"Wir machen gut Strecke!"

Stadion:

Mbeya – Sokoine Stadium

Spiel:

13.05.2021 – Mbeya City FC vs Ruvu Shooting FC
Ligi kuu Bara / Vodacom Premier League – 2:0 – Z: 500

Bilder vom Tansania Beach Hotel: http://www.sportandtravel.de/2021-05-12-tansania-beach-hotel/

Report:

Zurück in Dar-es-Salaam, vom Fussball und Safari in Morogoro, stand Urlaub an. Dazu suchte ich mir ein schönes Strandhotel etwas außerhalb der Stadt in Mbezi Beach. Dieses hatte ich vorher nicht gebucht, sondern bin einfach mal hingefahren. Dort habe ich mir die Anlage angeschaut, die auch im echten Leben hielt was sie im Internet versprach, und mich dann dafür entschieden.

Einfach nur relaxen am Pool muss auch mal sein. Das Hotel hatte auch einen gepflegten Strandzugang, außerdem waren nicht viele Gäste dort. Manchmal hatte ich den Pool mit Blick aufs Meer dann für mich ganz allein. Das Instagramer und Backpacker verseuchte Zanzibar braucht da doch kein Mensch ;)

Erstmal blieb ich nur für einen Tag, da es mir so gut gefallen hat, habe ich am nächsten Tag einfach für eine weitere Übernachtung verlängert.

Beim späten Frühstück gegen 11:30 fasste ich spontan die Entscheidung. Kurz vor Check out um 12:00 bin ich kurz bei der Rezeption vorbei gegangen, gesagt dass ich noch eine Nacht bleibe, Karte durchgezogen und fertig.

Erst im Verlauf meiner Reise bestägtigte sich dann das Spiel in Mbeya, kurz vor Sambia, am Donnerstag Nachmittag. Ein spitzen Anstoßtermin für die erste Liga und nur schlappe 800 km von Dar entfernt. Also wahrscheinlich eine schöne 24stündige Busfahrt. Oneway! Braucht keine Mensch!

Deswegen buchte ich mir am Anfang der Woche spontan auf dem Hotelbett liegend am Handy einen Flug nach Mbeya. Schöne neue Welt!

Der Ort hat zum Glück einen kleinen Provinzflughafen. Hinflug am Donnerstag Morgen und zurück Freitag Mittag für ca. 100 EUR. Kein Schnapper aber auch nicht unerschwinglich teuer. Besonders für eine Buchung nur ein paar Tage vorher.

Nach zwei Tagen Faulenzen fuhr ich zum Terminal 2 des Julius Nyerere International Airport. In anderthalb Stunden flog ich mit Precision Air standesgemäß auf Sitzplatz 1A zum Songwe Airport etwa 22 Kilometer außerhalb von Mbeya. Da hatte ich mich ein bisschen vertan. Ich dachte der Flughafen ist mitten in der Stadt. Das stellte aber auch alles kein Problem dar. Im Shared-Taxi ging es unkompliziert in die Stadt.

Direkt neben dem Stadion hatte ich mein Hotel und noch genug Zeit für eine verspätetes Mittagessen mit einer Pizza in einem anderen Hotel. Viel mehr gibts von Mbeya auch nicht zu berichten. Die Stadt ist jetzt nicht so spannend.

Also auf zum Fußball! Aus einem Auto vor dem Stadion wurden die Tickets verkauft. Den Eintritt gab es für 3.000 TSH (ca. 1 EUR) und schon durfte man rein in die wunderbar gelegene Schüssel mit Platz für gut 10.000 Menschen und herrlichem Blick auf die umliegenden Berge. Ziemlich weites Rund mit ranzigen Stufen einmal rundherum, besonders erhöht in der Heimkurve hinter dem Tor. Die Stufen sind dort so hoch wie das Dach der langgezogenen Haupttribüne.

Um die 500 Zuschauer lockte das Spiel des Mbeya City FC (oder auch Mbeya City Council FC) gegen Ruvu Shooting in der ersten Liga. Gästefans waren keine auszumachen, aber es gab eine kleine Heimkurve die ordentlich Alarm machte. Angepeitscht wurde dort durch Trommeln und andere Gegenstände die kreativ als Klanginstrumente benutzt wurden. Besonders bei den zwei Torjubeln ging der Mob steil.

Beim durchlaufen der Kurve merkte ich, dass hier wohl auch Alkohol im Spiel ist und zwar nicht zu wenig! Ein Fan reichte mir den Zaubertrank in einem Gefäß das definitiv keiner DIN- und Hygiene Norm entsprach, da musste ich leider freundlich ablehnen. Mit dem Zeug hätte ich wahrscheinlich die Nacht durchgetanzt.

Unterstützt wurden die Support Bemühungen außerdem durch einen kleinen Transporter mit Boxen, der direkt vor der Kurve stand, und vor und nach dem Spiel für die Musik sorgte bzw. von dem ab und zu Anfeuerungen gestartet wurden.

Der seltene Besuch vom Muzungu im Stadion sorgte für etwas Erstauen, aber ich wurde überall freundlich gegrüßt und willkommen gehießen. Im Gegenzug stellte ich mich natürlich für das ein oder andere Foto bereit. Irgendeiner hielt mir sogar noch ne Mikro vors Gesicht und ich sollte die Meute anpeitschen. Danke, aber das überlasse ich dir! Erst recht mit meinen eingerosteten Swahili Kenntnissen.

Mit diesen Erlebnissen war die Pflicht in Mbeya getan. Ab zum Hotel und relativ früh ins Bett. Am nächsten Tag ging es auch schon wieder zurück nach Dar. Ich musste nur kurz an der Straße warten, da kam auch schon der erste brauchbare Motorradfahrer der bereit war mich zum Flughafen raus zu fahren.

Am kleinen Terminal ist dann nicht wirklich viel los. Ab und zu kommte mal ein Flieger, also vielleicht fünf am Tag. Alles höchst entspannt. Man will sich aber vergrössern. Ein neues Terminal befindet sich im Bau.

Nachmittags war ich dann auch schon wieder in Dar. Am Flughafen der übliche Gang zur Hauptstraße, Mororrad Taxi anhalten, Preis verhandeln und los geht die Fahrt nach Masaki wo ich für den Rest der Reise mein Hotel hatte.