"Wir machen gut Strecke!"

60.) Polen

Stadion:

Legnica – Stadion im. Orła Białego

Spiel:

23.08.2026 – Miedź Legnica vs Arka Gdynia
Polen – I Liga- 2:0 – Z: 3.913

Report:

Am Sonntag fuhr ich von Breslau rüber nach Legnica. Ein Spiel am Nachmittag war noch drin bevor es am Abend mit Speedway weitergehen sollte.

Im Zweitligakracher traf hier Miedź Legnica auf Arka Gdynia von der Ostsee. Gute 500 km sind für diesen Auswärtstrip zu überwinden und dafür fand sich eine stattliche Anzahl Gästefans im Stadion im. Orła Białego ein.

Auch wieder so ein Stadion mit diesem hässlichen Bushaltestellen Dach und zwar auf allen vier Seiten. Immerhin ein reines Fußballstadion.

Eintrittskarten gibt es gegen Vorlage eines Ausweisdokuments in etwas schleppender Geschwindigkeit direkt am Stadioneingang. Bei höherem Zuschaueraufkommen ist also frühes Erscheinen angesagt, falls man sich die Karten nicht schon vorher irgendwie besorgt hat.

Für eine saftige Kiełbasa und gesunde Cola war vor dem Spiel noch Zeit bevor ich mir ein schattiges Plätzchen auf der Gegengerade besorgte.

Jeweils hinter den Toren finden sich dann die aktiven Szenen beider Seiten ein. Hier gab es auf der Heimseite Besuch der Freunde von Śląsk Wrocław und bis auf eine kleine Fahnenaktion keine großen Überraschungen, aber immerhin recht durchgängige Stimmung. Diese fand mit dem Last Minute Tor und zeitgleich Doppelpack durch Kamil Antonik vom Gastgeber Miedź Legnica seinen Höhepunkt.

Noch heißer wird der Heim Mob dann nur noch beim anstehenden Derby gegen Chrobry Głogów.

Im Stadion traf ich noch den polnischen Kollegen von https://www.instagram.com/sign_of_football/ und wir verquatschten die letzten Minuten des Spiels. Danach hieß es Ab- und Tiefflug in Richtung Leszno.

Stadion:

Wrocław – Stadion Miejski / Tarczyński Arena Wrocław

Spiel:

22.08.2026 – Śląsk Wrocław vs Widzew Łódź
Polen – Ekstraklasa – 3:3 – Z: 21.205

Video:

https://www.youtube.com/watch?v=D4lUK0_Bz_A

Report:

Am Abend ging es zum Revisit bei Śląsk Wrocław Hier durfte ich vor vielen Jahren schon mal das Derby gegen Lubin erleben. Heute ging es gegen den großen Rivalen und Fanbündnis-Gegner Widzew Łódź.

Über 21.000 Zuschauer zog das Primetime Spiel der polnischen Schwergewichte. Es handelt sich hierbei nicht um ein lokales Derby, aber schon um ein große Rivalität insbesondere in Hinblick auf die verschiedenen rivalisierenden Fanfreundschaften denen beide angehören.

Die Kurve von Śląsk war zwischen den langen Stoffbahnen in grün-weiß-rot stark besetzt und konnte enorme Lautstärken entwickeln. Ein ziemliche Wand gegen man die man erstmal ankommen muss, insbesondere wenn die ganze Hintertorseite gemeinsam loslegt.

Widzew reiste ebenfalls in großer Anzahl und komplett in rot an und konnte durch Geschlosseheit sehr laut werden. Die Arena bietet beste Voraussetzungen für eine gute Akkustik. Ein reines Fußballstadion für über 42.000 Zuschauer mit nur einem Rang. So stehen die Fans also als ein riesiger einheitlicher Block hinter dem Tor und das sorgt für eine große mächtige Stimmungsfront.

Ein schönes Bild ergaben auch die Phasen als große Teile der Fans auf beiden Seiten oberkörperfrei im Block standen.

Zur optischen Krönung hatte Widzwew noch eine Aktion im Gepäck. Zur Halbzeit verschwand man unter einer Fahne oder sowas ähnlichem, bekleidete sich mit Sturmhauben und verteilte sich auf die Außenseiten des Gästeblocks. Dann wurde von oben eine Fahne mit der Aufschrift “Ultras Widzew” und dem Vereinslogo über den Block gezogen und nach einiger Zeit gingen außen an der Fahne die Bengalen an.

