"Wir machen gut Strecke!"

21.) Griechenland

Stadion:

Thessaloníki – Stadio Harilaou Kleánthis Vikelídis / Γήπεδο Κλεάνθης Βικελίδης

Spiel:

14.12.2025 – Aris Thessaloniki FC vs Olympiacos FC
Griechenland, Super League – 0:0 – Zuschauer: 4.876

Report:

In knapp einer Stunde ging es fix von Belgrad in Serbien rüber nach Thessaloniki in Griechenland.

Vom Flughafen fuhr ich mit dem Shuttle Bus in die Stadt und sprang direkt am Stadion von Aris raus. Freundlicherweise war der Aris Fanshop vorab per Telefonat und Mail sehr behilflich bei der Ticketbeschaffung. Online war dieses bereits bezahlt, ich musste nur noch persönlich auftauchen und meinen Ausweis vorzeigen und schon gab tatsächlich einen richtig ausgedrucktes Ticket. Das nenn ich mal Service!

Normalerweise gibt es das nur ein einer App bei der man sich erst anmelden und die Identität verifizieren muss. Ein Papierticket ist wohl gar nicht mehr so üblich. Ich leg darauf ja nicht so einen Wert, aber es gibt ja noch den ein oder anderen Sammler da draußen.

Dann machte ich mich auf den kurzen Fußweg, kaum 2 km, zum gebuchten Apartment zum einchecken. Kurz Sachen ablegen, Handy laden und schon lief ich wieder Richtung Stadion. Unterwegs kehrt ich in eines der zahlreichen kleinen Restaurants ein um noch etwas vor dem Spiel zu essen.

Hier hingen auch schon die ersten Aris Leute ab und stimmten sich in großer bunter Runde mit viel Essen und etwas Alkohol auf das Spiel ein. Auch die Polizei stärkte sich noch mal vor dem Spiel. Das Stadion liegt mitten zwischen Wohnblocks und die gesamte Atmosphäre rund um das Stadion war sehr angenehm.

Das Fußball Publikum vermischte sich mit Bewohnern des Viertels die in den Bars, Kneipen und Restaurants saßen und einen gemütlichen Sonntag Abend verbrachten.

Mit Olympiacos war einer der größten und erfolgreichsten Clubs des Landes zu Gast der außerdem als Tabellenführer anreiste. Leider sind, zumindest beim Aufeinandertreffen der Schwergewichte, im griechischen Fußball Gästefans nicht zugelassen. Somit bleibt es auch für die Ordnungskräfte eher entspannt.

Knapp 5.000 Zuschauer kamen zum Sonntag Abend Top Spiel ins Stadio Harilaou Kleánthis Vikelídis. Aris dümpelt im oberen Mittefeld der Tabelle rum und schlug sich wacker gegen den Spitzenreiter aus Piräus. In der 51ten Minute bekommt Olympiacos eine gelb-rote Karte und somit war die Chance da gegen den Favoriten etwas zu reißen. 

Doch nur 10 Minuten später holte sich Aris eine glatt rote Karte ab und somit war es auf dem Platz wieder ausgeglichen. Selbstverständlich blieb es beim typischen torlosen Rammelkick. Einen griechischen Torjubel gab es nicht zu bestaunen. Hätte ich gerne gesehen, denn es wurde ganz gut supportet aber eben auch keine Bäume ausgerissen.

Dazu gibt es auch noch zwei Fankurven, jeweils hinter den Toren, wobei die eine zur Zeit wohl eher unerheblich ist mit seinen 20-30 Mann. Kaum zu hören und dann singt man auch noch gegeneinander an. Das kann man wohl eher als durchwachsene Stimmung bezeichnen, erst recht wenn man weiß wie Griechen sonst so ausrasten können.

Trotzdem ein ganz entspannter griechischer Fußballabend der durchaus Lust macht hier noch mal für den anderen großen Club der Stadt vorbei zu schauen.

Für mich hieß ein zweites spätes Abendessen einzunehmen und dann ging es auch schon wieder zurück ins Apartment und am nächsten Tag am Nachmittag über Belgrad zurück nach Hamburg.

