erst am Abend machte ich mich auf den Weg zum Hotel in Kampala wo es schon die ersten Eindrücke des krassen Verkehrs der Hauptstadt gab.

Während Entebbe mit viel Grün und der Lage am See sehr relaxt und gemütlich wirkte, geht in Kampala schon die Post ab. Was für ein Gerammel auf den Straßen. Unglaublich, hier war alles so verstopft das teilweise nicht mal mehr die Motorräder durch kamen. Da war ich froh im Hotel erst mal ein bisschen Ruhe zu haben und den Abend in der Hotelbar ausklingen zu lassen.

Für den nächsten Tag organisierte ich mir wieder einen Guide um mir die Stadt anzusehen. Dabei hatte ich mit Arthur richtig Glück. Er machte seine Sache wirklich gut. Wir verständigten uns auf englisch bis sich herausstellte, dass er auch ziemlich gut deutsch kann. Er hat es sich selbst beigebracht und ich muss schon sagen, dass er es sehr gut konnte. So verplauderten wir in einem Mix aus deutsch und englisch unserere Walking Tour durch die Innenstadt.

Hier pulsiert das Leben, jeder macht sein Buisness ob groß oder klein, es ist laut, heiß, hektisch und der Verkehr brummte wie bereits erwähnt. Das krasseste was ich bis jetzt auf meinen Reisengesehen habe. Da können Manila, Jakarta und Hanoi einpacken!

Gerade zu bezeichnend für diese Stadt war da der Besuch auf dem wuseligen Nakasero Markt und dem wohl chaotischsten Busbahnhof Afrikas. Dabei gestand Arthur, dass selbst er hier nicht durchblickt.

Nach ein paar Stunden Rundgang stand am Nachmittag das Spitzenspiel und Derby der Uganda Premier League an. Der Erste gegen den Zweiten der Tabelle. Der Vipers SC gegen den Kampala City Capital Authority FC kurz KCCA FC.

Dazu fuhren wir einem Bus ein paar Kilometer raus Richtung Entebbe nach Kitende. In der Nähe des Stadion sprangen wir aus dem Bus und legten noch einen Zwischenstopp ein um Getränke zu kaufen und Uganda typisch zu speisen. Es gab Rolex (“rolled eggs”), ausgesprochen wie die teuren Uhren, in Fladen gewickeltes Rührei mit zum Bsp. Gemüsefüllung. Ein günstiges und schnell gemachtes Gericht, dass es hier vielerorts gibt.

Ich muss gestehen, dass ich mich an das Essen vom Straßenstand nicht rantraute. Sicher lecker aber mögliche Nachwirkungen wollte ich nicht riskieren.

Mit zwei Motorrad Taxis ging es von der Hauptstraße ab, den Berg hoch die restlichen ca. 2 km bis zum Stadion. Eine gute und günstige Investition, da man bei der Hitze nicht wirklich da hoch laufen will.

Hier war dann schon ordentlich Betrieb also umgehend zwei Tickets für 10.000 UGX (ca. 2,50 EUR) durch den Zaun gekauft und rein ins Stadion. Das Ticket wird einem leider direkt wieder abgenommen und landet in einer Tonne. Der Jäger und Sammler muss es später dort wieder herausfischen.

Das St. Mary’s Stadium ist ein reines Fußballstadion mit zwei Tribünen auf den Längsseiten. Sehr kompakt für schätzungsweise 10.000 Zuschauer und heute gut gefüllt mit ungefähr 8.000 Menschen.

Das Stadion steht auf dem Gelände der St. Mary’s Boarding Secondary School. Die Schülerinnen und Schüler haben freien Eintritt und betreten das Stadion direkt vom Schulgelände hinter der Gegentribüne. Auf den Bildern sind sie zu erkennen mit ihren roten und blauen Schuluniformen. Sie trugen sogar zur Stimmung bei und feuerten die Vipers an.

Einmal tickte der Schülermob richtig aus, als sie vor sich im Block einen KCCA Fan entdeckten der es wagte für sein Team zu jubeln. Unter schlimmsten Beleidigungen, Schmährufen und Werfen von Gegenständen musste der Arme gezwungenermaßen seinen Sitzplatz verlassen und sich an den Rand der Tribüne stellen. Währendessen wurde das Weißbrot, also ich, von den Biestern freundlichst abgegrüßt.