Das sah einfach weltklasse aus! Ein Video vom ganzen Spektakel gibt es oben im Link.

Auf dem Platz gab es ein wildes Hin-und Her mit 6 Toren und VAR Nerverei. Also auch hier genug zu sehen. So hieß es 3:3 am Ende und ich konnte wieder zurück zur Unterkunft laufen.

Stadion:

Wrocław – Stadion ul. Lotnicza

Spiel:

22.08.2026 – Parasol Wrocław vs Piast II Żmigród
Polen – Wrocław – Klasa okręgowa “JAKO” – 2:0 – Z: 60

Report:

Der Bronco Buster schrie förmlich nach Auslauf also auf nach Polen zum Ekstraklasa Classico und Speedway.

Von der Heimat aus fuhr ich am Samstag Vormittag nach Wrocław bzw. Breslau. Dort kam ich, nach etwas Stau Gerammel vor Breslau, nachmittags an meiner Unterkunft mit Familienanschluss an. Die Lage am Stadtrand war taktisch gewählt, denn von hier waren es 5 Minuten Fußweg zur Arena von Śląsk Wrocław, für die Innenstadt war eh keine Zeit und ich war schon mal dort und außerdem stand der Bronco Buster bereits weit vor Anpfiff trocken und sicher.

Ich legte nur kurz meine Sachen ab, machte mich frisch und schon war ich auf dem Weg per Straßenbahn in die Stadt. Beim zweiten Stopp hatte ich bereits mein Ziel erreicht, das Stadion an der Ulica Lotnicza, vorrangig Heimat von MKS Parasol Wrocław .

Ein Nachmittagskick vor dem Abendspiel nehme ich doch gerne noch mit. Das Stadion ul. Lotnicza ist weitläufig mit Aschebahn und kleiner Stahlrohrtribüne in Śląsk Farben und vermutlich Sitzschalen aus dem alten Śląsk Stadion ul. Oporowska.

Auf der Aschebahn sammelte sich teilweise das Regenwasser und floss nicht ab, was für ein zwei malerische Fotoperpektiven und einigen nassen Füßen der Spieler beim Ball holen sorgte.

Eintritt war frei und um die 60 Zuschauer ließen sich für das Spiel begeistern. Zur Halbzeit traf man sich im nahe gelegenen Żabka zu Getränken und Hotdog.

Zum Ende hin wurden es noch etwas mehr Zuschauer, da bereits die ersten Fans von Slask auf dem Weg zur Arena noch einen kleinen Zwischenstopp beim Amatuerfussball einlegten.

Für mich ging es nach dem Spiel erneut mit der Straßenbahn zurück zur Unterkunft um dort noch ein wenig abzugammeln bevor ich gemütlich zum Abendspiel schlenderte.

Stadion:

Gdańsk – Polsat Plus Arena (Stadion w Gdańsku)

Spiel:

19.05.2024 – Lechia Gdańsk vs Arka Gdynia
Polen, I.Liga – 2:1 – Z: 36.483

Video:

https://www.youtube.com/watch?v=eqyu2v6EUXQ

Report:

In der zweiten Liga Polens stand das große Dreistadt Derby bzw. Derby Trójmiasta Lechia gegen Arka an. Das auch noch zum Ende der Saison mit der Paarung Erster gegen Zweiter. Lechia und Arka sollten außerdem unter voller Kapelle auflaufen.

Da hatte ich ein Auge drauf und dachte mir, zur Not fährt man da spontan mit dem Auto hin. Sind ja nur knapp 800 km. Dann wurde da plötzlich ausverkauft gemeldet. Bitte was? Der Hobel ist doch nie ausverkauft. Nicht mal gegen Legia oder sowas in der Flughöhe.

Das war mir für einen spontanen Besuch dann etwas zu heiß und wäre im nachhinein ganz sicher in die Hose gegangen. Also musste in den ganz sauren Apfel gebissen werden und über einen dubiosen Zweitverkäufer zu kriminell überteuerten Preis ein Ticket geschossen werden. Wahrscheinlich das teuerste Ticket, dass ich jemals gekauft habe. Einfach nur frech! Anzeige ist raus!

