Stadion:
Tiflis – Stadion Spaeri
Spiel:
02.12.2023 – FC Spaeri vs FC Sioni Bolnisi
Georgien, Pirveli Liga / 2.Liga – 2:1 – Z: 90
Report:
Am Samstag sollten eigentlich alle Spiele 14:00 statt finden, aber der Gastauftritt von von Dinamo Tiflis beim FC Sburtalo, ebenfalls aus Tiflis, wurde auf abends 19:00 verschoben. Daher suchte ich mir aus dem bunten Blumenstrauß der Ansetzungen auf dem Weg des geringsten Widerstands ein weiteres Spiel in Tiflis aus.
Somit fiel auch das für Abend anvisierte Basketballspiel flach, das ich noch in der Hinterhand hatte. Der Basketball-Länderpunkt muss also ein anderes Mal fallen.
In der zweiten Liga lud der 2017 gegründete FC Spaeri im neuen und gleichnamigen Stadion Spaeri zum Spiel gegen den FC Sioni Bolnisi. Ein georgischer Traditionsverein von 1936 der auch mal Meister war.
Das kleine Stadion befindet sich auf einem Berg und auf militärischem Gelände. Wenn ein Spiel statt findet kann man aber unkompliziert zum Stadion gelangen wenn man am Kontrollhäuschen sein Begehr vorträgt. Irgendwo in der Nähe wurde auch fleißig geschossen. Es muss dort also auch eine Schießbahn geben.
Kein Wunder denn der Verein wurde von fünf Personen gegründet, die im Special State Protection Service (SSPS), einer militärischen Regierungsbehörde, arbeiten. Außerdem ist das Vereinswappendem Logo dem des SSPS nachempfunden.
Die Mannschaft bestand hauptsächlich aus Angehörigen dieser Behörde und nahm zunächst an der fünften und niedrigsten Stufe der Ligapyramide teil, bevor sie weiter aufstieg.
Keine hundert Zuschauer aalten sich in der Sonne und sahen den Heimsieg des FC Spaeri. Danach halfen mir zwei Spaeri Spieler aus Südafrika, die heute nicht spielten, den richtigen Bus zurück ins Stadtzentrum zu finden. Danke dafür!
Bis zum abendlichen Spiel war noch etwas Zeit also hing ich noch ein bisschen im Hotel ab.


















Stadion:
Tiflis – David Petriashvili Arena
Spiel:
02.12.2023 – FC Saburtalo vs FC Dinamo Tiflis
Georgien, Erovnuli Liga / 1.Liga – 0:3 – Z: 120
Bilder aus Tiflis:
http://www.sportandtravel.de/2023-12-04-tiflis-georgien/
Bilder aus Georgien:
http://www.sportandtravel.de/2023-12-03-gudauri-kazbegi-georgien/
Report:
Am Abend orderte ich mir ein Bolt-Taxi, dass mich in den Norden der Stadt zur David Petriashvili Arena brachte. Stellenweise hat Tiflis auch eine ultrawilden Verkehr, bei dem selbst auf einer dreispurigen Straße der Fußgängerweg als vierte Spur aufgemacht wird.
Ich wurde an der Haupttribüne rausgelassen und betrat wie bei den Spielen zuvor das Stadion gratis, da kein Eintritt verlangt wurde.
Auch hier war der Zuschauerandrang überschaubar, besonders da Dinamo einen Spieltag vorher alle Chancen auf die Meisterschaft bereits verspielt hatte und der Titel an Dinamo Batumi ging.
Trotzdem raffte sich ein ca. 25 Mann starker Mob auf und sorgte sporadisch für etwas Support im weiten Rund.
https://www.youtube.com/watch?v=xHU724fQ5mE
Die David Petriashvili Arena ist ein Leichtatletikstadion mit angeschlossener Unterkunft für Mannschaften um hier zum Bsp. Trainingslager zu absolvieren. Von den Zimmern zum Innenraum hin, hat man also eine gute Sicht aufs Spielfeld die auch der ein oder andere nutzte.
Nach dem Spiel wechselte ich auf die Seite der Unterkunft und orderte mir dort im WLAN ein Bolt für die Rückfahrt. Damit war bereits der sportliche Teil der Reise abgeschlossen.