 

 

 

 

Stadion:

Athen – Stadio Apóstolos Nikolaidis / Γήπεδο Απόστολος Νικολαΐδης

Spiel:

19.11.2017 – Panathinaikos FC vs AEK Athens FC
Griechenland Super League – 1:1 – Zuschauer: 12.000

Bilder aus der griechischen Hauptstadt hier: www.sportandtravel.de/20171119-athen/

Report:

Das Hauptspiel der Tour sollte das heutige Athen Derby zwischen Panathinaikos und AEK sein. Wie gewohnt leider ohne Gäste. Dafür immerhin im legendären Stadio Apóstolos Nikolaidis. Einem wunderbar ranzigen und in Vereinsfarben gehaltenen reinen Fussballstadion mitten im dicht besiedelten Wohngebiet. Weltklasse!

Da kommt doch gleich Fussballathmosphäre auf wenn die Menschenmassen durch die engen Gassen laufen. Auch hier wieder viele Stände mit griechischen Köstlichkeiten und einige Bars, Kneipen und Restaurants in denen sich die Fans auf das Spiel einstimmten.

Das Stadion füllte sich ganz gut, wurde aber nicht ausverkauft. Die Stimmung war ziemlich durchwachsen und für diese Ansetzung definitiv zu schwach. Phasenweise werden die Fans hinter dem Tor richtig laut und können auch den Rest des Stadions mitziehen. Ganz besonders wenn es um Antigesänge und Provokationen gegen AEK geht oder bei strittigen oder spannenden Spielsituationen. Krass wie da teilweise der Normalo von der Haupttribüne ausrasten kann! Aber auch hier hält es wie bei den Spielen zuvor nicht lange an.

Beim frühen Tor der Heimelf nach nur 10 Minuten gings natürlich ab und der grüne Grieche geht ab wie die Sucht. Panathinaikos war stärker auf dem Platz konnte aber nichts zährlbares mehr fabrizieren.

Das wurde bestraft und zwar ziemlich hart, mit dem Ausgleichtor von AEK in der 95ten und zugleich letzten Minute! Da war der Frust groß und wilde Pöbeleien gingen los, erst recht als der Torschütze von AEK etwas zu provokativ vor der Heimkurve jubelte. Direkt danach erfolgte der Abpfiff. Bitter für Panathinaikos.

Insgesamt ein schwaches Derby auf den Rängen. Man kann nicht alles haben. Dafür war es letztendlich ein sehr interessantes Wochenende in Griechenland was Lust auf mehr macht.

Stadion:

Athen – Kypselis Football Field “Alepotrypas” / ΚΥΨΕΛΗΣ (ΑΛΕΠΟΤΡΥΠΑΣ)

Spiel:

19.11.2017 – Athinais FC 1938 vs Diana Ilioupolis
Griechenland – Athen 1st Kategory 2nd Group – 1:2

http://epsath.gr/results/display_game.php?game_id=30688
ΑΘΗΝΑΪΔ vs ΔΙΑΝΑ ΗΛΙΟΥΠΟΛΗΣ
Λεπτομέρειες Αγώνα Περιόδου 2017-2018
Α Κατηγορία 2ος Όμιλος

Zuschauer: 100 + 20 Zaungäste

Report:

Am frühen Morgen ging es mit U-Bahn und Bus von Piräus nach Athen in ein anderes Hotel. Das war einfach günstiger gelegen zum geplanten Tagesprogramm und dem abendlichen Spiel. Das Zimmer war so früh natürlich noch nicht bezugsbereit aber ich konnte schon mal das Gepäck ablegen.

An der Rezeption dann eine sehr fähige Mitarbeiterin die mir half dieses zusätzliche Spiel herauszufinden. Sie hatte tatsächlich grob verstanden was mich quer durch die Weltgeschichte treibt und auf was sie bei der Suche achten muss. Sie fand ein Spiel in der Nähe das alle Anforderungen erfüllte: Nähe zum Hotel (kein Muss), Erste Herren, ein vorhandener Ausbau, kombinierbar mit dem Abendspiel. Top Service und super freundlich! Sie war richtig im Flow und wollte immer weiter suchen um das Angebot vielleicht noch zu verbessern. Ich musste sie geradezu bremsen, denn was sie mir raus suchte reichte mir völlig.

