"Wir machen gut Strecke!"

21.) Indonesien

Stadion:

Karawang – Stadion Singaperbangsa

Spiel:

29.04.2018 – Persita Tangerang FC vs Cilegon United FC
Indonesia Liga 2 – 0:0 – Z: 5.000

terima kasih Fentry!

Report:

Letzter Stopp der Reise war Jakarta. Hier sollte eigentlich das größte Spiel des Landes, Persija vs Persib, statt finden. Aber das wurde kurzfristig verlegt. Mittlerweile das dritte Mal. Völlig unverständlich. Jakarta hat ihr 80.000er Stadion für die Asian Games renoviert. Wahrscheinlich das modernste und sicherste Stadion des Landes und der Termin für das Spiel stand mindestens zwei Monate vorher fest. Auch Anstosszeiten werden in Indonesien gelegt wie man lustig ist. Zum Beispiel ein 11:00 Termin am Vormittag aus Sicherheitsgründen von der Polizei vorgegeben, hätte keine Sau gestört. Trotzdem findet man wieder irgend einen sinnlosen Grund um zu verschieben.

Eine Alternative für den Samstag gab es nicht, also blieb nur noch in der Mall abhängen und n bißchen Groundspoting sowie dieses Sonntagsspiel.

Wie im letzten Jahr war Fentry mein Fahrer der mich am Hotel abholte und nach Karawang einen Ort östlich von Jakarta brachte. Tangerang ist ein westlicher Vorort, baut aber gerade ein neues Stadion und weicht deswegen aus. So hat Tangerang also 90 km zum Heimspiel, und diese auch noch quer durch Jakarta, zu bewältigen. Was in der Realität locker 3 Stunden Anreise bedeutet.

Im Stadion bildeten die Heim- und Gästefans insgesamt mindestens !sieben! verschiedene Fanblöcke, die teilweise ein paar Meter nebeneinander ihr Ding durchzogen. Hab ich so auch noch nicht gesehen. Die Stimmung war trotzdem weltklasse. Selbst auf den unüberdachten Plätzen hinter den Toren in der prallen Sonne war immer Bewegung und eine gute Lautstärke. Außerdem wurden noch zwei Choreos gezeigt.

Der Fussball war Mist aber das Drumherum hat gepasst. Wird Zeit, dass das neue Stadion bald fertig ist. Wenn Persita dann wieder in gewohnter Umgebung spielt, könnte das durchaus interessant werden. Es kommen dann sicher noch mehr Leute und stimmungstechnisch können die Persita Fans bei den Großen mithalten. Werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

Somit geht auch diese Asienreise vorrüber. Am nächsten Tag brachte mich Fentry noch zum Flughafen und über Dubai ging es zurück nach Hamburg. Es wurden 5 Länder besucht, 4 mit Fussball die 3 neue Länderpunkte einbrachten.

Stadion:

Gianyar – Stadion Kapten I Wayan Dipta

Spiel:

25.04.2018 – Bali United FC vs Global Cebu FC
AFC Cup – Group G – Match Day 6 – 1:3 – Z: 2.154

Bilder aus Bali gibt es hier: www.sportandtravel.de/20180424-bali-indonesien/

Report:

Von Taipei ging es über Manila nach Bali. Ein wenig Urlaub stand noch an. Ich kam in der Nacht am Flughafen an und hier wird man gleich von Taximokeln belagert. Diese konnte ich elegant ingnorieren, da ich für die erste kurze Nacht auf Bali eine billige Absteige in Flughafennähe gebucht hatte zu der ich laufen konnte.

Am Flughafen trifft man auf eine Spezies die man häufig in Südostasien und besonders auf Bali sieht: Backpacker! Was für ein Volk. Hier ein paar Erkennungsmerkmale und Verhaltenskriterien:

