"Wir machen gut Strecke!"

61.) Portugal

Stadion:

Lissabon – Estádio da Luz

Spiel:

10.05.2025 – Benfica Lissabon vs Sporting Lissabon
Portugal, Primeira Liga / Liga Portugal – 1:1 – Z: 63.478

Report:

Nach wie vor: Home alone, Herr des Hauses und Urlaub. Wohin mit der Freizeit? In Portugal sollte das größte Derby des Landes stattfinden und das auch noch der schönen Hauptstadt Lissabon am Tejo. Da bin ich doch dabei und so ging es für ein Wochenende nach Portugal.

Die Ausgangslage war wie gemalt. Zweiter gegen Erster, Punktgleich, vorletzter Spieltag. Besser kann es kaum sein!

Dementsprechend war auch der Run auf das Spiel. Sogar so groß, dass am zentralen Monument Marquês de Pombal ein riesen Public Viewing veranstaltet wurde.

Aber eins nach dem anderen. Erstmal schoss ich mir kurzfristig ein Hotel, viel zu teure Flüge und ein viel viel zu teures Ticket für das Spiel. Es nützt ja nix. Fertig war die Reise nach Portugal.

Mit KLM ging es über Amsterdam nach Lissabon. Am Flughafen dann fix die Mehrtageskarte für den ÖPNV gekauft und mit der U-Bahn direkt ins Hotel am oberen Rand des Parque Eduardo VII. Wo man von der Alameda Cardeal Cerejeira schon mal den ersten top Ausblick über die Stadt hat und auch auf das erwähnte Public Viewing.

Von hier spazierte ich ganz gemütlich bergab in die Innenstadt bis runter auf den Praça do Comércio direkt am Fluss Tejo. Von dort aus ging es weiter mit einer weiteren top Touristenattraktion, der historischen Straßenbahn der Linie 28. Diese fuhr ich ein Stück aus Spaß mit, bis in die Nähe eines weiteren Aussichtspunktes im Osten der Stadt.

Es war bereits der dritte Besuch in der Stadt und viele Sachen hatte ich mir bereits beim letzten Mal zusammen mit Sektion Indonesien angeschaut, von daher wurde es ganz locker angegangen. Auf jeden Fall waren erwartungsgemäß viele Touris unterwegs in, m.M.n., einer der schönsten Städte Europas.

Mit Aufstehen um 3 Uhr Morgens bei einem Abflug um 6 Uhr mit Umstieg in Amsterdam und dann Sightseeing mit viel Laufen bei reichlich Sonnenschein, da ist so ein Tag in Lissabon ziemlich anstrengend.

Was macht man da? Richtig! Man gönnt sich gesunde Burger beim Amerikaner und macht sich am Abend noch auf um ein Basketballspiel zu sehen! https://www.sportandtravel.de/2025-05-09-benfica-lissabon-vs-vitoria-de-guimaraes

Damit sollte es das aber für die Freitag Abend gewesen sein. Ab ins Bett und so lange wie möglich am nächsten Tag auspennen.

Am Samstag Mittag wurde dann erstmal in eine AirBnB Rammelunterkunft in der Nähe des Flughafens verlegt, denn der Rückflug sollte bereits Sonntag Morgen in aller Herrgottsfrühe erfolgen. Um möglichst noch ein wenig Schlaf zu bekommen und um morgens gemütlich zu Flughafen laufen zu können, da so früh bzw. mitten in der Nacht die Verbindungen zum Flughafen eher bescheiden sind.

Danach ging es auch direkt wieder Richtung Estádio da Luz zum Mainevent des Wochenendes. Hier wurde bereits die Autobahn zum Stadion von massenhaft Benfica Fans belagert, denn diese wollten den Mannschaftsbus gebührend empfangen.

Ich positionierte mich auf einer Brücke und hatte beste Aussicht auf das Spektakel. Da wurden Raketen und Böller gezündet und Rauch und Fackeln angemacht. Sah total wild aus was da auf der Straße abging, besonders als dann endlich der Bus kam und sich mit Polizeieskorte und Knüppeleinsatz durch die Menschenmassen schob. Ein Video dazu gibt es später auch bei Youtube.

Danach war erstmal Stau an den Stadiontoren, da der Benfica Bus aber auch der Sporting Bus erstmal sicher auf das Gelände mussten. Erst dann wurden die Tore zum Stadiongelände geöffnet.

Ich wuseltet mich auch durch und begab mich eine Stunde vor Spielbeginn auf den Oberrang. Offizielle war das Spiel mehr als ausverkauft, trotzdem blieben ein paar Plätze leer und auch der Gästeblock war nicht ganz voll.

Von dort versuchten die Sporting Fans sich im Auswärtssupport, aber nur wenige Male konnte man sie hören und als man sie hörte wurden sie gnadenlos ausgepfiffen und dann nieder gebrüllt. Zu sehen gab es von ihnen außerdem ein paar Sporting grüne Bengalos.

Benfica also mit der klaren Stimmungshoheit. Außerdem gab es zwei Bengalo Aktionen auf jeweils einer Hintertorseite. Eine davon schien mir eher von Normalos und planlos zu sein und die andere durchkoordiniert von den Ultras komplett in weißen Maleranzügen und Masken.

