"Wir machen gut Strecke!"

70.) Tansania

Stadion:

Mlandizi – Mabatini Football Ground

Spiel:

Mbeya Kwanza FC vs Ndanda FC

First Division League – Group A – 2:1 – Z: 100

Report:

Der letzte Sporttag in Tansania stand an. Geplant war ein Spiel in Mlandizi gute 65 km von Masaki entfernt. Der Ort liegt an der Hauptstraße Richtung Morogoro. Der Plan war es wieder mit dem Motorrad zum Mbezi Busbahnhof zu fahren und von dort die restlichen 40 km mit dem bereits bekannten Bus zu fahren und dann unterwegs einfach rauszuspringen. Gesagt getan.

Angekommen am Busbahnhof wieder das bekannte Gewusel und Unmengen neue beste Freunde. Diese wurden gekonnt abgeschüttelt und auf direktem Wege ging es zum Aboud Bus. Ticket kaufen und rein in die Kiste. Nur leider kam dieser heute irgendwie so gar nicht in Fahrt.

Kurz mal auf tansanianisch eine Weg-Zeit-Berechnung gemacht. Diese ergab nichts Gutes. Anderthalb Stunden mit dem Bus für 40 km könnte sehr knapp werden. Also kurzentschlossen wieder raus, Ticket zurück gegeben, Geld zurück und raus auf die Straße zu den Felsen in der Brandung. Ihr ahnt es …

Nach kurzen Verhandlungen und als ich dem Fahrer richtig verklickert hatte, dass er wirklich so weit aufs Dorf fahren sollte, rollten wir los. Ohne Helm und doppelten Boden. No Fun, no Risk wie wir beim Groundhoppaar sagen.

An diesem Sonntag war die Straße gut befahren, aber nicht überfüllt. Wir kamen gut voran. LKW’s und Busse wurden lässig überholt. Genause wie Schnarchnasen in Autos. Auf der gesamten Strecke gab es vielleicht fünf vernünftige Autofahrer in gut motorisierten Jeeps oder SUV’s die mal n bisschen draufdrückten und uns davon fuhren. Natürlich nicht ohne, dass wir sie ein paar Kilometer beim nächsten kleinen Stau wieder überholten. Der Rest pennt vor sich hin. Mit freier gerader Strecke kann der Tansanier nicht umgehen. Wahrscheinlich völlig ungewohnt.

In Mlandizi wurde ich direkt am Stadion rausgelassen. Die haben sich auch gefragt was der Muzungu hier will. Eintritt gabs für 2.000 TSH (0,70 EUR) beim Spiel Mbeya Kwanza FC gegen Ndanda FC. Warum der Club aus Mbeya gute 800 km von der Heimat entfernt spielt, konnte mir auch keiner richtig erklären. Scheint aber eine ganz großartige Idee zu sein.

Ansonsten eine ruhige Veranstaltung mit 100 Zuschauern die ohne größere Gefühlsausbrüche das Spiel verfolgten.

Danach lief ich ein Stück Richtung Haupttstraße, den größten Teil davon ließ ich mich per Motorrad fahren. An der Haupttstraße kommen dann ständig Reisebusse und Kleinbusse die, in Richtung Osten, im Prinzip alle nach Dar-es-Salaam fahren. Die Fahrt sollte dann 3.000 TSH (1 EUR) kosten. Also rein ins nächst beste chinesische Gefährt.

Ein paar Kilometer vor dem Erreichen des Mbezi Busbahnhofs hatten wir noch einen kleinen Unfall. Es ist niemanden etwas passiert. Unser Bus streifte ein Auto oder umgekehrt. Was genau passierte wird niemals aufgeklärt. Es gab jeweils nur ein paar Kratzer bei beiden, bei denen nicht mal genau feststellen kann ob diese neu sind oder schon länger da waren. Jedenfalls standen wir erst mal in der Dunkelheit rum. Es wurde diskutiert und an den Fahrzeugen rumgewundert. So wirklich brachte das aber kein Ergebnis und ich will gar nicht wissen wie lange das noch gedauert hat.

Denn ratet mal was jetzt geschah? Richtig! Aus dem fließenden Verkehr winkte ich mir ein Motorrad aus dem Verkehr! Die Lösung fast aller Probleme! Ab dem Mbezi Busbahnhof hätte ich eh darauf unsteigen müssen. Der Fahrer brachte mich sogar bis nach Masaki. Also alles nicht so wild. Damit war auch das geschafft und der sportliche Teil der Reise mal wieder erledigt.

Für die Rückreise musste ich mich noch um einen negativen PCR Test kümmern. Dazu ging es zuerst zum National Laboratory, was scheinbar seit einiger Zeit keine Tests mehr anbietet. Also weiter zum nächstbesten Krankenhaus. Dort machte man den Test mit mir, obwohl ich die notwendige Gebühr noch nicht überwiesen hatte. Das Ergebnis sollte ich dann aber erst nach bestätigtem Zahlungseingang erhalten.

Also musste ich noch bei einer Bank in der Nähe das Geld einzahlen. Ein paar Minuten später hatte ich die Zahlungsbestätigung auf dem Handy und noch mal ein paar Minuten später auch die Bestätigung, dass das  Krankenhaus den Geldeingang registriert hat. Die ganze Aktion füllte meinen Vormittag. So verbringt man doch gerne seinen Urlaubstag.

Am Nachmittag des nächsten Tags kam das negative Ergebnis und damit durfte ich am Abend dann am Flughafen einchecken und zurück fliegen. Fast zwei Wochen im schönen Tansania mit Fußball, Safari, Strand und Sonne waren den Aufwand wert. Zum Derby sehen wir uns wieder!

Stadion:

Dar-es-Salaam – Azam Sports Complex (Chamazi Stadium)

Spiel:

15.05.2021 – Azam FC vs KMC FC
Ligi kuu Bara / Vodacom Premier League – 2:1 – Z: 450

Report:

Zurück in auf Masaki hatte ich ein Hotel, leider ohne Pool, dafür aber der besseren Kategorie mit Bars, Pubs, Imbissen und Restaurants direkt vor Tür. Also wurde sich durch das reich- und fleischhaltige Angebot probiert.

Am Spieltag dann bis Mittags ausgepennt und auf dem klimatisierten Zimmer abgehangen. Anpfiff für Azam FC gegen den Kinondoni Municipal Council FC sollte erst 19:00 sein. Das Stadion liegt mehr als 30 km von Masaki entfernt. Dafür ließ ich mir über das Hotel einen Bolt Fahrer ordern.

Das war auch so n Kandidat. Nach der Hälfte der Strecke stellte er dann fest, dass das ja ganz schön weit ist und 30 km durch Dar-es-Salaam fahren unglaublich viel Freude macht. Ich meine wenn ich als Bolt Fahrer die Fahrt annehme sehe ich doch von wo nach wo bzw. wie weit ich fahren soll und ich lebe hier, also weiß ich auch was mich für ein Verkehr(schaos) erwartet.

Da fragt man sich auch was das soll. Ich habe mindestens zwei Theorien.

Nummer 1: Das ist einfach Unvermögen. Zu doof sich die angefragte Fahrt und Route genauer anzuschauen. Einfach auf Annehmen drücken, der Rest wird schon.

Nummer 2: Das ist ein geschickt eingefädeltes Vorgespräch um am Ende mit diesen Begründungen den Fahrpreis zu erhöhen. Konnte ja keiner ahnen, dass die gebuchte Fahrt über 30 km tatsächlich 30 km lang ist und als Dar-es-Salaamer Fahrer konnte man nun wirklich nicht mit so einem krassen Verkehr rechnen!

Soweit kam es aber gar nicht. Gegen 18:30 Uhr und ca. 10 km vor dem Stadion ging plötzlich nichts mehr. Eine aufgerissene Straße die nur noch eine Staubpiste war. Alles war verstopft und wie immer wuselten Menschenmassen durch die Gegend. LKW’s kamen nicht voran und blockierten den Weg. Alles was Räder hatte war auf der Straße unterwegs oder stand vielmehr. Außer natürlich die Retter in der Not: die Motorradtaxis.