Auf Autofahren hatte ich dann auch keine Bock, also wurde außerdem kurzfristig ein Direktflug nach Danzig gebucht. Auch nicht ganz günstig, aber Groundhopping muss ja bekanntlich weh tun. Besonders im Geldbeutel! Was macht man nicht alles für eine schönes Wochenende im noch schöneren Polen. Selbst schuld wenn man sich nicht rechtzeitig kümmert! Um sich das ganze Gerammel schön zu reden, verbuchen wir das einfach mal als verspätetes Geburtstaggeschenk.

Also ging es von Samstag bis Dienstag, wobei der Montag ein Feiertag war, an die Ostsee. Im Zentrum hatte ich mir ein kleines Apartment gebucht. Das war mal wieder ein ganz wilde polnische Konstruktion, erfüllte aber seinen Zweck.

Von da aus ging es auch kaum eine Stunde nach Ankunft direkt weiter zum Handball: http://www.sportandtravel.de/2024-05-18-energa-wybrzeze-gdansk-vs-zepter-kpr-legionowo/

Samstag war dann der große Tag und ich war bereits vor Stadionöffnung an der Sponsoren Arena. Wegen seiner äußeren Erscheinung auch gerne mal „Bernsteinstadion“ genannt.

Auf Lechia Seite waren bereits Choreo Vorbereitungen zu erkennen, während die Arka Fans an den Eingängen zum Block warteten um dann ein halbe Stunde vor Spielbeginn geschlossen und komplett in gelben Kapuzensweatshirts den Block zu stürmen. Dabei flogen ein paar Fakeln auf den Platz und die zahlreich vertretene Robocop Polizei.

Danach folgte nur noch Spektakel. Hier ein ganz kurzer Abriss der Ereignisse, ansonsten lasse ich Billder sprechen: Arka lieferte mehrere Pyro- und Blinker Aktionen. Lechia zeigt zwei Choreos inklusive massenhaft Pyro. Die Choreos blieben jeweils mehrere Minuten oben, so dass alle darunter lange Zeit nichts sehen konnten. Ich schätze mal ein Teil der Fankurve hat Netto vielleicht eine Halbzeit gesehen. Es fiel sogar ein Tor für Lechia währenddessen. In Polen alles kein Problem, dann wird halt im Dunkeln unter einer Block gejubelt.

Schon wild das so lange durchzuziehen. Zur Feier des Tages wurden eine ganze Menge geklaute Arka Klamotten und Fahnen am Zaun der Lechiakurve angebracht und in einem großen Freudenfeuer abgefakelt.

Lechia gewinnt 2:1 und macht somit den Aufstieg klar. Damit wurde die endgültige Extase erreicht. Arka muss in die Relegation und verspielte diese leider. Somit gibt es im nächsten Jahr leider kein Aufeinandertreffen in Polens höchster Spielklasse. Was bleibt ist ein absolutes Wahnsinns Derby im schönen Danzig an der Ostsee!

 

 

 

Stadion:

Przylep – Zarzad Towarzystwo Sportowe Przylep

Spiel:

05.05.2024 – TS Przylep vs Rakovia Raków
Polen, Lubuska Klasa B Grupa Zielona Góra 8 – 9:0 – Z: 130

Report:

Am Tag des Speedway Derbys war erstmal relaxen angesagt. Wir verlängerten einfach den Check-Out in unserem Hotel für ein paar Stunden. So ging es morgens ans Frühstücksbuffet und danach wieder ins Bettchen. Gegen Mittag hüpften unser Unkörper nochmal in den Pool.

Erst nach 14:00 verließen wir das Hotel. Da das Derby erst am Abend stattfinden sollte, war noch Zeit für lokalen Fußballsport in einem Vorort von Zielona Góra. Es wäre sogar noch ein Rammel-Kick zur Mittagszeit drin gewesen, aber man kann es auch übertreiben. Ein weiterer fast ausbauloser Sportplatz aus den Niederungen des polnischen Fußball ist uns so entgangen und wir begnügten uns mit dem glorreichen TS Przylep um 15:00 Uhr.

Hier gibt es einen Sportplatz mit einer Stahlrohrtribüne mit Plastikstühlen auf einer Seite. Der Eintritt war frei und um eine Art Ticket in der Hand zu halten, kaufte ich mir ein Los am Imbissstand. Gewonnen habe ich aber nichts. Der Lossieger dagegen, ging mit einem neuen Trikot nach Hause.

Am Stand gab es nur alkoholfreies Bier doch Timonchen dürstete es nach Alkohol. Grillmeister und Vereinsoffizielle hatten aber wie von Zauberhand Bier mit Alkohol vor sich stehen, dass wohl nicht offiziell verkauft werden darf.