Warum diese auf der selben Seite wie die Gäste stehen erschließt sich mir nicht. Die Preise im Unterrang hinter den Toren werden ähnlich sein und man möchte sein Gegner doch vor sich haben, statt diagonal über sich. Benfica Fans werden wohl wissen warum.

Eigentlich hätte ich ja fast mit einer riesigen Choreo gerechnet, aber das war heute leider nicht geplant. Dafür gab es ab und zu eine extreme Lautstärke im Estádio da Luz wenn alle Heimfans mit einstimmten. Dabei kam der Impuls aus allen Richtungen im Stadion.

Es reichte für ein gerechtes Unentschieden und der letzte Spieltag sollte alles entscheiden. Trotzdem war die Enttäuschung bei den Benfica Fans sehr groß, da wohl alle wussten, dass im letzten Spieltag gegen Vitória Guimarães irgendwas gemauschelt wird damit auf jeden Fall Sporting Meister wird.

So ist es dann auch übrigens gekommen. Lag aber auch daran, dass Benfica im letzten Saisonspiel wieder nur unentschieden spielte und Sporting dagegen gewann. Zu allem Überfluss verlor Benfica nur ein paar Tage später auch noch das Finale des Taça de Portugal, dem portugiesischen Pokal gegen Sporting. Haste Kacke am Schuh …

Auf jeden Fall ein sehens- und empfehlenswertes Derby was Tifotechnisch noch etwas Luft nach oben hat, sich aber definitiv gelohnt hat. Der Portugiese an sich kann auch ziemlich gut am Rad drehen.

Nach dem Spiel waren die Straßen dich und kam der Verkehr nur sehr schleppend voran. Bei der U-Bahn musste man ewig anstehen um überhaupt in Fahrkartenpflichtigen Bereich zu kommen, da war man aber noch lange nicht auf dem Bahnsteig geschweige denn in einer Bahn. Also war erstmal Laufen angesagt, in Richtung einer ganz anderen U-Bahn Linie die nichts mit der Abreise vom Stadion zu tun hatte.

Unterwegs gabs Abendessen beim fähigen Südeuropäer und dann machte ich mich langsam auf zur Unterkunft. Duschen, Zähneputzen und für ein paar Stunden pennen. Irgendwas gegen 3 Uhr wieder aufstehen und 20 Minuten zum Flughafen laufen.

Wie auf dem Hinweg ging es mit KLM über Amsterdam wieder zurück nach Hamburg. Lissabon und das Derby sind eine Reise wert!


Stadion:

Cruz Quebrada – Estádio Nacional do Jamor

Spiel:

16.01.2022 – Belenenses SAD vs FC Porto
Portugal, Primeira Liga – 1:4 – Z: 4.500

Bilder aus Lissabon:

http://www.sportandtravel.de/2022-01-16-lissabon-portugal/

Report:

An diesem Sonntag war noch mal viel Zeit für weitere Erkundungen von Lissabon und Umgebung, denn das anvisierte Spiel sollte erst abends sein. Alle Bilder dazu gibt es wie immer im Link.

Quasi das Hauptspiel der Tour sollte die Begegnung Belenenses SAD gegen den FC Porto sein. Nicht ganz ohne Hintergedanken. Belenenses spielt nämlich seit der Aufspaltung im Estádio Nacional do Jamor, dem alten, 1944 eröffneten Nationalstadion Portugals. Die Chance dieses zu besuchen bestand vorher nur einmal im Jahr zum portugiesischen Pokalfinale. Am Ende der Saison wo alle Spiele durch sind und wahrscheinlich auch unterklassig nicht mehr viel geht, so dass man nur für ein Spiel anreisen würde.

Das hat dann aus Groundhoppersicht wahrscheinlich immer etwas abgeschreckt, da die Ausbeute dann doch recht dünn ist und das im Tschechien Westeuropas! Denn auch in  Portugal werden die Spieltage aller Ligen auf das ganze Wochenende und alle möglichen Uhrzeiten verteilt und von Freitag Abend bis Sonntag Abend gespielt. So dass man an einem Wochenende bei guter Planung auch mal 7,8,9 Spiele schauen kann.

So kommt mir das also sehr entgegen, dass es jetzt regelmäßig die Möglichkeit dieses legendäre Stadion zu besuchen. Hier gab es einige große Pokalfights und hier wurden die Lisbon Lions geboren. Das ist die Mannschaft vom Celitc FC aus Glasgow die hier im Jahre 1967 den bisher einzigen Europokal der Vereinsgeschichte geholt haben. Ganz genau war es der Europapokal der Landesmeister, der Vorgänger der Champions League, und ein Sieg über Inter Mailand.

Nun spielt hier also Belenenses SAD, der unbeliebte Teil vom Ursprungsclub CdF Os Belenenses. Die “richtigen” Belenenses sind in der vierten Liga neu gestartet, haben die meisten der alten Fans auf ihrer Seite und spielen nach wie vor in ihrem bereits besuchten Estádio do Restelo.