– Backpacker tretten oft als Pärchen auf. Meistens zwei Freundinnen nach dem Abitur, Freund und Freundin oder zwei schmierige Travelbuddies.
– Mindestens ein riesen Rucksack pro Person ist Pflicht. Gern in Kombination mit einem weiteren Rucksack vorne umgeschnallt
– Da der große Rucksack hinten nicht ausladend genug ist wird an diesen hinten noch die Wanderschuhe oder ein Nackenhörnchen dran gefriemelt, wahlweise hat man dieses Nackenhörnchen bereits beim Betreten des Flughafens um den Hals
– da das immer noch nicht reicht wird noch ein Schlafsack und/oder eine Isomatte oben aufgeschnallt
– Sie trägt Dutt, weil es ja so latten heiß ist, und es so angenehmer ist, trotz des Fakts das Frauen mit Dutt grundsätzlich scheisse aussehen
– Dadurch wird Ihr Nackentatoo sichtbar, mit hoher Wahrscheinlichkeit chinesische Schriftzeichen oder ähnliche Ikebana Grütze, zu lesen von oben nach unten natürlich!
– Er, wenn er lange Haare hat, lässt sich Dreadlocks rein machen, auch wenn er blond und käsebleich ist
– modisch wird auf diese weiten MC Hammer Hosen zurückgegriffen, ganz vorn liegen die Dinger aus Thailand mit Elefantenmuster
– Diese hat man sich zwangsweise am Königspalast in Bangkok in einem Shop gekauft, da man in den Palast nur mit langen Hosen rein kommt, man aber völlig unvorbereitet dort mit kurzen Hosen ankam und von den Securitys zurück gewiesen wurde. Seitdem findet man die Hose aber ganz nice
– trotzdem bertritt Sie Tempel bei denen das nicht kontrolliert wird mit Hotpants und Trägertop
– in Restaurants kann Er gänzlich auf Oberbekleidung verzichten
– Er betritt im kalten März den Flughafen in Deutschland bereits mit Badelatschen an und Muskelshirt
– Er bewegt sich, wenn vorhanden, Bart-technisch im Hipsterbereich bzw. nähert sich immer mehr dem Äußeren von Jack Sparrow an
– Am Flugafen sitzt man im Schneidersitz teilweise vor den Bänken. So n kapitalistischen Scheiss wie Rücken- und Armlehne macht man nicht mit!
– im teuren Südostasien nimmt man sich die günstigste Absteige und selbst um diese wird noch gefeilscht, Ventilator ist bereits Luxus
– im vollen Rucksack schleppt man scheinbar tausend Klamotten mit, da diese in Südostasien super teuer sind genauso wie Wäschewaschen im Waschsalon die es in Bali zum Beispiel gaaaaanz selten gibt
– man will sich außerhalb der sogenannten ausgetrampelten Touristenpfade bewegen, hängt abends aber trotzdem in Legian Street oder Khaosan Road ab
– ungepflegtes Erscheinungsbild ist in und Duschen überbewertet
– gespeist wird bei den günstigsten Strassenständen und Garküchen um sich mindestens einmal pro Reise einen gepflegten Brechdurchfall einzuhandeln

Diese Auflistung ist noch lange nicht vollständig, aber es muss auch weiter gehen…

Nun also wieder zu den schönen Dingen des Lebens. Am nächsten Tag wechselte ich in ein weltklasse Hotel zum günstigen Preis und enstpannte die folgenden Tage am nahegelegenen Strand oder Hotelpool. Dieser war direkt vor der Terrasse meines Zimmers. Ein Traum!

Zum Fussball ging es auch noch. Bali United spielte im AFC Cup aber leider ging es um nichts mehr. Deswegen war der Zuschauer Andrang deutlich geringer als sonst. Aber wenn man schon mal hier ist, geht man natürlich hin.

Richtig widerlich waren bei dem Spiel nur irgendwelche Westler (wahrscheinlich Backpacker) die voll waren bis unters Dach und im Supportblock von Bali United mitmischten. Ein Vogel stellte sich sogar auf den Vorsängerpodest und machte sich zum Affen. Der Indonesier/Balinese lächelt natürlich immer ganz nett aber innerlich werden die meisten den Kopf geschüttelt haben. Anderswo hätte es für solche Leute ne Tracht Prügel gegeben. Aber immerhin hat man dann zu Hause in Perth was zu erzählen.

Ein Foto vom auf dem Zaun ausgebreiteten Südkurve München Schal durfte bei einem Besucher auch nicht fehlen und ganz Verstörte liefen direkt im Bayern Trikot auf. Gute Besserung!

Bali ist wie erwartet sehr touristisch. Zur Zeit meines Besuchs aber nicht überfüllt, von daher war es selbst am Kuta Beach nicht zu voll und geradezu sauber. Sogar die Strandverkäufer waren zurückhaltend und kaum präsent. Da hat man im Internet schon ganz andere Zustände gesehen. Was hier in der Hochsaison los ist möchte ich trotzdem nicht wissen.