Dort fragten Timon und ich dann mal ganz vorsichtig nach und gastfreundlich wie man beim TS Przylep ist, bekam er nun auch die gewünschten Getränke.

Nicht nur Timonis schenkte sich dann ordentlich ein, sondern auch der TS Przylep den Gästen von Rakovia Raków. Ganze neun Tore wurden den Gästen verpasst. Beste Laune also bei den Hausherren und den Zuschauern.

Hierbei kamen wir noch mit eine Vereinsoffiziellen und Betreiber des Instagram Accounts ins Gespräch. Er konnte deutsch und wusste sogar was Groundhopping ist. Wer also in beim unterklassigen Fußball in der Region etwas Hilfe braucht, kann dort sicher mal nachfragen. Nachdem wir ihm erklärten, dass es danach noch zu Falubaz geht, konnte er uns sogar halbwegs nachvollziehen. Viele Grüße also an den hopperfreundlichen TS Przylep!

Nach dem Spiel ging es im flotten Tempo auf dem Ring von Zielona Góra einmal um die Stadt und wieder zu unserem Hotel wo wir dankenswerterweise den Bronco Buster sicher, ohne großes Suchen und vor allen Dingen nah am Speedway Stadion abparken konnten.

Stadion:

Zielona Góra – Stadion MOSiR boisko sportowe 2

Spiel:

04.05.2024 – Lechia Zielona Góra vs Warta Gorzów Wielkopolski
Polen, III liga, gr. III – 1:1 – Z: 250

Report:

Mit dem Kollegen Timon wurde das schöne Zielona Góra als Ziel für das “two boys one cup – Wochenende” ausgegeben. Hauptatraktion sollte das Speedway Derby Falubaz gegen Stal Gorzów am Sonntag Abend werden.

Also wurde der Bronco Buster gesattelt und es ging von der alten Heimat in Richtung Polen mit einem Zwischenstopp beim Jesus in Świebodzin, da der Kulturbanause noch nicht da war. Für mich war es mittlerweile der dritte Besuch. Um Himmelswillen! Aber so tragen wir alle unser Kreuz, wie wir im Vatikan sagen.

Nebenan, zwischen schönsten Plattenbauten, gönnten wir uns noch ein paar feste und flüssige Köstlichkeiten in einer Pizzeria. Danach ging es noch ein paar Kilometer weiter nach Zielona Góra wo wir uns ins edle ForRest (englisches Wortspiel) Hotel eingemietet hatten.

Bereits gegen 15:00 sprangen wir in den hauseigenen Pool. Nach ein paar frechen Wasserspielen sollte noch ein weiterer Programmpunkt folgen. Lechia Zielona Góra lud zum Heimspiel gegen Warta Gorzów Wielkopolski, also aus der selben Stadt aus der auch der Speedway Derby Gegner am nächsten Tag kommt. Was für ein Zufall. Noch besser wäre es gewesen wenn der Platzhirsch Stilon Gorzów der Gegner wäre. Man kann nicht alles haben, obwohl ich die Brecher von Stilon mit Python 1 und Python 2 schon gerne in Action gesehen hätte.

Ein kleiner Schockmoment ereilte mich beim Betreten des Stadions. Gähnende Leere im Leichtathletik-Stadion, das in meiner uninformierten Welt das Hauptstadion von Lechia ist. Es wurde sich daneben auf dem ehemaligen Nebenplatz warm gemacht und auch die Zuschauer sammelten sich um diesen Platz herum.

Am Ende halb so schlimm, denn hier steht immerhin eine Tribüne und es gibt sogar einen Gästekäfig. Also doch noch ein vorzeigbarer Ground, aber kein Vergleich zum großen Leichtathletik Hobel. Dieser wird, nach Info eines Offiziellen, von der zweiten Mannschaft bespielt. Der Zielona Góra Komplettierer weiß also was zu tun ist!

Das Schöne an Timontis ist, dass er kein Groundhopper ist, ihm das mit den Stadien reichlich egal ist und man sich auch mal normal ohne dieses ganze Hopper Nerd Gelaber unterhalten kann. Herrlich! Der Kollege will einfach nur einen netten Ausflug mit n bisschen Action. Das wurde auch geliefert.