Neben dem Kinderpöbel sorgte auf einer Seite der Haupttribüne der Vipers Fanblock für Stimmung. In der Mitte dieser Tribüne saßen die Reichen und Schönen und auf der anderen Seite war der Bereich der Gästefans prall gefüllt. Das ganze Spiel über aber auch weit vor Spielbeginn gab es gute Stimmung von beiden Seiten. Trommeln, Tröten, Singen, Tanzen, mit Bengalos zündeln und Böller werfen. Ganz normales Uganda Classico!

Es wurde also beste Unterhaltung bei diesem Derby geboten. Wie zu erwarten waren auf beiden Seiten diverse bunt bemalte oder verkleidete Fan Ikonen unterwegs. Sieht witzig aus und gehört hier einfach zur Fankultur dazu. Es ist eine Besonderheit auf die man sich geradezu freut und wo man gespannt ist welche schrägen Vögel man dieses mal wohl entdeckt.

Insgesamt eine Topveranstaltung bei der nur der Torjubel durch das torlose Unentschieden fehlte. Auf jeden Fall ein würdiger Länderpunkt Uganda!

Nach dem Spiel machten wir uns mit Motorradtaxi und Kleinbus wieder auf den Weg zurück nach Kampala. An dieser Stelle vielen Dank Arthur für großartigen Tag und viele Grüße nach Uganda!

Stadion:

Dar-es-Salaam – Benjamin Mkapa National Stadium

Spiel:

15.02.2020 – Young Africans FC vs Tanzania Prisons SC
Ligi kuu Bara / Vodacom Premier League – 0:0 – Z: 3.000

Bilder aus Dar-es-Salaam / pictures from Dar-es-Salaam: www.sportandtravel.de/2020-02-16-dar-es-salam-tansania/

Report:

Nach kurzer Fahrt durch den wilden Verkehr von Dar setzte mich das Motorradtaxi vor dem Nationalstadion von Tansania ab. Bevor es rein ging kaufte ich mir noch ein paar Getränke und Snacks in einem der zahlreichen Shops direkt am Stadion.

Die billigste Eintrittskarte gab es für 5.000 TSH (ca. 2 EUR) vom fliegenden Händler vor dem Stadion. Dieses Mal war es wieder nur ein Kassenbon der vom Ordner nach Betreten des Grounds zerissen und entsorgt wurde. Ein teurere Kategorie braucht man sich gar nicht kaufen, da man den Großteil des Stadions damit begehen kann und auch eine komplette Umrundung ist für die Fotofreunde damit möglich. Einzig auf die VIP Tribüne kommt man damit nicht.

Im viel zu großen Benjamin Mkapa National Stadium trafen die Young Africans FC auf den Tanzania Prisons SC. Das sind doch mal Vereinsnamen! Yanga, wie wir Einheimischen sagen, ist neben dem Simba SC der größte Verein im Land. Wenn im Tansania Classico beide Vereine aufeinander treffen, kommen auch gut und gerne mal 70.000 Zuschauer in den 60.000er Ground. Das Spiel ist wohl sehr empfehlenswert.

Heute kamen dagegen nur um die 3.000 Leutchen, der Großteil natürlich “Junge Afrikaner” die für die meiste Stimmung sorgten. Um die 50 Fans in schwarz-weiß supporteten den Gefängnis Club.

Man konnte ungefähr vermuten was hier los sein kann wenn Hütte voll ist. Afrikatypisch wurde mit allen möglichen Instrumenten gespielt und auch erwarteten aufwendig verkleideten und bunt angemalten Fans waren unterwegs. In einem kleineren Stadion wäre die ganze Nummer deutlich besser gewesen. Das Uhuru Stadion nebenan hätte da ausgereicht, aber so konnte ich immerhin einen zusätzlichen Ground machen.

Leider fielen keine Tore und da Yanga auch noch einen Elfmeter feierlich vergab waren die Heimfans leicht angefressen. Für die den Prisons SC war der Auswärtspunkt ein Erfolg.