Am nächsten Tag ging es mit Guide auf der Georgischen Heerstraße nach Norden in Richtung Russland. Vorbei an der Kirchenfestung Ananuri zum Skiort Gudauri auf über 2.000 Meter Höhe wo das Panorama Gudauri steht, das Georgisch-Russische-Freundschaftsmonument, bis in die Berge des Kaukasus zur Gergetier Dreifaltigkeitskirche mit dem Kasbek im Hintergrund, dem dritthöchsten Berg Georgiens.
Bei allerbestem Wetter mit Schnee, aber viel Sonnenschein und Reisekatalog Fotomotiven ein absolut lohnenswerter Ausflug.
Außerdem schaute ich mir Tiflis noch mal an und dieses Mal schaffte ich auch mit der Standseilbahn in den hochgelegenen Mtatsminda Park. Ein Freizeitpark auf dem gleichnamigen Berg auf über 730 Meter Höhe und dem besten Ausblick über die Stadt.
Alle Bilder dazu gibt es wie immer oben im Link.
Tiflis und Georgien haben mich auch beim zweiten Besuch sehr überzeugt und ich kann mir gut vorstellen hier noch weitere Male hinzureisen
Die Rückreise nach Hamburg wurde auch noch zu einem kleinen Abenteuer. Da München komplett dicht war, wurden meine Lufthansa Flüge komplett gestrichen. Zum Glück gehören die zur Star Alliance, eine Verbund von Fluglinien, und so konnte ich online umkompliziert und ohne Aufpreis umbuchen. Ich fand Flüge mit LOT, der polnischen Fluglinie, über Warschau die nur eine Stunde später gingen.
Diese fanden auch problemlos statt und so kam ich wieder gut zurück nach Hamburg.






















Stadion:
Rustavi – Stadioni Poladi
Spiel:
01.12.2023 – FC Rustavi vs FC Borjomi
Georgien, 3.Liga – 1:2 – Z: 100
Report:
Ich hatte den Zweitbesuch von Georgien schon länger auf dem Zettel und durch verschiedene Umstände und Planungsspielchen ging es zum Jahres- und Saisonende Richtung Kaukasus.
Geplant waren nur zwei Spiele, (tasächlich wurden es drei) denn der Fokus lag auf Urlaub und ein paar anderen Reisezielen. Mit Lufthansa ging der Flug über München und über Nacht nach Tiflis.
Außerdem an Bord war eine Grippe oder Corona oder was auch immer, die mich genau zum Abflugtag voll erwischte. Von daher war die Anreise und die ersten Tage ziemlich anstrengend. Voll auf Schmerztablette, Nasentropfen und japanischem Minzöl versuchte ich langsam wieder gesund zu werden.
Zum Glück konnte ich im Hotel direkt morgens gegen 8:00 einchecken und noch ein paar Stunden Schlaf nachholen. Mit georgischer Suppe und Tee ging es Tag für Tag langsam wieder aufwärts. Das gute Wetter mit Temperaturen im zweistelligen Bereich und Sonnenschein sorgten zusätzlich für Besserung. Ab sofort wird also nur noch in der Sonne überwintert. Hierbei dürfen es sogar noch ein paar Grad mehr sein.
Am Freitag 14:00 fuhr ich zum georgischen 3.Liga-Knaller nach Rustavi ungefähr 30 km von Tiflis entfernt. Die Bolt App (ähnlich wie Uber oder Grab) war das Mittel der Wahl und für ein paar Euro ging per privat Shuttle von der Hoteltür zu den Stadiontoren der viertgrößten Stadt Georgiens.
Es war selbstverständlich nicht der große Fußball oder Fanmassen die mich hierher lockten sondern das weltklasse Stadioni Poladi. Eine absolute Traumschüssel mit einigen Besonderheiten und schönen Verzierungen! Dazu lasse ich einfach mal die Bilder sprechen.
Es schlugen doch tatsächlich noch zwei Hopper aus Hamm im Zuge ihrer Kaukasus Tour auf. Bevor ich es also vergesse: Viele Grüße an Kevin und Marcel!