Ich einigte mich mit dem Fahrer, dass ich aussteige und anteilig für die zurückgelegt Strecke zahle. Das war für ihn auch in Ordnung. Alles easy in Afrika. Dann bin ich raus aus der Karre und zu den Motorradtaxis am Wegesrand gelaufen. Da schlackerten die Öhrchen im nicht-touristischen Außenbezirk von Dar, wenn der blonde Muzungu durch den Staub im spärlichen Licht der Abendsonne durch das Chaos zielstrebig auf die wartenden Fahrer zuläuft. Das muss wie in einem Western ausgesehen haben.

Auch weit außerhalb des Zentrums läuft alles entspannt. Die Stichworte Azam, Football und Stadium reichten und ein Fahrer bestätigte, dass er da Ziel kannte. Kurze Preisverhandlung und schon konnten wir los. Wir schoben uns durch die stehenden Fahrzeuge und Menschenmassen und nach ein paar hundert Metern konnten wir auf eine andere Straße abbiegen auf der der Verkehr wieder halbwegs lief.

Ungefähr 10 Minuten vor Anpfiff erreichten wir den Azam Sports Complex bzw. das Chamazi Stadium. Also noch genug Zeit für eine kalte Mirinda. Für 3.000 TSH gab es den Zutritt ausgedruckt auf einem Kassenbon.

Irgendwas über 400 Zuschauer fanden sich zu dem Spiel ein. KMC war mit einer handvoll unauffälligen Gästen anwesend. Azam hingegen hatte eine kleine Fankurve auf der Gegengeraden mit den üblichen Tänzern, Trötern und Trommlern. Außerdem waren Megaphone das Mittel der Wahl. Auf der klapprigen Stahlrohrtribüne mit Holzplanken scheppert es schön laut beim permanenten Gespringe der Fans. Da kann man auch mit wenigen Leuten richtig Lärm machen.

Mittendrin eine Frau mit einem schlafenden Baby auf dem Arm die zur Musik mittanzt. Ganz normaler Gang! Da läuft allen Helikoptereltern ein kalter Schauer den Rücken runter! Im Video auf Facebook www.facebook.com/sportandtravel.de kann man sich das anschauen.

Mit einem Last-Minute-Tor holt Azam den Heimsieg und der Mob konnte nochmal richtig durchdrehen. Im Pulk feiernd wurde dann gemeinsam das Stadion verlassen. Ich schnappte mir wieder ein Motorrad und deutlich schneller und entspannter fuhren wir zurück nach Masaki wo der Abend beim Fleischgrill der tausend Köstlichkeiten beendet wurde.

Stadion:

Mbeya – Sokoine Stadium

Spiel:

13.05.2021 – Mbeya City FC vs Ruvu Shooting FC
Ligi kuu Bara / Vodacom Premier League – 2:0 – Z: 500

Bilder vom Tansania Beach Hotel: http://www.sportandtravel.de/2021-05-12-tansania-beach-hotel/

Report:

Zurück in Dar-es-Salaam, vom Fussball und Safari in Morogoro, stand Urlaub an. Dazu suchte ich mir ein schönes Strandhotel etwas außerhalb der Stadt in Mbezi Beach. Dieses hatte ich vorher nicht gebucht, sondern bin einfach mal hingefahren. Dort habe ich mir die Anlage angeschaut, die auch im echten Leben hielt was sie im Internet versprach, und mich dann dafür entschieden.

Einfach nur relaxen am Pool muss auch mal sein. Das Hotel hatte auch einen gepflegten Strandzugang, außerdem waren nicht viele Gäste dort. Manchmal hatte ich den Pool mit Blick aufs Meer dann für mich ganz allein. Das Instagramer und Backpacker verseuchte Zanzibar braucht da doch kein Mensch ;)

Erstmal blieb ich nur für einen Tag, da es mir so gut gefallen hat, habe ich am nächsten Tag einfach für eine weitere Übernachtung verlängert.

Beim späten Frühstück gegen 11:30 fasste ich spontan die Entscheidung. Kurz vor Check out um 12:00 bin ich kurz bei der Rezeption vorbei gegangen, gesagt dass ich noch eine Nacht bleibe, Karte durchgezogen und fertig.

Erst im Verlauf meiner Reise bestägtigte sich dann das Spiel in Mbeya, kurz vor Sambia, am Donnerstag Nachmittag. Ein spitzen Anstoßtermin für die erste Liga und nur schlappe 800 km von Dar entfernt. Also wahrscheinlich eine schöne 24stündige Busfahrt. Oneway! Braucht keine Mensch!

Deswegen buchte ich mir am Anfang der Woche spontan auf dem Hotelbett liegend am Handy einen Flug nach Mbeya. Schöne neue Welt!

Der Ort hat zum Glück einen kleinen Provinzflughafen. Hinflug am Donnerstag Morgen und zurück Freitag Mittag für ca. 100 EUR. Kein Schnapper aber auch nicht unerschwinglich teuer. Besonders für eine Buchung nur ein paar Tage vorher.

Nach zwei Tagen Faulenzen fuhr ich zum Terminal 2 des Julius Nyerere International Airport. In anderthalb Stunden flog ich mit Precision Air standesgemäß auf Sitzplatz 1A zum Songwe Airport etwa 22 Kilometer außerhalb von Mbeya. Da hatte ich mich ein bisschen vertan. Ich dachte der Flughafen ist mitten in der Stadt. Das stellte aber auch alles kein Problem dar. Im Shared-Taxi ging es unkompliziert in die Stadt.

Direkt neben dem Stadion hatte ich mein Hotel und noch genug Zeit für eine verspätetes Mittagessen mit einer Pizza in einem anderen Hotel. Viel mehr gibts von Mbeya auch nicht zu berichten. Die Stadt ist jetzt nicht so spannend.

Also auf zum Fußball! Aus einem Auto vor dem Stadion wurden die Tickets verkauft. Den Eintritt gab es für 3.000 TSH (ca. 1 EUR) und schon durfte man rein in die wunderbar gelegene Schüssel mit Platz für gut 10.000 Menschen und herrlichem Blick auf die umliegenden Berge. Ziemlich weites Rund mit ranzigen Stufen einmal rundherum, besonders erhöht in der Heimkurve hinter dem Tor. Die Stufen sind dort so hoch wie das Dach der langgezogenen Haupttribüne.

Um die 500 Zuschauer lockte das Spiel des Mbeya City FC (oder auch Mbeya City Council FC) gegen Ruvu Shooting in der ersten Liga. Gästefans waren keine auszumachen, aber es gab eine kleine Heimkurve die ordentlich Alarm machte. Angepeitscht wurde dort durch Trommeln und andere Gegenstände die kreativ als Klanginstrumente benutzt wurden. Besonders bei den zwei Torjubeln ging der Mob steil.

Beim durchlaufen der Kurve merkte ich, dass hier wohl auch Alkohol im Spiel ist und zwar nicht zu wenig! Ein Fan reichte mir den Zaubertrank in einem Gefäß das definitiv keiner DIN- und Hygiene Norm entsprach, da musste ich leider freundlich ablehnen. Mit dem Zeug hätte ich wahrscheinlich die Nacht durchgetanzt.

Unterstützt wurden die Support Bemühungen außerdem durch einen kleinen Transporter mit Boxen, der direkt vor der Kurve stand, und vor und nach dem Spiel für die Musik sorgte bzw. von dem ab und zu Anfeuerungen gestartet wurden.

Der seltene Besuch vom Muzungu im Stadion sorgte für etwas Erstauen, aber ich wurde überall freundlich gegrüßt und willkommen gehießen. Im Gegenzug stellte ich mich natürlich für das ein oder andere Foto bereit. Irgendeiner hielt mir sogar noch ne Mikro vors Gesicht und ich sollte die Meute anpeitschen. Danke, aber das überlasse ich dir! Erst recht mit meinen eingerosteten Swahili Kenntnissen.

Mit diesen Erlebnissen war die Pflicht in Mbeya getan. Ab zum Hotel und relativ früh ins Bett. Am nächsten Tag ging es auch schon wieder zurück nach Dar. Ich musste nur kurz an der Straße warten, da kam auch schon der erste brauchbare Motorradfahrer der bereit war mich zum Flughafen raus zu fahren.

