"Wir machen gut Strecke!"

Sportstätte:

Leszno – Stadion im. Alfreda Smoczyka

Sportevent:

23.08.2026 – Unia Leszno vs Falubaz Zielona Góra
Polen, Speedway, PGE Ekstraliga – 44:46 – Z: 14.000

ein kleines Video zum Spektakel: folgt

Report:

Über wildeste polnische Landstraßen eilte ich von Legnica nach Leszno, doch wie immer war der Bronco Buster kaum aufzuhalten. Ohne Ortkenntnis und richtigen Überblick wurden trotzdem zwei drei Schnarchnasen mit weit größeren Karren weggebügelt. Was nützt die schönste Badehose, wenn man nicht schwimmen kann?

Somit fuhr ich rechtzeitig in Leszno ein und durfte aber noch mitten im Ort an einer Bahnschranke warten. Zum Glück nur wenige Minuten. Der Bronco Buster fand seinen Platz nur ein paar hundert Meter vom Stadion im. Alfreda Smoczyka entfernt. Eine weltklasse, fast gänzlich unüberdachte, Speedway Schüssel. Nur am großen Block von Haupttribüne gibt es wenige überdachte Plätze.

Mit den zur Mitte hin langsam höher werdenden Rängen und der massiven Haupttribüne erinnert es etwas an das alte Stadion von Wisła Płock.

Zum Main Event Unia Leszno gegen Falubaz Zielona Góra heute gut gefüllt mit ca. 14.000 Zuschauern. Mal wieder völlig irre für 4 Motorräder die im Kreis fahren (ja ok, ähnlich ist es auch bei 22 Menschen die einem Ball hinterher rennen). Polen ist einfach Speedway Nation.

Die Begegnung eines des heißesten und traditionsreichsten Duelle in Polen und steht dem Lubusz-Derby (Falubaz vs Stal Gorzow) in nichts nach. Es wird scheinbar sogar als „Heiliger Krieg“ (Święta Wojna) im Speedway bezeichnet.

Beide Fanszenen sind motiviert beim Aufeinandertreffen. Der recht junge und mit überraschend vielen Mädels besetzte aktive Heimblock im äußeren Bereich der Gegengerade lieferte ab. Schalparaden, Einklatschen und geschlossene Fangesänge wurden routiniert vorgetragen. Das Ganze wird unterstützt bzw. koordiniert durch Capo und Trommler vorne am Zaun. Des weiteren gab es eine Choreo mit Blockfahne und Spruchbändern zu sehen.

Die Mäuse von Falubaz füllten geschützt durch ein großes Aufgebot an Robocops den Gästeblock. Ein gewohnt starker Auftritt der zahlreichen Gästefans. Gekrönt wurde das alles durch eine späte Pyro- und Blinkershow. Einfach aber effizient. Mal wieder ein starker Auftritt der Falubaz Fans die ich nun mittlerweile zum vierten Mal live in action erleben durfte.

Auf der Bahn entschied sich die Begegnung erst im letzten Rennen wobei Falubaz hier als Sieger hervorging. Jubel im Gästeblock, aber auch die Heimkurve reagiert versöhnlich und feierte ebenfalls ihre Mannschaft minutenlang vor dem Block.

Damit hieß er für mich ebenfalls Abfahrt. Aber wohin nur? Dieses Mal war ich echt verpeilt und den ganzen Tag hatte ich keine Zeit gefunden bzw. beim Speedway hatte ich so gut wie keinen Empfang mir eine Übernachtung zu buchen. Also erst beim späten Abendessen in einer Tankstelle am Rand von Leszno, um ungefähr 22:00 Uhr schoss ich mir bei Booking ein Motel in Granowo in Autobahnnähe Richtung Deutschland bzw. in der Nähe von Poznan für schlappe 29 Euro.

Hier hieß es dann direkt ins Bett und ein paar Stunden schlafen. Ich wollte zwar nicht bis Mittag pennen, aber dass die Putzfrau schon morgens um 7:00 Uhr lärmend über die Gänge ballert muss auch nicht sein. Also früh aus den Federn, billig tanken und noch zum Supermarkt und reichlich polnische Produkte eingekauft um den Vorrat zu Hause aufzufüllen und Madame freut sich ja auch über ein paar Köstlichkeiten.

Jetzt hieß es nur noch gute 500 km Richtung Hamburg abzureissen. Die Autobahn bei Frankfurt Oder war mal wieder dicht und zwar so, dass mir die Route gar nicht mehr bei Maps angezeigt wurde sondern mich direkt durch die Stadt Frankfurt Oder führte. Dort war selbstverständlich auch viel los.

Der Bronco Buster kämpfte sich aber tapfer durch und bahnte sich unaufhaltsam seinen Weg nach Hamburg. So gut und motiviert, dass ich spontan noch einen Zwischenstopp bei meiner Oma in Ludwigslust einlegte bevor es dann endgültig nach Hause ging.

Hier musste dann nur noch der rammelvolle Kofferraum mit dem Bollerwagen geleert werden und die kostbaren Güter im Vorratsraum abgestellt werden.

Ein weiterer schöner und im wahrsten Sinne des Wortes ertragreicher Trip ins schöne Polen.