Nach dem Spiel hüpfte ich wieder in ein Bajaj und es ging zurück zum Apartment. Dabei kam ich noch mal in den Genuss des chaotischen Verkehrs von Dar-es-salaam. Ein großer Spaß für alle beteiligten. Mein Bajaj Fahrer gab alles, quetschte sich in jede noch so kleine Lücke und ballerte über sowas ähnliches wie Fußwege. Entgegen kommende Menschen wurden einfach weggehupt. Manchmal war es dann aber so voll, dass selbst uns nichts anderes übrig blieb als zu warten.

Außerdem wieß er mich darauf hin in einer bestimmten Gegend nahe des Stadions nicht auf dem Handy rumzuspielen. Es war bereits dunkel und das Handy von weitem sichtbar und scheinbar bestand die Gefahr, dass es mir aus der Hand gerissen wird. Sehr aufmerksam von dem jungen Mann! Irgendwie aber auch schon ein Zeichen dafür wie sehr ich mich in Dar sicher fühlte. Über die ganze Reise hatte ich keinen Grund für Bedenken oder mich irgendwo unwohl gefühlt, trotzdem sollte man immer wachsam bleiben.

Sonntag ließ sich leider kein weiteres Spiel oder anderer Sport auftreiben außer ein unterklassiges Spiel im Uhuru Stadion, dass ich ja nun schon besucht hatte. Da mache ich lieber einen weiteren entspannten Strand- und Pooltag als den erneuten Besuch. Revisits von Kunstrasenplätzen überlasse ich dann lieber dem Ostmöti ;)

Also war nach morgendlicher Poolrunde das Ziel dieses Mal die Kdimbwi Beach Bar mit dem dazugehörigen Strand. Immer noch nicht der sauberste Strand aber gefühlt wurde dieser immer besser umso weiter man sich von Dar entfernte. Auch die Wohnhäuser und Anwesen im grünen unter Palmen hinter dem Strand waren schön angelegt. Ein nette Wohngegend in Strandlage wo es sich aushalten ließ.

Damit war die Zeit in Tansania so gut vorüber, denn am nächsten Tag ging es mit dem Air Tanzania Flieger weiter nach Entebbe in Uganda.

Stadion:

Dar-es-Salaam – Karume Memorial Stadium

Spiel:

15.02.2020 – Green Warriors FC vs Arusha FC
Ligi Daraja la Kwanza – Kundi B – 2:2 – Z: 180

Bilder aus Dar-es-Salaam / pictures from Dar-es-Salaam – Tansania: www.sportandtravel.de/2020-02-15-dar-es-salaam-tansania

Report:

In den folgenden Tagen war bis zum Wochenende kein Sport geplant, also wurde ganz einfach ein bisschen Urlaub gemacht. Im Bereich Masaki, wo ich mein Apartment hatte, sehen die Strände nicht gerade sehr einladend aus, da sie völlig vermüllt sind. Den bekannten Coco Beach auf der Ostseite kann man sich sparen und auf der Westseite mit vielen ansässigen Fischern sieht es noch schlimmer aus. Wenn man dann etwas aus der Stadt raus fährt in Richtung Mbezi Beach wird es schon besser, aber richtig sauber ist es dort auch nicht.

Dar-es-Salaam hat ein Müllproblem und dieses verschandelt die Strände. Kein Wunder, dass es für die meisten Touristen gleich weiter nach Zanzibar oder auf Safari geht. Schade eigentlich, denn es wäre ziemliches Potential vorhanden.

Dar-es-Salaam hat als große und lebhafte Stadt alles zu bieten was man benötigt und man ist trotzdem relativ schnell raus aus dem Trubel der Großstadt am Strand. Nur ist dieser eben leider zu verschmutzt.

Im Bereich Mbezi Beach lies ich mich per Bajaj zum Konsulat von Jamaika fahren in dem sich wiederum das Restaurant Velisa’s befindet. Dort hieß es den ganzen Tag am Strand rumhängen und lecker essen. Hier gibt es auch ein paar kleine zutrauliche Affen die sich füttern lassen.