Am kleinen Terminal ist dann nicht wirklich viel los. Ab und zu kommte mal ein Flieger, also vielleicht fünf am Tag. Alles höchst entspannt. Man will sich aber vergrössern. Ein neues Terminal befindet sich im Bau.

Nachmittags war ich dann auch schon wieder in Dar. Am Flughafen der übliche Gang zur Hauptstraße, Mororrad Taxi anhalten, Preis verhandeln und los geht die Fahrt nach Masaki wo ich für den Rest der Reise mein Hotel hatte.

Stadion:

Morogoro – Jamhuri Stadium

Spiel:

09.05.2021 – Mawenzi Market FC vs Njombe MJI FC
First Division League – Group A – 0:1 – Z: 150

Bilder aus Morogoro: http://www.sportandtravel.de/2021-05-09-morogoro-tansania/

Bilder aus dem Mikumi Nationalpark: http://www.sportandtravel.de/2021-05-10-mikumi-nationalpark-tansania/

Report:

Für diese Ansetzung hatte ich vorab keine Bestätigung auftreiben können, ob wirklich in Morogoro gepielt wird. Das Spiel war immerhin auf dem Spielplan vom Verband gelistet. Also lief die ganze Aktion unter dem Motto: Versuch macht kluch!

Geplant hatte ich sowieso von Morogoro aus eine Safari im Mikumi Nationalpark zu machen.

Die Stadt ist ca. 200 km von Dar-es-Salaam entfernt. Richtung Westen ins Landesinnere über eine nennen wir es mal Bundestraße. Am besten dorthin kommt man vom bereits in westlicher Richtung gelegenen Mwanza Busbahnhof ca. 20 km außerhalb des Zentrums von Dar. Dieser ist neu gebaut bzw. befindet sich noch im Bau. Das Ding ist auch mega wuslig. Voll mit Fahrgästen, Personal oder die, die sich dafür halten, Händlern, Neppern, Schleppern und Bauernfängern.

Vorher hatte ich ein Video bei Youtube von so nem hohlen Backpacker Pärchen gesehen die Tage vorher hin sind um sich ihre Bustickets zu besorgen. Das muss man sich mal vorstellen: Dafür haben die n halben Tag verbraten! Die sind von ihrem Hotel im Zentrum da raus gegondelt, haben sich in dem Gerammel für die Tickets angestellt und sind wieder zurück zum Hotel im Zentrum gegfahren um tatsächlich erst Tage später zu abzufahren. Außerdem haben die für zwei Personen Hin-und Rückfahrt zum Busbahnhof bezahlt, natürlich mit dem Taxi, nur um das Geld Tage später erneut dafür auszugeben. Sinnlos!

Ein kurzes Gespräch mit Einheimischen (ich glaube eine Erfindung aus den 80ern) ergab die Info, dass es zwei brauchbare, weil zuverlässige, Busunternehmen gibt. Diese sind Aboud und BM. Wahrscheinlich findet man die Infos auch durch ein bisschen googlen. Spätestens jetzt auf der sportlichsten Webseite überhaupt!

Verrückte Theorie für die Abenteuerlustigen: wahrscheinlich kommen die anderen Busunternehmen auch irgendwie in Morogoro an.

Am Reisetag bin ich mit einem Motorradtaxi einfach hin geballert. Von weiten erspähten mich sofort die nervigen Kollegen der Kategorie “Hello my friend” und kommen einem direkt entgegen gerannt. Denn der blonde Muzungu ist ohne Helm auf dem Moped schon von weitem gut sichtbar. Auch die konnte ich abwimmeln. Die Brüder sind teilweise mega anhänglich und brauchen wirklich ganz klare Kommandos. Die hat der Deutsche ja drauf!

Im Busbahnhof habe ich dann mal eine gelangweilte Sicherheitstante in Fahrt gebracht. Handy weg und hoch den Bootie! Sie machte dann aber einen sehr guten Job. Madam hat mich langsam aber kompetent zum Aboud Bus gebracht.

Dort arbeitet man nach einem absolut unerwarteten Konzept: Der Ticketverkauf erfolgte direkt am Bus. Die Fahrt kostete 8.000 TSH (ca. 2,80 EUR) für 200 km. Dann konnte man einsteigen wir durften alle warten bis der Bus voll ist. Die Abfahrt war dann ca 9:20 und eigentlich geplant für 9:00. Das geht für Afrika wohl schwer in Ordnung.

Los geht die wilde Fahrt! Das ganze Spektakel zieht sich dann halt über vier Stunden. Wie geschrieben, fuhren wir über eine einspurige Bundestraße, bei der alle paar Kilmeter LKW’s und Schnarchnasen in Autos überholt wurden. Das alles mit teilweise abenteuerlichen Manövern des Busfahrers. Am besten gar nicht hingucken, der Kutscher kennt den Weg!

Jede kleine Ortschaft bedeutet übrigens ein Hindernis. Menschen und Tiere laufen über die Straße. An jeder Ecke wird was verkauft, fliegende Händler sind unterwegs und die Passagiere der Reisebusse sind die bevorzugte Kundschaft. Außerdem ist jeder Ort ist gleichzeitig eine Haltestelle und Leute steigen ein und aus. Gerne auch Verkäufer die ein Stück mitfahren und im Bus ihre Waren an den Fahrgast zu bringen.

Nach vier Stunden Fahrt kam der Bus in Morogoro an. Der Busbahnhof hier war dann schon deutlich entspannter. Dort suchte ich mir unter den vielen Fahrangeboten der Motoradfahrer einen sympathischen englischsprachigen Fahrer heraus. Top Mann! Gutes englisch, freundlich und ist überall hingefahren wo ich hin wollte. Wir machten den Deal: erst zum Stadion, Spiel bestätigen, dann zum Hotel, Sachen abgeben, danach ein zwei Stunden durch Morogoro fahren und Stadt angucken.

Das Hotel hatte ich übrigens vorher nicht gebucht. Ich hatte mir einfach eines das mir gefällt mit Pool und in Stadionnähe im Internet vorher rausgesucht. Vor Ort reingewackelt, gefragt ob ein Zimmer frei ist, dieses angeschaut, für gut befunden und gebucht. Oldschool. Solche Aktionen kennt man bei der sonst generalstabsmäßigen Planung gar nicht mehr.

Danach fuhren wir durch die Stadt. Zuerst ging es zur Markthalle der tausend Köstlichkeiten. Im Angebot war eine riesen Auswahl an allen möglichen Obst und Gemüse. Weiter ging es zur Landwirtschaftsuniversität (Sokoine University of Agriculture). Diese besteht aus vielen Grünanlagen und Ackeranbauflächen zu Lernzwecken mit Blick auf die Berge des Uluguru Gebirges. Am Eingang gibts eine kleine Shop- und Barmeile mit reichlich Plastikstühlen. Man kann sicher schlechter studieren!

Auf dem Fußballplatz der Universität fand gerade ein Studentenspiel statt. Nicht unbedingt meins und für das ganze Spiel hatte eh ich keine Zeit.

Danach fuhren wir zurück in die Stadt, wo es noch Streetfood und die ein oder andere kalte Mirinda für meinen Fahrer und mich gab.

Die Bilder aus Morogoro gibts wie immer oben im Link.

Zum Abschluss setzte mich mein Fahrer direkt am Stadion ab. Den Eintritt gab für n paar Zloty am Kassenhäusschen. Also nicht der Rede wert.

Das Stadion ist allein wegen dem weltklasse Ausblick auf die Berge ein top Hobel. Es hat Stehtraversen einmal rundherum. Eine Längsseite und Hintertorseite sind unüberdacht, die anderen beiden Seiten mit Dach. Da findet auch der Muzungu ein schattiges Plätzchen. Hinter einem Tor sind die Stufen in den Farben der Landesflagge angestrichen.

Viel gibts vom Spiel und den Rängen nicht zu berichten, mal wieder war das Stadion der Star.

Nach dem Spiel lief ich die paar Meter zum Hotel und es ging zetig ins Bett, denn am nächsten Tag sollte es früh raus gehen zur Safari in den Mikumi Nationalpark. Auch diese Bilder und einen Safari-Tour-Bericht dazu (soweit sind wir schon!) findet ihr oben im Link!

Am Tag nach der Safari fuhr ich wieder mit Aboud nach Dar-es-Salaam wo die nächsten Tage geradezu in Urlaub ausarteten.