Wir fanden uns erst zur zweiten Halbzeit zusammen und machten uns nach dem Spiel zusammen auf den Rückweg. Dazu brauchte es ein paar Versuche, aber es dauerte auch nicht lange. Es fand sich schließlich ein Taxifahrer. Dieser montierte noch schnell das Taxischild ab bevor es los ging. Ganz normaler Gang, ich schätze mal er hat nur die Erlaubnis für Rustavi und eben nicht für Tiflis.
Den Zuschlag bekam er außerdem, da er auf Preisnachfrage 30 GEL (ca. 10 EUR) nannte. Der Bolt-Preis lag bei ca. 20-25 GEL wenn eines verfügbar gewesen wäre. Also war seine Preisvorstellung ziemlich fair, besonders da er im Zweifel leer wieder zurück fahren musste. Jeder von uns drei musste also 10 GEL bezahlen und ich drückte ihm in Tiflis in Summe 40 GEL in die Hand. Damit war der Fahrer mehr als zufrieden und freute sich wie ein Schneekönig! So soll es sein!
In Tiflis trennten sich unsere Wege. Der sonnige Tag und die frische Luft taten richtig gut und ich gönnte mir zum Abendessen ein weiteres Süppchen.

































Stadion:
Tiflis – Boris Paichadzis Erovnuli Stadioni / Dinamo Arena
Spiel:
04.09.2015 – Georgien vs Schottland
EM-Qualifikation, 2014/15, 7. Spieltag, Gruppe D – 1:0 – Z: 23.000 (2.500)
Report:
Ohne Plan durch Absurdistan – Teil 2
Vom Flughafen Baku ging es mit dem Qatar Airways Flieger in die georgische Hauptstadt. Abflug 13:15, Ankunft 13:15 – die Zeitverschiebung machts möglich!
Mit spitzen Bordprogramm also Monitor und aktuellen Kinofilmen sowie einem kleinen Frühstück verging der Flug wie im Flug (Delling lässt grüßen).
Mit im Flugzeug waren schon einige Schotten die sich warm sangen und tranken. “We love you Scotland, we do!” wurde bei der Passkontrolle zu “We love you Georgia, we do!” was selbst den am grimmingsten drein schauenden Zöllner ein Lächeln auf Lippen zauberte, was auch bei meiner Zöllnerin der Fall war und so ging es ganz schnell und freundlich durch die Kontrolle und es hieß “Welcome to Georgia!”.
Auch hier wartete bereits der vorab bestellte Airport-Transfer unseres Hotels auf uns. Tiflis empfing uns ebenfalls mit sommerlichen Temperaturen und nach einer kurzen Autofahrt waren wir auch schon in unserem super Hotel in der Nähe des Rustaweli-Boulevard, einer Hauptverkehrsstraße und Flaniermeile im Zentrum von Tiflis.
Nach einchecken, Geld ziehen und Essen fassen ging es auch schon mit der Metro von der Rustaweli Station nur 2 Haltestellen weiter bis zum Hauptbahnhof in dessen Nähe sich auch das Nationalstadion Georgiens befindet.
Das war schon ein ganz andere Welt, im Gegensatz zum ansehnlichen Zentrum (wobei der HBF ja auch noch dazu gehört) und ein noch größer Unterschied zu Baku. Ein Straße in der Nähe wird gerade neu gebaut und zur Zeit ist dort nur blanke Erde. Es ist warm, es staubt, überall sind Menschen am wuseln oder verkaufen irgendwas an ihren kleinen Ständen. Andere lungern einfach nur rum und sind dabei.
Ansonsten aber alles easy going, wir fielen gar nicht weiter auf denn Blickfang heute waren sowieso die schottischen Fans. Viele kamen im Kilt und mit weiteren traditionellen Kleidungsstücken und sorgten für Erstaunen und Lächeln bei den Georgiern. Im Stadion und Umfeld waren sie natürlich begehrte Fotomotive, gern wurden auch einfach mal die Kids vorgeschickt um ein Foto mit den Schotten zu machen, selbst einige Polizisten ließen es sich nicht nehmen ein paar Bilder mit den Highländern zu machen. Die gut angeheiterten Schotten, für die es hier wohl spott billig ist, waren natürlich für jeden Spass zu haben.