Ewiges rumgekurve, Gelaufe und Geklettere um DEN Secret Beach zu finden um dann dort ne halbe Stunde allein abzugammeln sparte ich mir. Dafür war die Hotelanlage viel zu schön, mir meine Zeit zu schade und Kuta Beach zu nah und völlig ausreichend. Da haben touristische Gegenden eben doch den Vorteil, dass alle Annehmlichkeiten wie Essen und Trinken direkt verfügbar sind.

Stadion:

Bogor – Pakansari Stadium

Spiel:

12.03.2017 – Pusamania Borneo FC vs Arema FC
Piala Presiden – Finale – 1:5 – Z: 20.000

terima kasih Fentry!

Bilder und Bericht über Manado und Jakarta hier: www.sportandtravel.de/20170306-11-indonesien-jakarta-manado/

Report:

Frühzeitig ging es am Sonntag Morgen mit Fentry vom Hotel die ungefähr 50 km bis nach Bogor zum Stadion Pakansari. Obwohl der größte Teil der Strecke auf der Autobahn zurück gelegt wurde, dauerte die Anreise knapp 2 Stunden, da es in Stadionnähe verständlicherweise immer voller wurde.

Busseweise reisten die Arema Fans heute an. Wahrscheinlich auch viele Umlandfans. Sie stellten heute den Hauptteil der Zuschauer. Die Borneo Fans hatten da die deutliche längere und aufwändigere Anreise und waren dementsprechend nicht so stark vertreten. Ich denke aber immer noch sehr respektabel für die Entfernung und indonesische Verhältnisse.

Auffällig war der niedrige Altersdurchschnitt der Stadionbesucher. Man sah meist stets gutgelaunte junge Leute. Viele wollten auch gerne mit auf meine Fotos drauf wie sich unschwer erkennen lässt. Ich konnte übrigens keinen weiteren “Bule” im Stadion entdecken. Die einzigen Ausländer waren in den Mannschaften zu finden.

Ein großes Aufgebot an Polizei und Miliz sicherte das Spiel ab, besonders weil heute auch der Präsident von Indonesien Joko Widodo höchstpersönlich anwesend war. Insgesamt wirkten die Sicherheitskräfte aber sehr entspannt.

Ganz ausverkauft war das Spiel nicht und die Ticketbeschaffung war kein Problem, denn es schwirrten überall im Stadionumfeld fliegende Händler herum die Karten anboten. Hier kauft ich auch für Fentry in VIP Ticket, was einfach nur Hauptribünenticket bedeutet, und lud ihn zum Spiel ein.

Das Spiel war dann nicht so spannend. Arema führte zur Halbzeit bereits 3:0 schlug Borneo am Ende klar mit 5:1. Hier tat sich besonders “El Loco” Cristian Gonzáles von Arema mit 3 Toren hervor der dadurch Topscorer und Spieler des Turniers wurde. Der mittlerweile 40-jährige uruguayisch-indonesische Stürmer ist in Indonesien berühmt berüchtigt aber auch sehr beliebt.

Die paar hundert Pusamania Borneo Fans konnte man das Spiel über kaum vernehmen aber verständlich denn gegen die tausenden Arema Fans konnten sie nicht ankommen. Diese hingegen sorgten für richtig gute Stimmung das ganze Spiel über. Die Hälfte des Stadion war Supporter Zone und aus allen Ecken entwickelten sich die lautstarken Gesänge. Inklusive der in unseren Gefilden bekannten Hüpf- und Klatscheinlagen. Ein zwei unbekannte Melodien gab es auch zu hören. Sogar das von den Isländern bekannte “Ahu” wurde in der indonesichen Version mit einem anschließenden Lied vorgetragen.

Die Indonesier können richtig gut am Rad drehen! Meiner Meinung nach das Beste was es in Südostasien auf den Rängen gibt.

Zum Abpfiff des Spiels durften auch noch die Pyromanen auf Arema Seite ran und fackelten noch ordentlich einen ab. Scheint hier irgendwie Mode zu sein, das nach Abpfiff zu machen. Vielleicht entgeht man da höheren oder überhaupt irgendwelchen Strafen weil der offizielle Teil ja vorbei ist. Ist aber nur eine Vermutung. Insgesamt eine ziemlich gute Veranstaltung!

Nach der ewig langen Auszeichnungs- und Pokalübergabezeremonie traf ich mich wieder mit Fentry am Auto und es ging zurück nach Jakarta zum Hotel.

Fentry, the best driver in Jakarta!

Ich hab Polizei!