"Wir machen gut Strecke!"

Riffa – Stād al-Bahrayn al-Watanī (Bahrain National Stadium)

Stadion:

Riffa – Stād al-Bahrayn al-Watanī (Bahrain National Stadium)

Spiel:

16.09.2021 – Al Ahli Club vs Manama Club
Bahrain, Premier League – 1:1 – Z: 300

Bilder aus Bahrain: http://www.sportandtravel.de/2021-09-17-bahrain/

Report:

Der nächste Länderpunkt musste her und zwar noch quicker und dirtyer als zuvor Usbekistan. Wie auch zu Usbekistan gibt es zu Bahrain eine Vorgeschichte. Hier war ich nämlich schon. Nur eben nicht zum Fussball.

Auf dem Weg nach Südostasien hatte ich das mal aufwändig eingebaut. Alles war natürlich spitz auf Knopf geplant und ich hatte nur einen Tag Auffenthalt. Was passierte? Richtig! An dem Tag war kein Fussball. Immerhin habe ich dann als Alternativprogramm den Basketball Länderpunkt gemacht. Die Bilder und den Bericht dazu gibt es hier: http://www.sportandtravel.de/20180412-al-muharraq-vs-al-ahli/

Bahrain und ich hatten also noch eine offene Rechnung die nun beglichen werden konnte. Am Ende war es aber ich, der bezahlte. Denn Bahrain ist nicht günstig. Das Land hat eine der stärksten Währungen der Welt und er Euro ist hier nicht ganz so viel wert.

Außerdem war ein Visum fällig. Dieses gibts “on arrival” wie wir frequent flyer sagen oder vorab online. Es kostet nur 9 Bahrain-Dinar (BHD). Hört sich nicht viel an, sind aber auch schon wieder gute 20 EUR.

Damit nicht genug. Es ist verpflichtend die bahrainische BeAware App herunterzuladen und über diese eine Gebühr von 36 BHD (ca. 82 EUR) zu zahlen. Die ist in der Theorie für drei PCR Tests. Einer bei Einreise, einer fünf Tage nach Einreise, einer zehn Tage nach Einreise.

Selbstverständlich nur wenn man so lange bleibt. Wenn man eher abreist sind die letzten beiden Tests aus bahrainischer Sicht nicht notwendig. Sie müssen trotzdem bezahlt werden. Es gibt keine Möglichkeit das an die Auffenthaltsdauer anzupassen.

Bevor man den Flieger besteigen und in Bahrain einreisen darf, muss man zusätzlich bereits in Deutschland einen negativen PCR machen, der nicht älter als 72 Stunden ist und beim Check in am Flughafen in Deutschland vorzeigen. Da gehen die nächsten 25 Euro für drauf. Da haben wir in Hamburg mit dem Gurgeltest sogar noch eine günstige Version. So ein PCR Test ist ja auch gerne mal teurer.

So ballert man also direkt mal über 125 EUR raus und ist noch nicht mal losgeflogen. Das übernahm die Lufthansa für gutes Geld. Ein Hotel war auch noch fällig, was zumindest preislich ok war. Insgesamt kommt für den Trip aber gut was zusammen.

Über die ganze Zeit, die man in die Planung, Vorbereitung und administrative Abwicklung investiert hat, reden wir da noch gar nicht. Ich will doch nur ein paar Tage nach Bahrain! Groundhopping mit der Brechtstange!

Nun gehts aber los. Mittwoch Morgen ab Hamburg über Frankfurt nach Bahrain.  Mit einem Stopover in Riad der Hauptstadt von Saudi-Arabien. Das heißt wer da raus will steigt aus, wer weiter nach Bahrain will bleibt im Flieger sitzen. Abends bin ich dann am Bahrain International Airport angekommen.

Hier läuft dann alles gut organisiert. Die Einreise war kein Problem. Das Visum war bezahlt, der Pass in Ordnung, die App auf dem Handy und auch dort die PCR Test Gebühren bezahlt. Kurzer Blick in den Pass, Stempel rein und welcome to Bahrain!

Dann wird man weitergeleitet Richtung Gepäckbänder wo auch der PCR Test bei Ankunft statt findet. Ein Schreibtisch wo nochmal Daten vom Pass eingetippt wird und eine bahrainische Bescheinigung für den bestehenden Impfschutz ausgestellt wird. Das ist quasi ein Kärtchen, dass die in Deutschland erfolgte Impfung bzw. das EU Impfzertifikat in Bahrain anerkannt wird. Steckt man mit in den Pass, kam aber im Verlauf der Reise nicht mehr zum Einsatz.

