"Wir machen gut Strecke!"

57.) Ruanda

Stadion:

Kigali – Kigali Stadium / Stade Régional de Nyamirambo

Spiel:

21.02.2019 – APR FC vs Musanze FC
Azam Rwanda Premier League – 2:0 – Z: 1.400

Bilder aus Kigali gibt es hier: www.sportandtravel.de/2019-02-21-kigali-ruanda/

Report:

Heute wurde der ganze Tag etwas ruhiger angegangen. Wir mussten erst mal ausschlafen und erst nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet auf der Hotelterasse mit Blick über die Stadt, ging es langsam los. Wir liefen bis zur Hauptstraße und orderten uns wieder zwei Motorradtaxis.

Das heutige Ausflugsziel war das Kigali Genocide Memorial. Das Völkermorddenkmal erinnert an die schrecklichen Ereignisse im Jahr 1994 als die Hutus auf grausamste Weise Tutsis ermordeten. Die Zahlen variieren hierbei von 500.000 bis 1.000.000 Opfern.

Nach einer Filmvorführung kann man das Museum betreten welches die Geschichte mit teilweise erschreckendem Bildmaterial aufarbeitet. Weitere Ausführungen würden hier den Rahmen sprengen deshalb verweise ich auf zahlreichen Informationen die es dazu zum Beispiel im Internet gibt.

Hier wurde auf jeden Fall ein schöne Anlage und ein informatives Museum errichtet die dem Anlass und einem würdevollen Gedenken gerecht wird. Wer in Kigali ist sollte das Denkmal besuchen. Im übrigen hat man von der Straße an der Gedenkstätte wahrscheinlich den besten Ausblick über das Stadtzentrum Kigalis.

Von hier aus war es wieder kein Problem an der Straße zwei Motorradtaxis zu finden und unseren Weg fortzusetzen. Es sollte wieder zum sportlichen Teil der Reise übergegangen werden.

Wir fuhren in die gleiche Ecke vom Vortag, denn in kurzer Entfernung vom Mumena Stadion befindet sich auch der Spielort der heutigen Ansetzung das Kigali Stadion bzw. Stade Régional de Nyamirambo.

Überpünktlich angekommen ließen wir uns noch in einem Straßenimbiss nieder als es auf der Straße vor dem Stadion plötzlich laut wurde. Der Auswärtsmob vom Musanze FC erreichte gerade in Bussen das Stadion. Afrikatypisch und so wie man es hier sehen will mit Trommelklängen und Tänzen, Fahnen und bunt bemalten oder verkleideten gut gelaunten Menschen.

Im Stadion traten die Heimfans von APR ähnlich auf. Für gute Stimmung war also gesorgt. Über die gesamte Spielzeit wurde von den aktiven Supportern gesungen und musiziert. Die Unterstützung ist natürlich nicht vergleichbar mit Europa, aber es wird definitiv ein gute Atmosphäre produziert.

Beide Fangruppen sammelten sich nebeneinander friedlich feiernd auf der Gegengerade während wir es uns auf einem schattigen Plätzchen in der Kurve neben der lang gezogenen Hauptribüne gemütlich machten. Hier setzte sich ein kleiner Junge neben uns der seine Augen gar nicht von den Weißbroten lassen konnte. Eine Verständigung war nicht wirklich möglich wegen den mangelnden Sprachkenntnissen auf beiden Seiten aber den kleinen Supporter auf einen Mangosaft einzuladen haben wir noch hinbekommen.

Der Armée Patriotique Rwandaise Football Club kurz APR FC gewann das Spiel mit 2:0. Es gab zum Glück einen etwas besseren Fußball als am Vortag zu sehen. Immer wieder bemerkenswert wie die Spieler bei der Hitze 90 Minuten lang rennen können.

Im Stadion muss ich noch einen Aspekt des großartigen Sicherheitskonzept erwähnen: Um auf die Haupttribüne zu kommen benötigt man die entsprechend etwas teureren Tickets. Diese werden dann am Durchgang zur Tribüne kontrolliert. Nur leider kann man auch hinter der Tribüne lang laufen und über einen Zugang von hinten unkontrolliert auf die Haupttribüne gehen. Das Konzept müssen die Zuständigen wohl noch mal überarbeiten ;)

Der sportliche Teil Ruandas war somit erledigt und mit dem Motorradtaxi ging es den bekannten Weg für wenig Geld zurück zum Hotel. Den Abend ließen wir mit Pizza, Burger und Nudeln auf der Hotelterrasse ausklingen.

Insgesamt hat mir der Aufenthalt in Kigali sehr gut gefallen. Es gab keine Abzocke oder sonstige Nervereien. Hier und da neugierige Blicke aber mehr auch nicht. Selbst die Miliz war entspannt. Alles war sauber, sicher und ordentlich. Die Spiele liefen auch nach Plan und so hinterlässt Ruanda einen sehr guten Eindruck.

Am nächsten Morgen fuhr uns der Hotel Shuttle zum Flughafen und mit etwas Verspätung flogen wir mit Rwandair nach Nairobi.