Ein kümmerlicher Rest und vielleicht auch ein paar neue Fans, weil der Club spielt nunmal in der ersten Liga in Portugal, geht zum traurigen SAD Belenenses. Irgendwas um die 4.-5.000 Zuschauer waren es heute, davon der Großteil FC Porto Fans. Die zu erwartende hohe Gästezahl war auch der Grund warum es mich genau an diesem Wochenende nach Lissabon zog. Wenn schon die Heimseite bei einem portugiesischen Erstliga Spiel nicht viel kann, dann doch wenigstens der Gästemob.

Diese hatten natürlich die Stimmungshoheit und das sogar ohne Dach in der weitläufigen Schüssel. Mit einem 1:4 Auswärtssieg gab es auch allen Grund zu feiern. Nach dem Spiel ging es schnellen Schrittes zum Bahnhof und gerade noch rechtzeitig habe ich die Bahn zurück nach Lissabon erwischt.

Damit war das Sportprogramm auch schon wieder abgeschlossen. Es waren nur zwei Spiele aber der allgemeine Ausflug mit Madame ging vor. Im Hopperfreundlichen Portugal hätte ich natürlich deutlich mehr Spiele schauen können.

Lissbon hat mir beim zweiten Besuch wieder sehr gut gefallen und ist für mich eine der top (Haupt-)städte in Europa. Also hin da!

Stadion:

Lissabon – Estádio Pina Manique

Spiel:

15.01.2022 – Casa Pia AC vs Academico de Viseu FC
Portugal, Segunda Liga – 0:1 – Z: 300

Bilder aus Lissabon:

http://www.sportandtravel.de/2022-01-14-lissabon-portugal/

Report:

Sektion Indonesien wollte zu Beginn des Jahres was erleben, also schaute ich mich mal um was so in Europa geht. Schnell stieß ich dabei auf das gute alte Portugal. Zu dem Zeitpunkt absolutes Hochrisikogebiet, aber da kamen wir ja auch her. Als der angepeilte Zeitraum näher kam, war es ein Kopf- an Kopfrennen zwischen Porto und Lissabon.

Wegen der für uns passenderen Flugzeit fiel die Entscheidung auf die Hauptstadt. Obwohl der von Vatern ausgelehiehene Reiseführer für Porto schon griffbereit lag.

Donnerstag Abend ging es über München nach Portugal. Inklusive einer Stunde Verspätung die sich in München eingehandelt wurde, da der Flieger noch in der Schlange zum enteisen warten musste. Damit kann im Februar kurz vor den Alpen nun wirklich niemand mit rechnen.

Die Einreise verlief reibungslos und auf dem schnellsten Weg ging es mit der U-Bahn ins Hotel nördlich des Zentrums. Gegen Mitternacht waren wir bettfein. Am nächsten Tag sollte nämlich das volle Touriprogramm durchgezogen werden.

Früh aus den Federn ging es direkt mit einem Highlight los, einer Fahrt mit der historischen Straßenbahn 28, die unweit unseres Hotels einen Halt hatte, rauf zur Festung Castelo de São Jorge. Nach der Besichtigung und herrlichen Ausblicken über die ganze Stadt fuhren wir in die Innenstadt und später auch noch mit dem Elevator hoch nach Bairro Alto von wo aus man auch wunderbar über die Stadt schauen kann und auch rüber zur Festung wo wir am Vormittag noch waren.

Die Tour hat dann inklusive Essen gehen im Prinzip den ganzen Tag gedauert. Damit war der Freitag gut ausgefüllt. Alle Bilder gibts wie immer im Link.

Am Samstag 11:00 war dann Fussball angesagt. Ich machte mich mit Bus und Bahn auf den Weg, während Madam in Hotel noch auspennen konnte.

Ich fuhr zum Stadion Estádio Pina Manique der Heimstätte von Casa Pia AC die heute Viseu FC in der zweiten Liga empfing. Ein kleines in die Jahre gekommenes Stadion das heute ca. 300 Zuschauer und auch einige Hopper begrüßen durfte.

Leider war nur die Seite mit der Haupttribüne geöffnet, was für Fotos eher bescheiden war. Also in der Halbzeitpause einfach mal ganz dreist durch ein geöffnetes Tor über den Platz auf die andere Seite gelaufen. Dort konnte ich dann auch ein paar bessere Fotos machen. Dort blieb ich aber nur einige Minuten der zweiten Halbzeit unentdeckt bis eine aufgebrachte Ordnerin mich auf portugisisch zusammen schiss und mich wieder auf die andere Seite brachte. Skandalös!

Außer dem Auswärtssieg von Viseu passierte dann nicht mehr viel und ich fuhr nach dem Spiel mit dem Bus an das südliche Ende der Altstadt zum Bahnhof Cais do Sodre. Dort ist auch der Time out Market, eine große Markthalle wo lokale Köstlichkeiten angeboten werden. Hier war ich mit Madame zum Essen verabredet.

Danach ging es noch in den Instagram Hotspot Pinkstreet und weiter durch die Stadt. Mit einem Besuch beim Dönerladen an der Ecke ging auch dieser Tag zu Ende.