Dann geht man ein paar Meter weiter zum nächsten Schreibtisch. Da saßen zwei gut gelaunte junge Bahrainerinnen die den Abstrich mit dem Stäbchen vornahmen. Mit denen habe ich dann ein bißchen rumgealbert und meinen unwiderstehlichen Charme spielen lassen. Schon bekommt man das Stäbchen nur in ein Nasenloch, nicht in den Rachen und nicht bis zum Anschlag reingezimmert. Ganz zärtlich also. Geht doch!

Danach hat man sich auf direktem Wege zu seiner Unterkunft in Quarantäne zu begeben. Das wird aber nicht wirklich streng kontrolliert. Man kann schon noch mal links und rechts des Weges vielleicht was einkaufen oder Essen besorgen. Das habe ich dann auch gemacht.

Das Ergebnis gibt es nach ca. 12 Stunden und wenn das negativ ist, kann man sich als vollständig Geimpfter in Bahrain frei bewegen. Da war es gut geplant, dass ich abends ankam. Die Nacht über schlief ich eh im Hotel und am nächsten Tag war das Ergebnis da. Das war auch bei mir so und ich konnte das Hotel verlassen.

So ein Gerammel für eine kurze Reise nach Bahrain. Machen sich mal n Begriff!

Eine positive Übberraschung war das Hotel. Ein neues Hochhaus mit möblierten Apartments. Da noch nicht so viele Touristen wie vor Corona kommen, erhielt ich ein upgrade auf ein größeres Apartment. Viel zu groß für mich aber warum nicht.

Am Donnerstag Abend ging es dann zum Fußball ins National Stadion. Ich fuhr mit dem einzigen öffentlichen Verkehrsmittel, dem Bus. Dazu hatte mir ein eine 7 Tage Buskarte besorgt. Ich war zwar nicht so lange da, aber das ist die kleinste mögliche Zeitspanne. Die Karte kostet 3 BHD für eine Woche plus eine Einmalgebühr von 1 BHD für die wiederaufladbare Plastikkarte. Insgesamt also 9 Euro.

Eine einfache Fahrt kostet 300 Fils (die Unterwährung des Bahrain Dinars) und das sind ca. 70 Cent. Da lohnt sich die Karte irgendwann. Besonders da bei jedem Umstieg neu bezahlt werden muss.

Dank absolut grauenhaftem Verkehr kam ich kurz vor knapp am Stadion an und musst noch eine Zwischensprint hinlegen um pünktlich zu kommen. Da es auch abends noch super warm ist, brauchte ich fast die ganze erste Halbzeit um mich davon zu erholen.

Dafür gab es gleich zu Beginn der Tour das National Stadion von Bahrain und gleichzeitig das größte Stadion des Landes zu sehen. Ein 35 Tausender mit überdachter Haupttribüne und unüberdachter Gegengerade. Beide Tribünen reichen bis hinter die Tore, sind aber nicht miteinander verbunden und direkt hinter den Toren gibt es keine Plätze für die Zuschauer.

Genügend Platz also für die 300 Zuschauer die auf der Gegengeraden freien Eintritt hatten. Auf der Hautptribüne wurden VIP Tickets für 5 BHD angeboten. Ob es dafür nur gepolsterte Sitze und Tee oder ein all you can eat Buffet gab kann ich leider nicht sagen.

Ein ca. 30 Mann starker Fanblock vom Manama Club versuchte etwas Stimmung zu machen. Das wirkte in dem riesigen Stadion natürlich etwas verloren, aber immerhin rafft sich überhaupt jemand auf.

Mich wunderte, dass von Al Ahli kein wirklicher Support kam. Diese stellten zumindest damals beim Basketball einen stattlichen Stimmungsmob und zeigten was so geht. Fußball scheint sie nicht so sehr zu interessieren. Schade eigentlich.

Der Länderpunkt war nach einem Unentschieden zwischen dem Al Ahli Club und dem Manama Club eingefahren und ich hätte ihn direkt mit einem Revisit ein paar Minuten später bestätigen können. Heute fand hier wie so oft eine Doppelveranstaltung statt. Da war ich aber wenig motiviert und ich musste ja auch wieder zum Hotel zurück kommen.

Also ging es nach dem Spiel mit dem Bus wieder zurück nach Juffair.