Stadion:

Kigali – Mumena Stadium

Spiel:

20.02.2019 – SC Kiyovu vs Kirehe FC
Azam Rwanda Premier League – 1:0 – Z: 650

Bilder aus Kigali gibt es hier: www.sportandtravel.de/2019-02-20-kigali-ruanda/

Report:

Zum ersten Mal sollte es für mich nach Afrika gehen. Mir schwebte eine Kombination mit Spielen unter der Woche in Ruanda und am Wochenende in Kenia vor. Der bereits afrikaerfahrene Bier Baron bekundete starkes Interesse an der Reise und so buchte ich uns die Turkish Airlines Gabelflüge von Hamburg über Istanbul nach Kigali und den Rückflug zurück von Nairobi aus. Beim Transfer von Kigali nach Nairobi fiel die Wahl auf den Oneway von Rwandair.

Dazu buchte ich noch zwei schicke Hotels in Kigali und Nairobi und fertig war die Tourplanung. Jetzt musste ich mir noch die für beide Länder geforderte Gelbfieberimpfung besorgen. Dank online Termin im Impfzentrum Altona war auch das schnell aber kostenintensiv erledigt. Da kommt man aber leider nicht drum herum.

Am Dienstag ging es los. Turkish Airlines ist eine top Fluglinie mit guter Verpflegung an Bord und anständigem Entertainment Programm und so ging die Flugzeit gut rum. Der Bier Baron verschönerte sich die Reise standesgemäß mit ein paar Efes Bieren. Ankunft dann gegen 1:30 Nachts. Man legt 30 US Dollar fürs Visa on arrival hin und nach kurzer Einreiseprozedur verließen wir den Flughafen wo auch schon unser Hotelshuttle mit Namensschild bereit stand. In wenigen Minuten waren wir dann im Hotel und verschwanden auch direkt in die Betten.

Nach gutem Frühstück und nachdem sich ein kleiner Regenschauer gelegt hatte, liefen wir recht planlos einfach mal los. Hier in Kigali fiel uns direkt auf wie sauber und aufgeräumt alles aussah. Was wohl an dem konsequent durchgesetzten Plastiktütenverbot liegt und an einem kollektiven Putztag (Umuganda) der jeden letzten Samstag des Monats statt findet. Hierbei sind die Bewohner des Landes aufgefordert am Morgen die Straßen zu fegen und den Müll aufzusammeln. Die positiven Auswirkungen sind sofort sichtbar und nicht umsonst gilt Kigali als sauberste Stadt Afrikas.

Die meisten Straßen sind gemacht, es liegt tatsächlich so gut wie kein Müll rum, keine rumstreunenden Katzen oder Hunde und nur wenige Lungerfüchse. Da sieht es anderen Teilen Afrikas, obwohl ich noch nicht da war, deutlich anders aus. Was der Bier Baron genauso sah und spätestens in Nairobi bewiesen wurde.

Die Stadt ist außerdem sehr grün und liegt auf vielen Bergen bzw. Hügeln, so dass es immer auf und ab geht, dafür aber oft schöne Ausblicke bietet. Die Bilder aus Kigali gibt es oben im Link.

Nach dem ganzen Gelaufe bei mittlerweile schönsten Sonnenwetter schnappten wir uns zwei Motorrad Taxis die man an jeder Ecke findet und uns umgerechnet für einen Euro ins Zentrum fuhren. Dies ist übrgens eine sehr gute Möglichkeit sich in Kigali fortzubewegen. Busse gibt es auch die zum einem aber langsamer sind und bei denen man aber erst mal die Routen durchschauen muss. Taxis sind deutlich teurer und stehen genauso wie der Bus im Stau. Da wo sich das Motorrad mal eben lässig durchschlängelt.

Im Zentrum gab es auf der Dachterrasse eines Restaurants noch ein paar Getränke bevor zum ersten Spiel der Tour ging. Wir nutzten wieder die Motorrad Taxis und fuhren an den westlichen Stadtrand zum Mumena Stadium. Ein Kunstrasenplatz mit kleiner Pulje Tribüne und tollen Panorama Ausblick über die Hügel der Stadt.

Für 1.000 Ruanda Franc (RWF), also ungefähr einem Euro, ging es ins Stadion. Mit uns dabei gute 650 Zuschauer und zahlreiche Zaungäste. So viele Zuschauer hatten wir gar nicht erwartet. Die Supporter von SC Kiyovu sorgten auch für die Stimmung. Mit Tröten, Trommeln und Tänzen ging sie auf der Gegengeraden ab. Der weltklasse Ausblick rundete die ganze Veranstaltung ab.

Nur auf dem Platz wurde nicht allzuviel geboten. Ein schwacher 1:0 Heimsieg wobei Kiyovu noch einen Elfmeter vergab. Es reichte trotzdem und die Fans der Gegengerade konnten trotz Miliz nach Abpfiff den Platz stürmen und mit der Mannschaft feiern. Unser Grund zum feiern war natürlich der Länderpunkt Ruanda.

An der Hauptstraße zum Stadion standen nach dem Spiel schon die Motorradtaxis bereit und brachten uns 11 km quer durch die Stadt für schlanke 2 Euro, in denen bereits 50 Cent Trinkgeld enthalten waren, zu unserem Hotel. Damit war der Sporttag in Kigali aber überraschenderweise noch nicht zu Ende …