Wie sich das gehört wurde der Kielbasa Grill angeschmissen und  die riesen Würste hießen im Verlaufe des Wochenendes nur noch Afterdehner. Da hatten wir richtig Bock drauf. Timonsen schüttete dazu noch feierlich Bier drauf. Die Sonne schien und am Rande des örtlichen Schwimmbads unter Nadelbäumen kam richtiges Campingplatz-Urlaubs-Feeling auf.

Bei einigen mitgereisten Gästen aus Gorzów muss wohl die Kombination aus Bier und Sonne gewirkt haben, denn er fiel um und mussten durch herbeigerufene Notfallsanitäter versorgt werden. Zum Glück hat sich der Kollege dann wieder erholt.

Das Spiel wurde deswegen für ein paar Minuten unterbrochen, aber als absehbar war, dass es dem Herrn besser geht, konnte weiter gespielt werden.

Schön zu sehen, dass in Polen noch normal Fußball gespielt wird, ohne ewige Unterbrechungen (abgesehen von medizinischen Notfällen) und endlose Nachspielzeiten. Selbst mit der heutigen Unterbrechung, dauerte das ganze nur knapp zwei Stunden.

Um die 250 Zuschauer waren dabei, ohne größere Fanaktivitäten, bis auf ein paar unauffällige Gäste und eine kleine Gruppe von Kids die zum Ende des Spiels ein bisschen Ultra spielte.

Nach dem Bier- und Kielbasa-Inferno war auch das Abendessen erledigt und wir konnten in ein paar Minuten zurück zu unserem Hotel fahren und erneut in den Pool springen. Das war schon mal ein guter Auftakt!

Stadion:

Świnoujście – Stadion Miejski w Świnoujściu

Spiel:

30.03.2024 – MKS Flota Świnoujście vs KS Polonia Środa Wielkopolska
Polen, III liga grupa: II – 3:0 – Z: 470

Report:

Für ein paar Tage Ostsee-Osterurlaub ging es mit Sektion Indonesien ins schöne und bereits bekannte Świnoujście wo der deutsche Heinz noch was bekommt für sein Geld. Zum Beispiel ein schönes Apartment mit Stellplatz und Indoorpool.

Auch shoppen kann man hier ziemlich gut oder ins Restaurant der tausend polnischen Köstlichkeiten gehen.

Da es im näheren Umkreis für mich kein brauchbares Spiel gab, lief ich spontan zum Zweitbesuch zu Flota. Hier gibt es mittlerweile eine überdachte Tribüne. Das sollte doch Grund genug sein. Außerdem lief mir noch Tim über den Weg, den ich zuletzt in Tunesien traf.

Im Stadion war nicht allzu viel los, da man sich hier maximal gegen größere Gegner aufrafft. Środa Wielkopolska gehört leider nicht dazu. Wenigstens das kulinarische Angebot war lecker und reichhaltig. Da ist in Polen drauf Verlass.

Nach dem ereignislosen Kick wurde auch ganz schnell wieder auf Urlaubsmodus umgestellt.

Stadion:

Kraków – Stadion Miejski im. Władysława Kawuli

Spiel:

17.03.2024 – Wisła Kraków II vs LKS Watra Białka Tatrzańska
Polen, IV Liga, Grupa małopolska

2:1 – Z: 150

Bilder aus Krakau:

http://www.sportandtravel.de/2024-03-17-krakow-polen/

Report:

Am Sonntag des Krakau Wochenendes sollte es ruhiger angegangen werden, aber trotzdem war ich zur unchristlichen Zeit um 11:00 Morgens bereits wieder beim Fußball. 

Die Zweite Mannschaft von Wisła Kraków rief zum Heimspiel gegen Watra Białka Tatrzańska im Stadion Miejski im. Władysława Kawuli, der eigentlichen Spielstätte von Prądniczanka Kraków.

Diese war nur eine kurze Busfahrt von meinem Hotel entfernt. Ca. 150 Zuschauer kamen bei freiem Eintritt zum Spiel. Richtige Fangruppierungen gab es dabei nicht, es wurde nur in der Sonntagssonne Fußball geschaut.

Hier traf ich noch Fotografen von Wisła, die auch am Freitag beim Heimspiel der Ersten Mannschaft aktiv waren und auch beim Oberschlesien Derby bei den Freunden von Ruch ihre Fotos machten.

Ohne Verkaufstand, aber mit zwei Kaffee aus dem Automaten verbrachte ich das Spiel eine Zeit lang als professioneller Sportfotograf am Spielfeldrand und den Rest des Spiels auf der Tribüne.