Also sehr entspannte und gastfreundliche Atmosphäre. Man merkte richtig, dass die Georgischen Fans sich auf diese Begegnung in jeglicher Hinsicht freuten. Zur Feier des Tages gab es auch noch das ein andere Lied, standesgemäß mit dem Dudelsack vorgetragen.
Das Nationalstadion, gleichzeitig Heimspielstätte von Dinamo Tiflis und einer Kapazität für über 50.000 Zuschauer, füllte sich heute knapp zur Hälfte. Der Großteil der Schotten versammelte sich hinter einem Tor und hatte die ganze Kurve ordentlich mit Zaunfahnen geschmückt. Ein schöner Anblick denn es waren einige schicke Fahnen dabei.
Auf der anderen Seite bildete sich in einer Kurve ein kleiner georgischer Stimmungblock der mit Vorsänger(n) versuchte Stimmung zu verbreiten. So richtige organisierte Stimmung kam nicht auf, auch die Schotten rissen nichts raus, trotzdem herrschte eine gute Atmosphäre und spielbezogen konnten die Georgier dann doch schon mal richtig laut werden. Spätestens beim 1:0 merkte man wie emotional hier gejubelt werden kann.
Als sich in den letzten Minuten der Sieg für Georgien abzeichnete, hielt es kaum noch jemand auf den Plätzen und es wurde noch mal laut im Stadion bis man beim Schlusspfiff noch mal richtig feiern konnte. Auch für Georgien geht es in der Gruppe um nichts mehr, aber den Schotten tat die Niederlage richtig weh, besonders weil sie ein paar Tage später auch gegen Deutschland verloren und so ihren dritten Platz/Relegationsplatz in der Gruppe an Irland abgeben mussten die ihre letzten zwei Spiele wiederum gewannen.
Die schottischen Fans zeigten sich nach dem Spiel als faire Verlierer und klatschten noch mit georgischen Fans ab. Ihre Party werden sie trotzdem weiter gefeiert haben.
Mit der Metro und dem Länderpunkt im Gepäck ging es dann recht schnell zurück zum Hotel.
Am nächsten Tag wurde dann das volle Sightseeingprogramm gestartet. Zu Fuss, mit Bus, Metro, Seilbahn und Taxi schauten wir uns Tiflis mal genauer an. Taxi fahren kostet auch nicht viel, besonders wenn der Preis durch eine deutsch sprechende Georgierin ausgehandelt wird. Danke dafür!
Tiflis liegt in einem Talkessel bei dem auf einer Hangseite die Nariqala-Festung sowie Kirchen und Kloster sind und die Mutter Georgia Statue (Kartlis Deda) über die Stadt wacht. Sportlich wie wir sind ging es zu Fuss die vielen Stufen bei über 30 Grad hinauf. Von oben hat man dann mit der Sonne im Rücken einen ausgezeichneten Blick über die gesamte Stadt am Fluss Kura. Von hier sieht man auch den Präsidetenpalast (eine Mischung aus dem weißen Haus und dem Reichstag), die neue futuristische Friedensbrücke im modern gestylten Rike-Park und das Wahrzeichen der Stadt die Sameba-Kathedrale.
Nachdem wir mit der Seilbahn wieder ins Tal gefahren sind besuchten wir auch dieses riesige Kirchen Gebäude, dass schon wieder auf der anderen Seite des Tals ist.
Tiflis kommt an so manchen Ecken schon deutlich ärmlicher und einfacher aber nicht unsympathischer als Baku daher. Wenn man ein bißchen hinter die Fassaden im Zentrum schaut oder eben in den Außenbezirken dann sieht man, dass sich vielerorts seit Jahrzenten nicht viel getan hat. Hier spürt man noch den alten Soviet-Charme. Wenn man sowas mag und einen günstigen Stadturlaub machen möchte ist man hier genau richtig. Mir hat es jedenfalls gefallen, eine sehr interessante Stadt in der es sicher noch einiges zu entdecken gibt.
Weiter gehts nach Armenien …