Stadion:

Dar-es-Salaam – Benjamin Mkapa National Stadium

Spiel (im weitesten Sinne):

09.05.2021 – Simba SC vs Young Africans FC
Ligi kuu Bara / Vodacom Premier League (wäre es gewesen) – xx:xx (nicht angepfiffen) – Z: 45.000 die es versucht haben

Report:

Auf dem Rückweg vom Uhuru Stadion machte ich noch einen Zwischenstopp in der Innenstadt um für das Derby Tickets zu besorgen.

Diese gab es in einer Art Fanshop bzw. Sportgeschäft. Man benötigt eine Chipkarte und dann erhält man erst die Kassenbontickets. Dazu benötigt man wiederum eine tansanische Handynummer. Meine hatte ich nicht parat, aber ein freundlicher Mensch im Shop stellte mir seine bereit.

So erhielt ich zwei Tickets für Derrick und mich. Wir hatten uns letztes Jahr in Dar kennengelernt wo er für einen Tag mein Guide war. Per Whatsapp lud ich ihn spontan zum Spiel ein.

Am Spieltag trafen wir uns in meinem Hotel in Masaki und frühzeitig machten wir uns per Motorradtaxi auf den Weg zum Stadion. Dort herrschte ordentliches Gewusel. Die anliegenden Pubs waren voll, die Shops belagert und mehrere Bühnen aufgebaut. Laute Musik dröhnte aus den Boxen und es wurde dazu getanzt. Ein Gruppe zeigte Turn- und Akrobatikeinlagen und heizte die Zuschauer an. Es wurde sich fleißig aufs Spiel eingestimmt.

Fanzeug und alles mögliche an Zubehör konnte man an Shops und Ständen an jeder Ecke kaufen. Es waren auch viele fliegende Händler unterwegs.

Die Fans waren gut drauf. Wie zu erwarten bunt angemalt und verkleidet. Erwähnenswert ist, dass die Fans beider Seiten ohne Probleme durcheinander laufen konnten. Man sah auch Gruppen die zusammen gehörten, aber Fans von beiden Vereinen waren. Alles friedlich also.

Einige hatten die großartige Idee sich erst am Spieltag die Tickets am Stadion zu besorgen. Es war einfach nur lattenheiß und die Leute durften schön in der Sonne Afrikas stehen, an einer Kasse die zwei Kunden pro Quartal abfertigt. Herzlichen Glückwunsch!

Dann machte die Info die Runde, dass das Spiel zwei Stunden später um 19:00 beginnen sollte. Irgendwas mit die Präsidentin möchte dem Spiel auch beiwohnen und in Zusammenhang mit Ramadan. Ja gut, TIA – This is Africa! Trinken wir halt noch ne kalte Mirinda mehr.

Zwei Stunden vor dem Spiel ging es für uns rein ins Stadion. Dieses war schon gut besetzt zu ca. 75% geschätzt. Drinnen dann merklich mehr Simba Fans als Yanga Anhänger. Das heutige Ausgangslage war Erster gegen Zweiter,  beide punktgleich, aber Simba mit drei Spielen weniger. Grundsätzlich nicht so schlecht doch auch in Afrika gibt es Erfolgsfans und da die Ausgangssituation für Yanga nicht optimal war, kamen wohl auch weniger ihrer Fans als sonst. Sind ja noch zwei Stunden hin, vielleicht tut sich noch was.

Der Simba Sarg wurde bereits symbolisch zu Grabe getragen. Die Fans beider Lager sangen, tanzten und trommelten sich warm. Also begutachteten wir auf der Tribüne das Treiben und warteten auf den Anpfiff.

Was war noch? Ach ja, eine Kleinigkeit: plötzlich Aufruhr, die Fans stürmten nach oben zur Mauer und in den Umlauf, denn der Yanga Bus verließ nun das Stadion. Wie bitte? Simba machte sich unbeeindruckt warm und war 19:00 zum Anstoß auf dem Rasen. Dort warteten sie noch formell 15 Minuten, aber Yanga tauchte natürlich nicht mehr auf. Derby abgeblasen!

Diese bekackten Mistvögel von Yanga! Orginale Nixkönner! Deswegen sind auch nicht in der EU, weil die am Leben vorbei laufen!

Wie kann man sich nur so anstellen, die zeitliche Verlegung war kurzfristig, aber beide haben zur selben Zeit die Info erhalten. Meine Fresse wir reden über lumpige zwei Stunden und wir sind hier immer noch in Afrika! Was stimmt nicht mit euch? Jetzt muss ich wohl noch mal hin, zum dritten Mal, nutzt ja alles nix. Wenn das so weiter geht, werde ich noch zum 96Linke (Grüße!) und das will nun wirklich niemand! Den Ground hatte ich, den Länderpunkt auch, aber das Derby hätte ich schon gerne gesehen. Hat nicht sollen sein. Auch This is Africa!

Stadion:

Dar-es-Salaam – Uhuru Stadium

Spiel:

07.05.2021 – DTB FC vs Dar City FC
Second Division League – Group C – 1:3 – Z: 60

Bilder aus Tansania:

http://www.sportandtravel.de/2021-05-07-tansania/

Report:

Heute stand der nächste Revisit, nämlich im Uhuru Stadium, an. Die Anreise erfolgte erneut mit dem Motorradtaxi. Dazu stellt man sich einfach an die Straße oder läuft ein Stück, dann dauert es nicht lange und die Motoräder, aber auch Bajajs und Taxis, kommen die Straße entlang oder stehen am Wegesrand. Eine Mitfahrgelegenheit findet man wirklich an jeder Ecke.

Als Muzungu wird man sowieso oft angehupt oder die Fahrer rufen zu einem rüber, ob man denn nicht irgendwo hingefahren werden möchte. Teilweise bin ich bei Menschen mitgefahren die eigentlich gar keine offiziellen Fahrdienste anbieten sondern einfach noch ne Mark dazu verdienen wollten. Das sind dann übrigens oft die ehrlichsten Verhandlungspartner.

Den Preis für die Fahrt sollte man immer vorher aushandeln. Dazu informiert man sich vorher einfach bei Einheimischen was diese für eine Fahrt zahlen würden und versucht sich diesem Preis zumindest zu nähern. Eine andere Möglichkeit ist es nach dem Bolt oder Uber Preisvorschlag zu gehen. Den Einheimischen Preis wird man oftmals nicht erreichen. Als Touri zahlt man eh drauf, aber das ist dann bei guter Verhandlung minimal, tut nicht wirklich weh und die Jungs und Mädels dort wollen ja auch was verdienen.

Bie den Motorrädern am besten vorher mit dem Fahrern den Fahrstil ausmachen: irgendwas zwischen Soft, Medium und Hard und schon gehts los. Ich einigte mich meistens mit den Fahrern auf “don’t kill us!”

Hierzu mal eine kleine Exkursion zum ÖPNV in Daressalam. Die Entscheidung geht bei mir dabei zu 95% zu den Motorradtaxis.

Diese sind einfach am schnellsten und kommen überall durch. Die würde ich immer empfehlen! Günstige Busse fahren auch, sind aber oft überfüllt, man muss mehrmals umsteigen und das Bussystem vollständig verstehen kann sowieso keiner. Wahrscheinlich nicht mal Einheimische.

Dann gäbe es da noch die Bajajs also dreirädrige Motorräder mit Lade- bzw. Sitzfläche, in Thailand zum Beispiel als TukTuk bekannt. Wenn man viel Zeit hat kann man die auch nehmen, aber die Dinger sind eben lahm und können eben auch im Stau stehen. Je nachdem wie sehr sich der Fahrer an die Verkehrsregeln hält. Das weiß man vorher immer nicht. Manche zimmern über den Fußgängerweg oder die Gegenspur und andere stellen sich beim Stau brav hinten an (Hallo?? wir sind hier in Afrika!)

Taxis, Bolt, Uber und ähnliches gibt es auch. Sind aber am Ende auch nur Autos die im Stau stehen. Wenn man Pech hat, nicht mal klimatisiert. Macht im Stau ohne Fahrtwind also auch keinen Spaß.