Danach sollte es noch etwas Sightseeing geben und ich war ich kurz nach 13:00 bereits an der Wawel Festung. Das war nur möglich, da hier noch normal Fußball gespielt wird, also ewiges Nachspielzeit Gerammel bei dem Spiel mittlerweile mindestes 2 Stunden und mehr dauern.

Bei bestem März Wetter war der letzte Programmpunkt ein Rundgang durch Krakau um noch ein bisschen Touriprogramm zu erledigen und am Montag flog ich dann ganz entspannt gegen Mittag zurück nach Hamburg. Krakau ist eine top Stadt und wird hiermit weiterempfohlen. Hier kann ich durchaus nochmal vorbei schauen um zum Bsp. Hutnik mal einen Besuch abzustatten.

Stadion:

Chorzów – Stadion Śląski

Spiel:

16.03.2024 – Ruch Chorzów vs Górnik Zabrze
Polen, Ekstraklasa – 2:1 – Z: 37.000

Video:

https://www.youtube.com/watch?v=2DWYUqtUVWM

Report:

Nach einer wilden Fahrt auf Polens Mautautobahnen kam ich heil in Chorzow an und näherte mich dem Stadion Śląski sozusagen von hinten und konnte so einem größeren Anfahrtsstau entgehen. Auf eine etwas versteckten Parkplatz ging es dann ein paar Minuten zu Fuß durch einen Park zum Stadion.

Das Stadion Śląski ist das frisch renovierte Nationalstadion, das heute zum ersten Mal nach der Renovierung das Oberschlesien Derby austragen durfte. Hier gibt es Platz für fast 55.000 Zuschauer bei Fußballspielen. Nicht ganz 40.000 werden es heute gewesen sein.

Normalerweise spielt Ruch im eigenen Stadion Miejski w Chorzowie. Dieses wäre für das Derby aber viel zu klein und erfüllt ganz sicher nicht die geforderten Sicherheitsauflagen.

Das Oberschlesien Derby ist das Aufeinandertreffen von Ruch Chorzów und Górnik Zabrze. Aktuell mit dem Weltmeister und Publikumsliebling Lukas Podolski bei Górnik.

Es stand auf der Kippe ob Gäste kommen, da Ruch nur ca. 2.000 Gästetickets raus geben wollte und das obwohl kurz vorher Legia mit ca. 5.000 Leuten zu Gast sein konnte.

Zum Glück tauchten die Zabrze Fans doch auf, wenn ich das richtig gesehen habe auch mit weit mehr als die anfänglich zugesagten 2.000 Tickets.

Im Stadion traf und sah ich dann Deutsche Nasen überall. Das hatte ja schon Belgrad Derby Ausmaße. Der Hopper Mob zu Recht heiß! Hamburg war auch mit einer ganzen Ladung da. Grüße gehen an Sascha und Butcha. Insbesondere beim letztgenannten empfehle ich dringend einen Besuch des Instagramm Profils (rumbutchan), da dort hoch professionelle Bilder des Spiels und von vielen weiteren Spielen und Reisen zu finden sind!

Es hat sich jedenfalls für alle geloht. Es gab mehrere Aktionen zu sehen. Das alles im einzelnen aufzuzählen wäre zu viel von daher lasse ich Bilder und eine Video (auf dem sportandtravel youtube Kanal) sprechen. Ruch hat im Prinzip alles rausgeblasen was geht. Pyro, Rauch, Choreo. Das volle Programm. Auch die Torcida von Górnik zeigte zur zweiten Halbzeit eine Fahnen und Pyroaktion.

Ich würde behaupten eines der besten Spiele die man überhaupt in Polen sehen kann. Da können nur ein paar wenige große Begegnungen in der Liga und das polnische Pokalfinale (je nach Endspielgegnern) mithalten oder das noch toppen.

Das Spiel endet mit einem Sieg für Zabrze und Poldi führte den Feiertross vor dem Gästeblock an.

Danach ging es mit dem Mietwagen zurück nach Krakau. Sobald ich auf der Autobahn war, steuerte ich direkt das erstbeste amerikanische Gourmet Restaurant an, da ich den ganzen Tag so gut wie nichts gegessen hatte. Ich versuche sowas normalerweise zu vermeiden, aber ich hatte eine Banane zwischendurch und das wars. Im Stadion Śląski waren die Imbisse völlig überfüllt und irgendwann auch noch ganz leer gefuttert. Da war die Planung auch eher suboptimal.