Am nächsten Tag verabredete ich mich mit Derrick, einem Guide und wir machten eine Stadtbesichtigung von Dar-es-Salaam. Dazu trafen wir uns im Zentrum und liefen durch die Innenstadt später zum Fischmarkt und zum bekanntesten Markt von Dar dem Kariakoo Market wo es angeblich alles zu kaufen gibt. Außer einen Schlüsselanhänger von Tansania oder Dar, den ich gerne als Souvenier mitgenommen hätte. Diesen konnte ich erst später bei der Weitereise am Flughafen kaufen

Ansonsten gab es auf dem Markt aber wirklich jeden Krempel. Interessanterweise befindet sich der Markt zum größten Teil außerhalb des eigentlichen Gebäudes. In den Straßen drum herum waren tausende Geschäfte, kleine Shops und Verkaufsstände. Ein Wahnsinn was hier los war. Da sollte man seine Wertsachen sicher verstaut am Mann tragen. Mit gesundem Menschenverstand passiert aber auch nichts. Dar wirkte auf mich ziemlich sicher bzw nicht unsicherer als jede deutsche Großstadt.

Angeblich ist Dar-es-Salaam die am schnellsten wachsende Stadt in Afrika. An manchen Stellen sieht man das auch. Es wird gebaut was das Zeug hält. Große Hochhäuser und auch die Erneuerung der Bahnlinie in Richtung der Hauptstadt Dodoma befinden sich im Bau. Ganz stolz ist man auch auf die neuen Stadtbusse die Dar Rapid Transit. Diese haben den Pendlerverkehr der Stadt deutlich verbessert und effektiver gemacht. Leider gibt es sie noch nicht auf der Route vom Zentrum zum Flughafen.

Um sich einen Überblick zu verschaffen reicht dann auch ein Tag in der Stadt. Danach empfehle ich sich auf den Weg zu den schönen Stränden auf Zanzibar oder (weit) außerhalb der Stadt zu machen oder z.Bsp. eine Safari zu machen. Diese nimmt dann schon ein paar Tage in Anspruch ist auch nicht ganz billig. Deswegen verzichtete ich dieses Mal darauf aber irgendwann werde ich sowas auch mal mitmachen

Samstag rollte dann wieder der Ball. Es sollte sogar ein kleiner Doppler werden mit Anstoß 16:00 und 19:00 und ca. 4 km zwischen beiden Stadien. Dazu schnappte ich mir wieder ein Bajaj was man hier an fast jeder Ecke findet und fuhr zum Karume Memorial Stadium am Rand der Innenstadt.

Das hier Fußball gespielt wurde war eigentlich reiner Zufall, denn ich hatte mich beim raus suchen der Ansetzung ein wenig vertan. Es hätte mir vielleicht früher auffallen können aber es ist eben auch keine Seltenheit, dass Vereine im Exil spielen. Ich wollte nämlich das Spiel von Biashara United aus Musoma im Karume Stadium sehen bei dem ich wusste, dass es das in Dar-es-Salaam gibt. Nur leider gibt es auch ein Karume Stadium in Musoma was mehr als 1.000 km von Dar entfernt ist. Der kleine feine Unterschied ist hier übrigens das fehlende “Memorial”!

Tatsächlich spielten heute in der Ligi Daraja la Kwanza die Green Warriors im gleichnamigen Stadion in Dar. Manchmal muss man halt ein bisschen Glück haben.

Das Karume Memorial Stadium, das großspurig als “The Home of Football” daher kommt, ist dann leider nur ein besserer Kunstrasen am Bürogebäude des Fussballverbands. An manchen Stellen stehen die unfertigen Gerüste einer Tribüne. Auf der Hauptseite hat man sich eine kleine provisorische Holztribüne hingezimmert.

Diese war auch voll besetzt. Der Planet stand senkrecht und knallte wie nichts Gutes also stellte ich mich mit Azam Cola und Handkäse in den Schatten um nicht völlig zu verbrennen, während der Einheimische lässig in der Sonne saß.

Auf der Gegenseite machten sich die aktiven Warriors Fans mit ein paar Fahnen breit und eine Musikgruppe war dabei, die fleißig musizierte und tanzte.

Ein paar Zuschauer schauten das Spiel kostenneutral vom Wohnhaus hinter einem Tor. Sie sparten sich die 2.000 TSH also ca. 80 Cent Eintritt für ein Ticket aus dem Vorjahr.

Nach dem flotten 2:2 ging ich noch in das Wohnhaus hinter dem Tor um ein paar Fotos zu machen und schnappte mir dann ein Motorradtaxi das mich für ein paar Złoty zum zweiten Spiel des Tages brachte.