Besonders wenn man bedenkt was sich da teilweise für Szenen auf der Straße abspielen, unglaublich!

Manchmal kommt man ein paar Kilometer problemlos durch die Stadt und dann geht plötzlich gar nichts mehr. Die Straße wird aufgerissen, eine große Kreuzung, Abfahrtsplätze von Bussen (Bushaltstelle wäre übertrieben) oder Unvermögen. Irgendwas ist immer.

Außerdem gibt es fast überall kleine Läden, Shops und Verkaufsstände. Jeder macht sein Business. Fliegende Händler schlängeln sich zwischen den Fahrzeugen lang. Dabei werden Waren gekonnt auf dem Kopf getragen, Wagen werden gezogen oder geschoben. Der ganze Verkehr wuselt nach dem Recht des Stärkeren durcheinander. Dazwischen laufen die Menschen. Wahnsinn was da manchmal los war. Da könnte ich mich mit dem Campingstuhl hinsetzen und stundenlang zuschauen.

Am Stadion war dann nicht viel los beim Spiel der Daimond Trust Bank gegen den Daressalam Stadt Fußballclub. Eintritt für n halben Złoty und rein ins Vergnügen.

Die wenigen Zuschauer sammelten sich auf der Haupttribüne der großen Schüssel, wo ich mich nach einer kleinen Stadionrunde auch wiederfand.

Hier traf ich noch einen Fußballtrainer der für das anstehende Spiel in Morogoro die Bestätigung einholen wollte, nur leider kam dem Kollegen auch nicht viel rum.

Vier Tore und eine kalte Mirinda später ging es auch schon wieder zurück nach Masaki.

Stadion:

Dar-es-Salaam – Karume Memorial Stadium

Spiel:

06.05.2021 – Friends Rangers FC vs Green Warriors FC
Second Division League – Group A – 0:2 – Z: 100

Report:

Wenn aus einer zweispurigen Straße sieben Spuren gemacht werden, wenn man mit dem Auto für 5 km auch mal eine Stunde braucht, wenn Ampeln höchstens als unverbindlicher Vorschlag verstanden werden, wenn man mindestens zu viert mit Ziege und Kühlschrank auf dem Motorrad fährt, wenn der Fußgängerweg zur Moped- und Bajajfastlane gemacht werden, wenn die Gegenspur als Abkürzung genutzt wird, wenn Anschnallen und Helmpflicht im Wortschatz nicht vorkommen, wenn Güter und Waren mit Eleganz und akrobatisch anmutenden Gleichgewicht auf dem Kopf transportiert werden, wenn an Verkehrskreuzungen mehr los ist als auf den meisten dänischen Volksfesten,

dann ist man endlich wieder in Afrika!

Während zu Hause in Analogistan gepflegt durchgedreht wird, lockt Tansania weitestgehend mit Normalität.

Kleine Vorgeschichte dazu. Seit Mitte letzten Jahres übermittelte Tansania keine Daten mehr zu Corona. Zu diesem Zeitpunkt war John Mugufuli Präsident des Landes. Es geht die Mär, dass er und Jesus mehrere Tage zusammen gebetet haben und beide beschlossen haben, dass Corona in Tansania nicht mehr existiert. Dementsprechend wurde in Tansania mit dem Thema Corona umgegangen. Es gab keinen Lockdown oder ähnliches.

Kann man von halten was man will, festzustellen ist, dass in der schlimmsten Pandemie aller Zeiten ohne großartige Corona- Gegenmaßnahmen Tansania trotz dieser Einstellung nicht völlig ausgelöscht wurde.

Später änderte sich wohl die Meinung des Präsidenten zu Hygiene und Abstand zumindest etwas. Präsident Mugufuli starb am 17.03.2021 offiziell an Herzproblemen.

Vorher wurde berichtet, dass ein Mitglied einer afrikanischen Regierung in einem Krankenhaus im kenianischen Nairobi wegen einer Corona-Erkrankung beatmet werde. Der Präsident war zu dieser Zeit zwei Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen und so gab es natürlich Spekulationen, dass Magufuli derjenige sei. Die Wahrheit wird man wohl nie erfahren.

Die Nachfolgerin, die vormalige Vizepräsidenten, Samia Suluhu Hassan sieht die Corona Lage wohl etwas ernster, aber einen Lockdown gab und gibt es auch unter ihrer Führung nicht.

Auch die Einreisebestimmungen blieben unverändert und so wird kein negativer PCR-Test bei Abflug in Deutschland oder Einreise verlangt. Fußball wird vor Zuschauern ohne Auflagen gespielt. Strand, Sonne, Palmen, dicke Booties und Kokosnüsse. Auf geht’s!

Emirates bekam wegen meiner bevorzugten Daten den Zuschlag. Endlich wieder Blockbuster Movies im Flugzeug schauen. Wer hätte geglaubt, dass man das mal vermisst. Dieses mal unter anderem Zombieland – Double Tap und irgendwie bleibe ich immer bei mindestens einem Marvel Film hängen obwohl ich die alle schon gesehen habe. Richtiger Fanboy!

Leider gab es ab Dubai eine böse Überraschung, denn ab hier übernahm FlyDubai. Mit einem Bomber ohne Entertainment und engen Sitzen wie im Billigflieger und das für fast 7 Stunden Flug. Eine absolute Frechheit!

Zwei, drei Stunden ist das ok, aber alles was darüber hinausgeht ist eine Zumutung und sollte verboten werden.

Bei dem rammelvollen Flieger und dem Flug über Nacht wissen die schon ganz genau warum die schnell das Licht ausmachen, nämlich damit Ruhe im Puff ist. So muss man sich nicht mit angepissten Passagieren rumschlagen wenn die hoffentlich wegpennen.

Wer solche Flüge anbietet, verkauft auch im Stadion Bratwürste mit halben Toastbrotscheiben!

Im Flieger fanden sich wie immer einige Ikonen der Luftfahrtgeschichte ein. Teilweise lattenhohle Backpacker die zu blöde sind die Einreisekarte auszufüllen.

Neben mir auch wieder so Exemplare. Ein Pärchen, !beide! vollgepackt mit Müll, großer Rucksack, kleiner Rucksack, noch n Beutel mit Krempel der erst am Flughafen gekauft wurde (beim Hinflug!) und natürlich Nackenhörnchen. Kommen quasi als Letzte in den Flieger und nehmen natürlich neben mir Platz. Kommen nicht in Arsch, ornanieren ewig beim Einräumen ihrer Sachen rum. Dabei gabs schon mehrfach Anpfiff von den Flugbegleitern, da wir gleich abheben. Stört Stan und Olli aber wenig.

Ich habe noch ein bisschen was gelesen während die beiden es sich bequem machten und zum Schlafen übergegangen sind. Als wir dann auf Flughöhe waren und einige Zeit gemütlich wie im Kinderwagen vor uns herschaukelten waren beide im Reich der Träume. Genau der richtige Zeitpunkt mich von meinem Fensterplatz auf den Weg zur Toilette zu machen. Also beide erst mal hochgescheucht. Sind ja nicht zu Spass hier ;)

Beim Zwischenstopp auf Zanzibar stiegen dann ungefähr 90% der Paxe (wie wir im Vielfliegertreff sagen) aus. Danach ging es in 45 Minuten rüber nach Daressalam.

Dort war ein Schnelltest bei Ankunft fällig. Da wusste keiner der Reisenden was von. Scheinbar eine ganz neue Regelung, die auch mir neu war und bei meiner Vorbereitung für die Reise nicht auftauchte. Selbst geimpfte, augenscheinlich Israelis, die mit ihren Impfnachweisen wedelten, sollten das machen. An sich auch kein Problem, nur wurden dafür 25 US Dollar oder der Gegenwert in Tansania Schilling fällig.

Ich hatte leider oder zum Glück nicht so viele Dollar dabei. “Ok dann zahl 25 EUR. Du willst mich wohl verscheissern? Seit wann sind 25 USD soviel wie 25 EUR ? Fantasiepreise is nich!”

Für die ganze Aktion wurde eine Station mit einem Tisch aufgebaut plus medizinischen Personal, plus weitere offizielle aber nutzlose Im-Weg-Rumsteher ohne erkennbaren Auftrag.