So ging es also endlich gestärkt auf die letzte Etappe des Tages. Den Mietwagen habe ich noch abgegeben und dann ging es per Straßenbahn zurück ins Hotel und ab ins Bett. Ein weltklasse Fußballtag!

Stadion:

Kraków – Cracovia-Stadion Józef Piłsudski

Spiel:

16.03.2024 – KS Cracovia vs Widzew Łódź
Polen, Ekstraklasa – 2:2 – Z: 10.111

Video:

https://www.youtube.com/watch?v=01SgJWUfwLs

Bilder aus Krakau:

http://www.sportandtravel.de/2024-03-17-krakow-polen/

Report:

Am Samstag Vormittag besorgte ich mir einen Mietwagen um direkt nach dem Cracovia Heimspiel in Richtung Chorzow  zum Oberschlesien Derby aufbrechen zu können. Es wäre vielleicht auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu schaffen gewesen, aber ich wollte das Schicksal lieber in eigenen Händen halten.

Nach der Fahrzeugübernahme fuhr ich dann direkt zum Cracovia-Stadion Józef Piłsudski und gönnte mir einen Bezahl-Parkplatz in Abschussrichtung direkt am Stadion. Dieses ist nur wenige hundert Meter vom Stadion des Stadtrivalen entfernt. Es befindet sich in Sichtweite und ist nur durch die Błonia-Wiesen, eine öffentliche Parkanlage, getrennt.

Heute sollte es ein Spiel in der Ekstraklasa sein, also der höchsten Spielklasse in Polen. 

Bei meiner Fotorunde im Stadion traf ich Mike aus England.  Dieser schlingelte  ganz offensichtlich im Innenraum herum und macht auch seine Fotos. Dort kam er hin obwohl nicht akkreditiert oder sonstiges war, sondern er hatte einfach nur nett gefragt ob er mal in den Innenraum durfte für ein paar Fotos. Auch nicht schlecht. Manchmal muss man halt nur seinen unwiderstehlichen Charme spielen lassen.

Wir schauten das Spiel zusammen und ihm war gar nicht bewusst, was für ein Knaller an diesem Tag noch anstehen sollte. Da er aber bereits sein Ticket und Zug zu einem anderen Spiel gebucht hatte und ihm die Ticketsituation in Chorzow zu unsicher war, verzichtete er auf mein Mitfahrangebot. Im Nachhinein hatte er aber auch seinen Spaß und ein erfülltes Fußball Wochenende.

Leider waren auch heute keine Gästefans anwesend. Gähnende Leere im Gästeblock. Dabei hatte Widzew erst vor kurzem eine Sahneauftritt in Krakau, aber eben bei den Freunden von Wisla. Schade eigentlich, da beim heutigen Spiel und absoluten Wisla Erzfeind und Derbygegner Cracovia ja auch eine gewisse Brisanz geboten wäre. Aber vielleicht waren genau deshalb keine Gästefans da bzw. erlaubt.

Immerhin bei waren in der Cracovia Kurve Choreo Vorbereitungen  zu erkennen. Es waren bereits Rot-Weiße Fähnchen verteilt. Vor dem Block hing eine Spruchband das in seiner Aufmachung an die Antike erinnerte mit der Aufschrift: “jestesmy jak prometeusz bo dajemy ludziom ogien” was wohl soviel heißt wie: “Wir sind wie Prometheus, weil wir den Menschen Feuer geben”. 

Dazu wurde vor dem Block ein oberkörperfreier Cracovia Atze mit Sturmhaube hochgezogen. Dieser hielt in seinen Händen mit gesprengten Ketten an den Armen einen abgeschnittenen Kopf in der einen und einen Bengalo in der anderen Hand. Passend dazu wehten dahinter die verteilten Fahnen und Pyro wurde, wie im Spruchband angekündigt, gezündet.

Später folgte eine weitere Pyro- und Rauchshow. An der Stadiongröße und dem Fanaufkommen erkennt man, dass Cracovia eine Nummer kleiner als Wisla ist. Beim Derby mit voller Kapelle ist wahrscheinlich kein Unterschied zu merken. Auf jeden Fall liefert Cracovia schon mal einen top Start in den Fußballtag.  Pünktlich zum Abpfiff ging es im flinken Schritt zum Auto und im Tiefflug Richtung Chorzow.