Morgens um 9:00 gab sich die Würzburger Expertenrunde noch ein Spiel, man hätte also drei Spiele am Tag schauen können aber ein bißchen wollte ich dann doch noch durch Athen laufen und was von der Stadt sehen. Nach der Tourirunde machte ich mich am Nachmittag dann auf zum Spiel.

Das Kypselis Football Field liegt erhöht an einem Hang nur ein paar hundert Meter von der Bushaltestelle entfernt aber man muss eben auch einige Höhenmeter überwinden. Von oben hat man hinter einem Tor dann einen weiten Blick über die Stadt in Richtung Norden.

Für 5 Euro gings rein ins kleine Stadion. Pfennigfuchser hätten auch von außen am Zaun das Spiel beobachten können, so wie es gute 20 Leute taten. Die zahlenden Zuschauer fanden sich dann auf der Gegengerade ein der einzigen Seite mit Ausbau. Hier konnte man dann in der prallen Sonne das Spiel genießen.

Diana, die Königen der Fussballherzen, holt den umkämpften Auswärtssieg und nach kurzen Zwischenstopp im Hotel ging es weiter zum Abendspiel.

Stadion:

Piräus – Stadio Georgios Karaiskáki / Γήπεδο Γεώργιος Καραϊσκάκης

Spiel:

18.11.2017 – Olympiacos FC vs Levadiakos FC
Griechenland Super League – 2:1

Zuschauer: 15.177

Bilder aus der Hafenstadt Piräus hier: www.sportandtravel.de/220171118-piraeus/

Report:

Heute sollte der Fussball Länderpunkt Griechenland fallen. Vorher ging es aber noch zu Fuß durch die Hafenstadt. Während in Hamburg ekelhaftes November Wetter herrschte, kam in Piräus die Sonne raus. Also einfach mal los spaziert. Bilder sind im Link oben zu finden.

Am Abend dann der gleiche Anreiseweg wie am Tag zuvor: mit der Metro von der Endstation Piräus eine Station bis Faliro neben der direkt die Basketballhalle und das Fussballstadion liegen.

Hier findet man zum Glück so einem Land würdige Imbissstände im Stadionumfeld. Ist ja nicht in jedem Balkanstaat so üblich trotz der weltklasse regionalen Kochkunst. Da gibts dann manchmal nur Vogelfutter und Getränke. Hier wurde wenigstens anständig gebrutzelt und natürlich auch verkostet.

Zu Gast war heute Levadiakos FC aus dem nur ungefähr 150 km entfernten Livadia. Da hatte ich ja fast auf ein paar Gästefans gefhofft aber die sind scheinbar auch bei den kleineren Gegnern nicht zugelassen. Demnach logischerweise keine Gästesupport.

Die Heimkurve steht hinter dem Tor und auch heute war sicher noch der ein oder andere befreundete Serbe von Roter Stern Belgrad vom gestrigen Basketballspiel mit im Heimbereich. Auch die Fahnen beider Clubs wurden in den oberen Ecken der Kurve ausgelegt.

Der Support war ganz in Ordnung, wurde manchmal richtig laut, konnte aber nicht konstant gehalten werden. Mit Schuld, wie bereits beim Basketball erwähnt,das Regenchaos der letzten Tage. Wieder mal zeigte sich starkes Potential was nur erahnen lässt wie laut und emotional es werden kann wenn es hier mal richtig zur Sache geht.

Fussballerisch war das heute auch keine Offenbarung. Das sieht man bei Olympiacos zur Zeit auch in der Champions League wo man auf dem letzten Platz in Gruppe steht. Beim ganz großen Fussball in Europa können sie noch nicht mithalten.

Piräus gewinnt zwar das Spiel, aber auch erst kurz vor Schluss mit dem 2:1 Siegtreffer. Immerhin 3 ganz wichtige Punkte um in der griechischen Superleague unter den besten 4 zu bleiben, welche die internationalen Plätze belegen. Am Ende des Spieltags haben Platz 1 und 2 jeweils 21 Punkte und Platz 3 und 4 jeweils 20 Punkte. Das Titelrennen ist also noch völlig offen und Olympiacos hat noch alle Chancen.

Nach dem Spiel ging es wieder mit der U-Bahn zurück zum Hotel am nächsten Tag nach Athen.