Nach einigen Diskussionen wollten sie doch einen realistischen Euro Umrechnungskurs annehmen. Als ich 21 oder 22 Euro auf den Tisch legte, war die Münze das Problem, da man die wahrscheinlich nicht getauscht bekommt. Also Geld wieder eingesteckt.

Wir einigten und auf erst den Test machen, dann Tansania Schilling ziehen und dann bezahlen. Ich habe den Test gemacht, dieser war negativ und die Durchführung ein absoluter Witz. Da wurde quasi mal kurz mit dem Stäbchen in meine Richtung gewunken und das wars.

Danach wartend umgeschaut, keiner will was? Ok dann laufe ich mal ganz unverbindlich zur Grenzkontrolle. Ausgefülltes Formular abgeben an Schalter 1, Visa bezahlen (mit Kreditkarte) an Schalter 2, Passkontrolle und Visa in den Pass an Schalter 3. Niemand in Sicht der Geld will. Noch vor betreten der Ankunftshalle Toilletengang und immer noch keiner der Geld will. Ich war bereits landseitig im Flughafen und hob Geld ab. In einem Shop besorgte ich mir eine SIM-Karte für Tansania und nach wie vor wollte keiner was.

Die Taximokel, die noch recht zurückhaltend sind, wurden auf dem Weg zur Hauptstraße auch abgewimmelt. Noch  auf dem Flughafengelände habe ich meine Sachen geordnet bevor ich mich ins Getümmel stürzen wollte. Da kommt tatsächlich einer vom Personal, von vorhin am Schnelltest Tisch, mit Kittel unter dem Arm, auf dem Weg in den Feierabend angewackelt. “Hattest du jetzt eigentlich bezahlt? Hab das gar nicht gesehen. Sicher doch! Bei wem denn? Na so ne kleine Frau! Welche? Na die Kleine! Achso ja ok, Tschüss.”

Die Leute kommen einfach ihrer Arbeit nicht nach, das ist das Problem. Orginale Nixkönner! Deswegen sind auch nicht in der EU, weil die am Leben vorbei laufen!

An der Hauptstraße schnappte ich mir ein Motorradtaxi und ab ging es zum Hotel auf Masaki.

Nachmittags war direkt das erste Spiel der Reise angesetzt. Ein Revisit auf dem schönen Kunstmuru des Karume Memorial Stadium und außerdem ein Revisit der Green Warriors die standesgemäß in blau aufliefen.

Um die hundert Zuschauer gönnten sich das Spiel, die meisten davon auf der bekannten runter gerockten Holztribüne und ein paar auf den gratis Plätzen vom Wohnhaus hinter dem Tor.

Leider waren keine bunten Vögel vor Ort sondern nur “normales” Publikum.

Direkt am Platz ist das Büro des Verbandes wo ich in der Halbzeitpause vorbei schaute. Die Sekretärin war kompetent und besorgte mir einen Gesamtspielplan der ersten drei Ligen. Asante!

Nach dem Spiel sollte es dann auch für den langen Anreisetag gewesen sein. Auf zum Hotel nach Masaki, Abendessen auf dem klimatisierten Zimmer und ab ins Bett.

Stadion:

Dar-es-Salaam – Benjamin Mkapa National Stadium

Spiel:

15.02.2020 – Young Africans FC vs Tanzania Prisons SC
Ligi kuu Bara / Vodacom Premier League – 0:0 – Z: 3.000

Bilder aus Dar-es-Salaam / pictures from Dar-es-Salaam: www.sportandtravel.de/2020-02-16-dar-es-salam-tansania/

Report:

Nach kurzer Fahrt durch den wilden Verkehr von Dar setzte mich das Motorradtaxi vor dem Nationalstadion von Tansania ab. Bevor es rein ging kaufte ich mir noch ein paar Getränke und Snacks in einem der zahlreichen Shops direkt am Stadion.

Die billigste Eintrittskarte gab es für 5.000 TSH (ca. 2 EUR) vom fliegenden Händler vor dem Stadion. Dieses Mal war es wieder nur ein Kassenbon der vom Ordner nach Betreten des Grounds zerissen und entsorgt wurde. Ein teurere Kategorie braucht man sich gar nicht kaufen, da man den Großteil des Stadions damit begehen kann und auch eine komplette Umrundung ist für die Fotofreunde damit möglich. Einzig auf die VIP Tribüne kommt man damit nicht.

Im viel zu großen Benjamin Mkapa National Stadium trafen die Young Africans FC auf den Tanzania Prisons SC. Das sind doch mal Vereinsnamen! Yanga, wie wir Einheimischen sagen, ist neben dem Simba SC der größte Verein im Land. Wenn im Tansania Classico beide Vereine aufeinander treffen, kommen auch gut und gerne mal 70.000 Zuschauer in den 60.000er Ground. Das Spiel ist wohl sehr empfehlenswert.

Heute kamen dagegen nur um die 3.000 Leutchen, der Großteil natürlich “Junge Afrikaner” die für die meiste Stimmung sorgten. Um die 50 Fans in schwarz-weiß supporteten den Gefängnis Club.

Man konnte ungefähr vermuten was hier los sein kann wenn Hütte voll ist. Afrikatypisch wurde mit allen möglichen Instrumenten gespielt und auch erwarteten aufwendig verkleideten und bunt angemalten Fans waren unterwegs. In einem kleineren Stadion wäre die ganze Nummer deutlich besser gewesen. Das Uhuru Stadion nebenan hätte da ausgereicht, aber so konnte ich immerhin einen zusätzlichen Ground machen.

Leider fielen keine Tore und da Yanga auch noch einen Elfmeter feierlich vergab waren die Heimfans leicht angefressen. Für die den Prisons SC war der Auswärtspunkt ein Erfolg.

Nach dem Spiel hüpfte ich wieder in ein Bajaj und es ging zurück zum Apartment. Dabei kam ich noch mal in den Genuss des chaotischen Verkehrs von Dar-es-salaam. Ein großer Spaß für alle beteiligten. Mein Bajaj Fahrer gab alles, quetschte sich in jede noch so kleine Lücke und ballerte über sowas ähnliches wie Fußwege. Entgegen kommende Menschen wurden einfach weggehupt. Manchmal war es dann aber so voll, dass selbst uns nichts anderes übrig blieb als zu warten.

Außerdem wieß er mich darauf hin in einer bestimmten Gegend nahe des Stadions nicht auf dem Handy rumzuspielen. Es war bereits dunkel und das Handy von weitem sichtbar und scheinbar bestand die Gefahr, dass es mir aus der Hand gerissen wird. Sehr aufmerksam von dem jungen Mann! Irgendwie aber auch schon ein Zeichen dafür wie sehr ich mich in Dar sicher fühlte. Über die ganze Reise hatte ich keinen Grund für Bedenken oder mich irgendwo unwohl gefühlt, trotzdem sollte man immer wachsam bleiben.

Sonntag ließ sich leider kein weiteres Spiel oder anderer Sport auftreiben außer ein unterklassiges Spiel im Uhuru Stadion, dass ich ja nun schon besucht hatte. Da mache ich lieber einen weiteren entspannten Strand- und Pooltag als den erneuten Besuch. Revisits von Kunstrasenplätzen überlasse ich dann lieber dem Ostmöti ;)

Also war nach morgendlicher Poolrunde das Ziel dieses Mal die Kdimbwi Beach Bar mit dem dazugehörigen Strand. Immer noch nicht der sauberste Strand aber gefühlt wurde dieser immer besser umso weiter man sich von Dar entfernte. Auch die Wohnhäuser und Anwesen im grünen unter Palmen hinter dem Strand waren schön angelegt. Ein nette Wohngegend in Strandlage wo es sich aushalten ließ.

Damit war die Zeit in Tansania so gut vorüber, denn am nächsten Tag ging es mit dem Air Tanzania Flieger weiter nach Entebbe in Uganda.

Stadion:

Dar-es-Salaam – Karume Memorial Stadium

Spiel:

15.02.2020 – Green Warriors FC vs Arusha FC
Ligi Daraja la Kwanza – Kundi B – 2:2 – Z: 180

Bilder aus Dar-es-Salaam / pictures from Dar-es-Salaam – Tansania: www.sportandtravel.de/2020-02-15-dar-es-salaam-tansania

Report:

In den folgenden Tagen war bis zum Wochenende kein Sport geplant, also wurde ganz einfach ein bisschen Urlaub gemacht. Im Bereich Masaki, wo ich mein Apartment hatte, sehen die Strände nicht gerade sehr einladend aus, da sie völlig vermüllt sind. Den bekannten Coco Beach auf der Ostseite kann man sich sparen und auf der Westseite mit vielen ansässigen Fischern sieht es noch schlimmer aus. Wenn man dann etwas aus der Stadt raus fährt in Richtung Mbezi Beach wird es schon besser, aber richtig sauber ist es dort auch nicht.

Dar-es-Salaam hat ein Müllproblem und dieses verschandelt die Strände. Kein Wunder, dass es für die meisten Touristen gleich weiter nach Zanzibar oder auf Safari geht. Schade eigentlich, denn es wäre ziemliches Potential vorhanden.

Dar-es-Salaam hat als große und lebhafte Stadt alles zu bieten was man benötigt und man ist trotzdem relativ schnell raus aus dem Trubel der Großstadt am Strand. Nur ist dieser eben leider zu verschmutzt.

Im Bereich Mbezi Beach lies ich mich per Bajaj zum Konsulat von Jamaika fahren in dem sich wiederum das Restaurant Velisa’s befindet. Dort hieß es den ganzen Tag am Strand rumhängen und lecker essen. Hier gibt es auch ein paar kleine zutrauliche Affen die sich füttern lassen.

Am nächsten Tag verabredete ich mich mit Derrick, einem Guide und wir machten eine Stadtbesichtigung von Dar-es-Salaam. Dazu trafen wir uns im Zentrum und liefen durch die Innenstadt später zum Fischmarkt und zum bekanntesten Markt von Dar dem Kariakoo Market wo es angeblich alles zu kaufen gibt. Außer einen Schlüsselanhänger von Tansania oder Dar, den ich gerne als Souvenier mitgenommen hätte. Diesen konnte ich erst später bei der Weitereise am Flughafen kaufen

Ansonsten gab es auf dem Markt aber wirklich jeden Krempel. Interessanterweise befindet sich der Markt zum größten Teil außerhalb des eigentlichen Gebäudes. In den Straßen drum herum waren tausende Geschäfte, kleine Shops und Verkaufsstände. Ein Wahnsinn was hier los war. Da sollte man seine Wertsachen sicher verstaut am Mann tragen. Mit gesundem Menschenverstand passiert aber auch nichts. Dar wirkte auf mich ziemlich sicher bzw nicht unsicherer als jede deutsche Großstadt.

Angeblich ist Dar-es-Salaam die am schnellsten wachsende Stadt in Afrika. An manchen Stellen sieht man das auch. Es wird gebaut was das Zeug hält. Große Hochhäuser und auch die Erneuerung der Bahnlinie in Richtung der Hauptstadt Dodoma befinden sich im Bau. Ganz stolz ist man auch auf die neuen Stadtbusse die Dar Rapid Transit. Diese haben den Pendlerverkehr der Stadt deutlich verbessert und effektiver gemacht. Leider gibt es sie noch nicht auf der Route vom Zentrum zum Flughafen.

Um sich einen Überblick zu verschaffen reicht dann auch ein Tag in der Stadt. Danach empfehle ich sich auf den Weg zu den schönen Stränden auf Zanzibar oder (weit) außerhalb der Stadt zu machen oder z.Bsp. eine Safari zu machen. Diese nimmt dann schon ein paar Tage in Anspruch ist auch nicht ganz billig. Deswegen verzichtete ich dieses Mal darauf aber irgendwann werde ich sowas auch mal mitmachen

Samstag rollte dann wieder der Ball. Es sollte sogar ein kleiner Doppler werden mit Anstoß 16:00 und 19:00 und ca. 4 km zwischen beiden Stadien. Dazu schnappte ich mir wieder ein Bajaj was man hier an fast jeder Ecke findet und fuhr zum Karume Memorial Stadium am Rand der Innenstadt.

Das hier Fußball gespielt wurde war eigentlich reiner Zufall, denn ich hatte mich beim raus suchen der Ansetzung ein wenig vertan. Es hätte mir vielleicht früher auffallen können aber es ist eben auch keine Seltenheit, dass Vereine im Exil spielen. Ich wollte nämlich das Spiel von Biashara United aus Musoma im Karume Stadium sehen bei dem ich wusste, dass es das in Dar-es-Salaam gibt. Nur leider gibt es auch ein Karume Stadium in Musoma was mehr als 1.000 km von Dar entfernt ist. Der kleine feine Unterschied ist hier übrigens das fehlende “Memorial”!

Tatsächlich spielten heute in der Ligi Daraja la Kwanza die Green Warriors im gleichnamigen Stadion in Dar. Manchmal muss man halt ein bisschen Glück haben.

Das Karume Memorial Stadium, das großspurig als “The Home of Football” daher kommt, ist dann leider nur ein besserer Kunstrasen am Bürogebäude des Fussballverbands. An manchen Stellen stehen die unfertigen Gerüste einer Tribüne. Auf der Hauptseite hat man sich eine kleine provisorische Holztribüne hingezimmert.

Diese war auch voll besetzt. Der Planet stand senkrecht und knallte wie nichts Gutes also stellte ich mich mit Azam Cola und Handkäse in den Schatten um nicht völlig zu verbrennen, während der Einheimische lässig in der Sonne saß.

Auf der Gegenseite machten sich die aktiven Warriors Fans mit ein paar Fahnen breit und eine Musikgruppe war dabei, die fleißig musizierte und tanzte.

Ein paar Zuschauer schauten das Spiel kostenneutral vom Wohnhaus hinter einem Tor. Sie sparten sich die 2.000 TSH also ca. 80 Cent Eintritt für ein Ticket aus dem Vorjahr.

Nach dem flotten 2:2 ging ich noch in das Wohnhaus hinter dem Tor um ein paar Fotos zu machen und schnappte mir dann ein Motorradtaxi das mich für ein paar Złoty zum zweiten Spiel des Tages brachte.

Stadion:

Dar-es-Salaam – Uhuru Stadium

Spiel:

12.02.2020 – KMC FC vs Coastal Union FC
Ligi kuu Bara / Vodacom Premier League – 0:0 – Z: 280

Bilder aus Dar-es-Salaam / pictures from Dar-es-Salaam: www.sportandtravel.de/2020-02-12-dar-es-salaam-tansania

Report:

Auch in Tansania und Uganda sehnen sich die Menschen nach einem Besuch von sportandtravel.de! Dann wollen wir sie nicht länger warten lassen! Nachdem ich im letzten Jahr zusammen mit dem Bier Baron mit einer tollen Reise nach Ruanda und Kenia das erste Mal Afrika besuchte, hatte ich mir fest vorgenommen dieses Jahr wieder dorthin zu reisen.

Ähnlich der Reise aus dem Vorjahr sollte es nach dem gleichen Prinzip wieder nach Ostafrika gehen mit dem Unterschied, dass ich allein unterwegs bin. Erneut erhielt Turkish Airlines den Zuschlag für die Anreise und erneut buchte ich dort einen Gabelflug. Dieses Mal von Hamburg nach Dar-es-Salaam in Tansania und zurück von Entebbe in Uganda nach Hamburg. Für den Transport zwischen beiden Ländern fiel die Wahl auf Tanzania Air.

Für beide Länder gibt es Online Visa. Dazu muss man im Internet die Formulare ausfüllen, ein paar Dateien wie Flugbuchung, Passbild, Reisepass, Impfpass usw. hinzufügen und jeweils 50 USD überweisen. Die Dateien sollte man bei Antragstellung also griffbereit haben. Vorher sollte man genau prüfen welche Anforderungen, zum Beispiel Format und Größe der Datei, diese haben müssen. Denn sonst kann es extrem nervig bei der Antragstellung werden, besonders wenn man gerade mittendrin ist und die geforderten Unterlagen nicht parat hat. Anleitungen gibt es dazu im Internet zu finden.

Die Ausstellung ging dann ziemlich fix und innerhalb weniger Tage hatte ich die Bestätigungen in meinem E-Mail Postfach. Die Ausdrucke zeigte ich bei Einreise vor und am Flughafen bekam ich auch schnell das eigentliche Visum und den Stempel in den Reisepass.

Ich buchte online noch ein Apartment in Dar-es-Salaam und ein Hotel in Kampala. Geplant waren Spiele unter der Woche und am Wochenende in Tanzania und am Dienstag und Mittwoch in Uganda inklusive dem Topspiel und Derby in Uganda. Ein etwas ausgedehnter Aufentenhalt um auch sicher Spiele sehen zu können.

Durch unzählige Versuche über Instagram, Facebook und E-Mail trudelten kleckerweise verlässliche Ansetzungen und Spielpläne der beiden Länder ein. Die meisten angeschriebenen Kontakte antworteten aber überhaupt nicht. Außerdem halfen mir Marc und Julian mit ihren Reiseerfahrungen in einer eigens dafür eingerichteten Whatsapp Gruppe. Danke für eure Hilfe! Damit waren die organisatorischen Dinge erledigt.

Am Dienstag Mittag ging es von Hamburg Richtung Istanbul und über Nacht nach Tansania. Bei Ankunft gegen 3:30 in der Nacht verlief die Einreise dann recht zügig.

Im Flughafen gab es eine zusätzliche Corona Virus Kontrollstation auf dem Weg zur Immigration, also links und rechts ein Mensch mit Stuhl, Tisch, Namensliste und Temperatur Messgerät. Die war auch der absolute Witz. Man stellt sich an, antwortet auf die Frage ob man den Virus hat natürlich mit nein, die Temperatur wird gemessen, man muss sich seine Hände desinfizieren und dann geht man weiter.

Ich kam recht schnell aus dem Flugzeug, da ich weiter vorne saß, einen flinken Schritt drauf habe und nicht noch ewig am Gepäck rumeiere und im Gang rumtrödel.

Der dumm-deutsche Heinz stellt sich da auch noch ordentlich an und macht mit. Da ich einer der Ersten war, war ich schnell durch. Als dann der große Schwung aus dem Flieger kam, wurde einfach durch den Druck der Masse diese Sperre ohne Kontrolle durchbrochen.  Da war ich da bereits auf dem Weg zu den Einreiseschaltern. Auf jeden Fall eine absolut sinnbefreite Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Jedenfalls dann wenn man sie nicht durchsetzt.

Ich besorgte mir am Flughafen Tansania Schilling und für ca. 2 EUR eine 2 GB Simkarte in einem Shop. Davon gab es am Terminal einige, die alle besetzt waren aber die meisten darin pennten in den abenteurlichsten Positionen. Lieblingsposition hierbei: Kopp uffn Tisch und Gute Nacht!

Ich wartete bis Sonnenaufgang in einem kleinen Restaurant am Flughafen um dann mit den Öffentlichen zum gebuchten Apartment zu fahren. Auf irgendwelche überteuerten Taxifahrten hatte ich nämlich wenig Lust. Außerdem muss man nachts nicht unbedingt durch bestimmte Ecken von Dar-es-Salaam rumstreunern.

Der Julius Nyerere International Airport ist nach dem ehemaligen Präsidenten und Wegbereiter zur Unabhängigkeit Tansanias benannt. Der Flughafen liegt an der gleichnamigen großen Hauptstraße die ins Zentrum führt. Als die Sonne aufging lief ich also die paar Meter dorthin und stellte mich dort an eine rappelvolle Bushaltestelle. Hier kamen alle paar Sekunden Dala Dalas (Busse), Bajajs (Tuk Tuks), Motorradtaxis und shared Taxis an und sammelten die Leute ein.

Unmengen Menschen darunter viele Schulkinder wollten in die Stadt. Irgendwie verpasste ich die Bajajis, Motoradtaxis waren wegen dem Gepäck keine Option und die Dala Dalas waren gerammelt voll. Da würde ich mich im Normalfall auch noch mit reinquetschen aber mit großem Rucksack war das so gut wie unmöglich und hätte nur unnötig die Gefahr bestohlen zu werden erhöht. Es ist nicht so, dass man dort permanent bestohlen wird aber Gelegenheit macht nunmal Diebe.

Irgendwann kam dann ein privat Auto/shared Taxi vorbei gefahren das ins Zentrum wollte und unterwegs Leute gegen Geld mitnahm. Ein hilfreicher Mensch an der Bushaltstelle machte mich darauf aufmerksam und ich hüpfte rein. Für weniger als zwei Euro ging es schon mal ins Zentrum zur Busstation Posta. Von dort aus weiter mit einem Bus und die letzten Meter dann mit dem Motoradtaxi zum Apartment.

Gegen 9:00 Uhr morgens durfte ich dann netterweise vorzeitig mein Apartment beziehen und konnte so noch etwas Schlaf nachholen. Dieses war in einer bewachten Anlage mit schönem Garten und Pool in Masaki, dem Botschafts-, Hotel- und Ausgehstadtteil von Dar (wie wir Einheimischen sagen). Draußen war es mega heiß, schwül und locker über 30°. Also ging ich erst mal in den Pool zum aufwachen. Von Abkühlung konnte leider keine Rede sein, da auch das Wasser mollig warm war.

Nachmittags stand dann schon das erste Spiel der Reise an. Mit einem Bajaj fuhr ich zum Uhuru Stadium. Uhuru ist übrigens Suaheli für Freiheit. Das ehemalige Nationalstadion mit Platz für ca. 23.000 Zuschauer gehört zu einem größerem Komplex auf dem sich auch das jetzige Nationalstadion und eine Turnhalle befindet.

Das Uhuru hat eine ziemlich kuriose Bauweise. Eine Haupttribüne und eine riesige Tribüne die große Teile des Kunstrasenplatz umrundet. Diese ist dann hinter einem Tor unterbrochen, nämlich da wo das Nationalstadion seinen Platz benötigt. Dazu wurde wohl auch ein Teil dieser Tribüne weggerissen um Platz zu schaffen. Sieht irgendwie nicht ganz durchdacht aus aber This is Africa!

Am Stadion angekommen fiel ich natürlich auf und so kam ich ins Gespräch mit zwei Herren die scheinbar Ordner beim Spiel waren. Da noch viel Zeit bis zum Anpfiff war, luden mich die beiden auf einen kleinen Rundgang im Nationalstadion nebenan ein. Die Miliz am Eingang wurde lässig abgegrüßt und in den Katakomben gab der Facility Manager grünes Licht und so konnten wir in den Innenraum und auf die Ränge. Sie erzählten mir ganz stolz vom Fussball in Tansania und stellten mir das Stadion vor. An dieser Stelle viele Grüße und ein großes Dankeschön an die beiden Herren!

Den Eintritt zum Spiel des Kinondoni Municipal Council FC gegen Coastal Union FC aus dem vielversprechenden Tanga gab es für 5.000 Tansania Schilling also ziemlich genau 2 Euro. Für die Hauptribüne wären 10.000 TSH fällig gewesen. Die Tickets wurden vor dem Stadion durch einen fliegenden Händler verkauft und waren leider nur eine Art Kassenbon der zu allem Übel beim Betreten des Stadion zu Konfetti zerissen wurde.

Leider gab es nur ein müdes 0:0 zu sehen. Unter den knapp 300 Zuschauern war eine kleine Gruppe die sich in Stimmung versuchte. Hierbei wurde in hohem Tempo getrommelt was das Zeug hält. Der Rest der Zuschauer beschränkte sich aufs Fußball schauen. Einzig erwähneswert mal wieder die Leistung bzw. Kondition der Spieler auf dem Platz. Bei der Hitze wäre ich nach 10 Minuten tot umgefallen. Entspannt fuhr ich somit den Länderpunkt Nummer 80 Tansania ein.

Nach dem Spiel half mir einer der Ordner noch ein Bajaj zurück zum Apartment zum vernünftigen Preis zu finden. Durch die abendliche Rush Hour ging es dann mit kurzem Verpflegungsstopp zurück.

Fußball sollte es dann erst wieder am Wochenende geben und so hatte ich Zeit für Entspannen am Pool und am Meer und um Dar etwas besser kennen zu lernen. Die ersten Bilder dazu gibt es wie immer oben im Link und eine ausführlichere Berichterstattung folgt beim nächsten Artikel.